4A_50/2012: Wirkungen von ausländischen Insolvenzvorschriften auf internationale Schiedsverfahren (amtl. Publ.)

…zu sein. Dies ergebe sich aus Art. 87 Abs. 1 des por­tugiesis­chen Insol­ven­zge­set­zes (p‑IG). Nach Auf­fas­sung der Beschw­erde­führerin hat das Schieds­gericht das por­tugiesis­che Insol­venzrecht falsch und unter Mis­sach­tung der überzeu­gen­den Dar­legun­gen des von der Beschw­erde­führerin angerufe­nen Experten inter­pretiert und zu Unrecht den Ver­lust der Fähigkeit der Beschw­erde­führerin verneint, Partei eines Schiedsver­fahrens zu sein. Das Bun­des­gericht klärte zunächst, nach welchem Recht sich die Rechtsfähigkeit der Beschwerdeführerin…

4A_10/2013: auf den Direktanspruch bei mehrgliedrigen Banküberweisungen anwendbares Recht

Rechtsprechung ein ein­heitlich­es Rechtsgeschäft dar, und die charak­ter­is­tis­che Leis­tung sei dabei jene der Empfänger­bank, so dass schweiz­erisches Recht anwend­bar sei.     Das BGer ver­weist jedoch darauf, dass sich der ver­tragliche Anspruch des Über­weisenden nach schweiz­erischem Recht nicht aus seinem Ver­hält­nis zur Empfänger­bank ergibt, son­dern jen­em zur Erst­bank (entwed­er aus OR 399 III oder aus OR 112). Soweit dieser Anspruch unmit­tel­bar mit…

5A_487/2014: Auslegung eines Rechtsvorschlages (amtl. Publ.)

…weil der ordentliche Rechtsvorschlag nicht beseit­igt wor­den sei. Umstrit­ten war der Umfang des vom Betriebe­nen erhobe­nen Rechtsvorschlages. Das Bun­des­gericht erwog zunächst, dass der Rechtsvorschlag an keine Form gebun­den sei und i.d.R. kein­er Begrün­dung bedürfe. Wenn der Betriebene allerd­ings bestre­ite, zu neuem Ver­mö­gen gekom­men zu sein, so habe er dies im Rechtsvorschlag aus­drück­lich zu erk­lären. Das Betrei­bungsamt lege dann den Rechtsvorschlag dem…

4A_64/2022: Ausdehnung einer Schiedsklausel auf einen Dritten (nach französischem Recht)

…(d.h. der lex causae) als auch nach Schweiz­er Recht (Art. 178 Abs. 2 IPRG i.f.). Gegen diesen Entscheid erhob A. u.a. gestützt auf Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG Beschw­erde an das Bun­des­gericht, wobei sich ihre Aus­führun­gen nur noch auf die Frage der Zuständigkeit nach franzö­sis­chem Recht bezo­gen. Vor Bun­des­gericht stellte sich fol­glich die Frage, ob das franzö­sis­che Recht

4A_145/2023: Vorkaufsrecht (amtl. Publ.)

…der Lage”) Genüge getan (E. 4.4). Fehlende Abtret­barkeit des Vorkauf­s­rechts: In diesem Zusam­men­hang war umstrit­ten, ob die Mut­ter ihren Söh­nen (den Beschw­erdegeg­n­ern) das Vorkaufsrecht abtreten kon­nte, obwohl die Parteien die Abtret­barkeit des Vorkauf­s­rechts bei dessen Begrün­dung “nicht aus­drück­lich vere­in­bart” haben. Das Bun­des­gericht ver­wies dabei auf die Regelung in Art. 216b Abs. 1 OR, wonach solche Vorkauf­s­rechte nicht abtret­bar sind, sofern…

5A_473/2011: IPRG 88 I, 91 I, 95 I: auf Erbverträge bei Nachlasspaltung anwendbares Recht (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Ver­fahren über das auf einen Erb­ver­trag zwis­chen Ehe­gat­ten anwend­bare Recht zu entschei­den. Diese Frage beurteilte sich hier — in einem schweiz­erisch-brasil­ian­is­chen Ver­hält­nis — nach dem IPRG, weil die Schweiz das über das auf die Erb­folge anzuwen­dende Recht zwar unterze­ich­net, aber noch nicht rat­i­fiziert hat, und weil zwis­chen der Schweiz und Brasilien keine ein­schlägi­gen völkerrechtlichen…

4A_543/2018: Anwendbarkeit des CISG (amtl. Publ.)

…öster­re­ichis­che und deutsche Gericht­sentschei­de erwog das Bun­des­gericht, dass die Wahl des Rechts eines Ver­tragsstaats ver­mu­tungsweise keinen impliziten Auss­chluss des CISG darstelle, da dieses Bestandteil des nationalen Rechts sei. Für einen kon­klu­den­ten Auss­chluss des CISG seien deshalb weit­ere Anhalt­spunk­te notwendig, die klar und unzwei­deutig auf eine Wahl des unvere­in­heitlicht­en Rechts unter Abwahl des CISG schliessen lassen wür­den. Aus den Mate­ri­alien zum…

4A_61/2023: Beginn der Frist zur Aberkennungsklage im Fall eines unbegründeten provisorischen Rechtsöffnungsentscheids im Dispositiv (amtl. Publ.; Franz.)

…ist und kam zum Schluss, dass die Frist zur Aberken­nungsklage mit der Zustel­lung des unbe­grün­de­ten Rechtsöff­nungsentschei­ds zu laufen begin­nt, da die Aberken­nungsklage kein Rechtsmit­tel gegen den Rechtsöff­nungsentscheid darstellt. Das Rechtsöff­nungs­gericht hat­te den Entscheid betr­e­f­fend die pro­vi­sorische Rechtsöff­nung in einem ersten Schritt in unbe­grün­de­ter Form im Dis­pos­i­tiv eröffnet. Daraufhin ver­langte der Schuld­ner die Entschei­ds­be­grün­dung. Der Schuld­ner erhob die Aberken­nungsklage innert 20…

5A_664/2010: Aktivlegitimation für Klage auf Grundbuchberichtigung (amtl. Publ.)

…des Fest­stel­lung­surteils somit nicht erfasst wird (E. 4.2). Ein schutzwürdi­ges Inter­esse an ein­er Fest­stel­lung beste­ht grund­sät­zlich nur, soweit die Rechtskraft des Urteils reicht: 4.2 […] Nach der Rechtsprechung des Bun­des­gerichts ist ein Fest­stel­lungsin­ter­esse hin­sichtlich der Rechtsbeziehung Drit­ter deshalb auch nur aus­nahm­sweise dann gegeben, wenn Bestand und Inhalt der Rechtsbeziehung unter den Parteien vom Beste­hen eines bes­timmten Rechtsver­hält­niss­es zwis­chen Drit­ten bzw.…

4A_234/2016: Haftung des unentgeltlichen Rechtsvertreters (amtl. Publ.)

…(E. B und E. 3). Das Bun­des­gericht erin­nerte zunächst daran, dass ein als unent­geltlich­er Rechtsvertreter bestell­ter Anwalt eine staatliche Auf­gabe übern­immt und mit dem Staat in ein öffentlichrechtlich­es Rechtsver­hält­nis ein­tritt (z.B. BGE 132 I 201, E. 7.1; BGE 122 I 322, E. 3b). Dies bedeute indessen nicht, dass auch das Rechtsver­hält­nis des unent­geltlichen Rechtsvertreters zur von ihm vertrete­nen Per­son öffentlichrechtlich wäre;…