4A_270/2015: Abgrenzung der sachlichen Zuständigkeit zwischen Handelsgericht und Mietgericht (amtl. Publ.)

…Das Bun­des­gericht sah die Sache anders. Es ver­wies zunächst auf seine frühere Rechtsprechung (BGE 139 III 457 [s. hierzu auch den Beitrag auf Swiss­blawg]; BGE 132 III 65), wonach für die Anwen­dung von Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO die Anfech­tung auch nur even­tu­aliter erfol­gen könne, während im Haup­tantrag die Fest­stel­lung der Unwirk­samkeit, Ungültigkeit bzw. Nichtigkeit der Kündi­gung oder…

4A_7/2018: Objektive Schiedsfähigkeit arbeitsrechtlicher Forderungen (amtl. Publ.)

…hat­te im Wesentlichen zu entschei­den, ob die Vorin­stanz Art. 354 ZPO i.V.m. Art. 341 Abs. 1 OR ver­let­zte, indem sie von ein­er nicht schieds­fähi­gen Stre­it­sache aus­ging (E. 2). Nach aus­führlichen Erwä­gun­gen gelangte das Bun­des­gericht zur Auf­fas­sung, es lägen keine hin­re­ichen­den Gründe für eine Änderung der bish­eri­gen Rechtsprechung vor. Forderun­gen wegen ange­blich ungerecht­fer­tigter Ent­las­sung gestützt auf Art. 337c OR seien daher…

4A_75/2011: willkürlicher Verzicht auf die Ansetzung einer Nachfrist bei Abweisung eines Fristerstreckungsgesuchs

…kurzfristige Ein­re­ichung ein­er genü­gen­den Klageant­wort seien keine konkreten Anze­ichen vorhan­den gewe­sen. Das BGer gibt der Beklagten nun Recht:  Indessen ist in der Tat nicht nachvol­lziehbar, weshalb die Abweisung des Erstreck­ungs­ge­suchs nicht mit ein­er kurzen Nach­frist ver­bun­den wurde. Nach der vom Kas­sa­tion­s­gericht selb­st wiedergegebe­nen Rechtsprechung bildet die Anset­zung ein­er kurzen Nach­frist den Regelfall. Demgemäss bedarf es kein­er konkreten Anze­ichen dafür, dass eine…

1B_126/2013: Verlängerung der Sicherheitshaft wegen Wiederholungsgefahr (amtl. Publ.)

…crimes ou des dél­its graves”) kön­nen grund­sät­zlich auch dro­hende Ver­brechen oder schwere Verge­hen für die Annahme von Wieder­hol­ungs­ge­fahr genü­gen (bestätigt u.a. in […] 1B_435/2012 vom 8. August 2012 E. 3.4 […]). Im vor­liegen­den Fall bestand nicht nur der drin­gende Ver­dacht, son­dern bere­its ein rechtskräftiger richter­lich­er Nach­weis eines vol­len­de­ten (tatbe­standsmäs­si­gen und rechtswidri­gen) Tötungs­de­lik­tes als sog. “Anlas­stat” der gerichtlich ange­ord­neten sta­tionären Massnahme:…

5A_674/2011: Kindesrückführung; schwerwiegende Gefahr und Kindeswille (amtl. Publ.)

Das Haager Übereinkom­men über die zivil­rechtlichen Aspek­te inter­na­tionaler Kinde­sent­führun­gen (HKÜ) ist Gegen­stand des für die amtliche Samm­lung vorge­se­henen Urteils 5A_674/2011 vom 31. Okto­ber 2011. Das Bun­des­gericht beschäftigt sich darin mit einem Fall, in dem ein Eltern­teil sein Kind wider­rechtlich in der Schweiz zurück­hält (vgl. Art. 3 lit. a HKÜ) und damit den anderen Eltern­teil in der Ausübung des diesem zustehenden…

2C_119/2013 (amtl. Publ.): Parteistellung des Anzeigeerstatters im FINMA-Verfahren; Verhältnis zwischen Aufsichts- und Zivilrecht

…schutzwürdi­ges Inter­esse an ein­er auf­sicht­srechtlichen Unter­suchung oder ein­er bes­timmten Mass­nahme habe (vgl. E. 3 mit Ver­weisen auf die bish­erige Rechtsprechung des Bun­des­gerichts). Im vor­liegen­den Fall verneinte das Bun­des­gericht die Parteis­tel­lung des anzeigeer­stat­ten­den Bankkun­den. Weit­er äusserte sich das Bun­des­gericht zur Rechtsnatur von Forderun­gen von Bankkun­den, zum Schutzz­weck der Finan­za­uf­sicht bzw. zum Zusam­men­spiel zwis­chen Auf­sichtsrecht und Ziv­ilrecht: Der Anzeigeer­stat­ter hat­te gel­tend gemacht,…

5A_261/2011: Belegenheit der Arrestforderung / Personalunion Arrestgläubiger und Drittschuldner (amtl. Publ.)

…in der Schweiz einen Zahlungs­be­fehl in Höhe von rund CHF 50’000 zustellen. Der Rechtsvorschlag der A. SA wurde durch pro­vi­sorische Rechtsöff­nung beseit­igt. Der Rechtsöff­nungsentscheid wurde defin­i­tiv, nach­dem eine Aberken­nungs- und gle­ichzeit­ige Schaden­er­satzk­lage der A. SA gegen die B. s.r.o. auf­grund ein­er prozes­sualer Ver­wirkung am Pro­tokoll abgeschrieben wor­den war Im Sep­tem­ber 2010 liess die A. SA gestützt auf Art. 271 Abs. 1…

2C_929/2010: Entgegennahme von Publikumseinlagen / Werbeverbot / “naming and shaming”

…wirtschaftliche (finanzielle/geschäftliche), organ­isatorische oder per­son­elle Ver­flech­tun­gen beste­hen und vernün­ftiger­weise einzig eine Gesamt­be­tra­ch­tung den fak­tis­chen Gegeben­heit­en und der Zielset­zung der Finanz­mark­tauf­sicht gerecht wird. Das Erfassen von bewil­li­gungs­los täti­gen Inter­mediären im Rah­men ein­er Gruppe mit den entsprechen­den auf­sicht­srechtlichen Kon­se­quen­zen richtet sich gegen den Rechtsmiss­brauch und soll ver­hin­dern, dass Akteure, die in Umge­hung der finanz­mark­trechtlichen Aufla­gen han­deln, bess­er gestellt sind, als wer sich…

4A_415/2011: Entlassung eines Arbeitnehmervertreters aus wirtschaftlichen Gründen bleibt de lege lata zulässig (Bestätigung der Rsp; amtl. Publ.)

…Ergeb­nis tat­säch­lich nur durch eine Geset­zesän­derung bew­erk­stel­li­gen. De lege lata ver­bi­etet sich eine solcher­art bevorzu­gende Behand­lung der Arbeit­nehmervertreter. Da zudem verän­derte äussere Ver­hält­nisse oder gewan­delte Rechtsan­schau­un­gen seit dem erst vor kurz­er Zeit ergan­genen BGE 133 III 512 — zu Recht — nicht gel­tend gemacht wer­den, sieht sich das Bun­des­gericht mit Blick auf die aktuelle Rechtslage nicht zu ein­er Prax­isän­derung veranlasst.…

4A_442/2017: Teilklage, objektive Klagehäufung — Praxisänderung (amtl. Publ.)

…gemäss Art. 86 ZPO zuläs­sig und ste­ht es grund­sät­zlich im Ermessen des Gerichts, in welch­er Rei­hen­folge es die ver­schiede­nen Ansprüche prüft […]. Im Falle ein­er Klagegutheis­sung ist der Urteils­be­grün­dung zu ent­nehmen, inwieweit das Gericht die alter­na­tiv­en Klage­gründe (rechtskräftig) beurteilt hat […]. Vor­be­hal­ten bleibt im Übri­gen der Ver­fahrens­grund­satz des Han­delns nach Treu und Glauben (Art. 52 ZPO) und ins­beson­dere das Rechtsmiss­brauchsver­bot,…