1C_176/2011: Unterlagen zu UStR II verletzten Abstimmungsfreiheit, Beschwerde trotzdem abgewiesen (amtl. Publ.)

…Abwä­gung her­aus ergibt sich, dass die Aufhe­bung der Abstim­mung vom 24. Feb­ru­ar 2008 nicht in Betra­cht fällt. Dem­nach ist der entsprechende Antrag der Beschw­erde­führerin abzuweisen. NR Daniel Jositsch reichte beim Regierungsrat des Kan­tons Zürich eine Beschw­erde mit iden­tis­chen Rechts­begehren ein. Auch seine Beschw­erde wurde vom BGer abgewiesen. Der Entscheid Jositsch ist iden­tisch mit dem Entscheid Kiener Nellen (jedoch keine BGE-Publika­tion).…

8C_158/2007: Unfallversicherer im Obligatorium von Gerichtskosten nicht befreit (amtl. Publ.)

…Ereig­nis Aus­lös­er der Gesund­heitss­chädi­gung nach UVV 9 II a‑h ist, wie das BGer fest­stellt. Die unter­liegende Hotela zählt bezüglich ihrer Tätigkeit im Rah­men der oblig­a­torischen Unfal­lver­sicherung zu den mit öffentlich-rechtlichen Auf­gaben betraut­en Organ­i­sa­tio­nen. Bei Leis­tungsstre­it­igkeit­en ver­fol­gt sie aber eigene Ver­mö­gensin­ter­essen. Daher  “fall­en die Unfal­lver­sicher­er im Rah­men der oblig­a­torischen Unfal­lver­sicherung nicht unter den Aus­nah­metatbe­stand von Art. 66 Abs. 4 BGG. Die…

1B_157/2013: Parteistellung einer Vorsorgestiftung im Strafverfahren (amtl. Publ.)

Die Stiftung Sicher­heits­fonds BVG beschw­erte sich vor dem Bun­des­gericht erfol­gre­ich gegen ihren Auss­chluss aus einem Strafver­fahren und erre­ichte ihre Zulas­sung als Pri­vatk­lägerin im kan­tonalen Ver­fahren (1B_157/2013). Die Vorin­stanz hat­te angenom­men, dass lediglich solche Zivi­lansprüche adhä­sions­fähig seien, die auf dem Zivil­weg vor einem Zivil­gericht eingeklagt wer­den kön­nen. Zu Unrecht, wie das Bun­des­gericht aus­führt. Denn gemäss Art. 73 Abs. 1 lit. c…

5A_355/2012: auch nicht-LugÜ-Urteile (inkl. Schiedsentscheide) sind def. Rechtsöffnungstitel; jeweils kein eigenes Exequaturverfahren erforderlich (amtl. Publ.)

…inci­dent, un juge­ment étranger ren­du dans un Etat qui n’est pas par­tie à la CL — ou une sen­tence arbi­trale étrangère -, de sorte que cette déci­sion vaut titre de main­levée défini­tive au sens de l’art. 271 al. 1 ch. 6 LP. Das BGer hält — im Rah­men der Willkür­prü­fung — zunächst fest, dass auch Urteile aus einem nicht-LugÜ-Staat defin­i­tive Recht­söff­nungsti­tel darstellen,…

5A_221/2011: Internationale Zuständigkeit für Anordnung einer Schuldneranweisung (amtl. Publ.)

Welch­es Gericht ist für die Anord­nung ein­er richter­lichen Schuld­ner­an­weisung gemäss Art. 177 und 291 ZGB im inter­na­tionalen Ver­hält­nis zuständig? Zu dieser Frage äussert sich das Bun­des­gericht nun erst­mals in dem für die amtliche Samm­lung vorge­se­henen Urteil 5A_221/2011 vom 31. Okto­ber 2011. Im aus­führlich begrün­de­ten Entscheid kommt es zu dem Schluss, dass die inter­na­tionale Zuständigkeit nach Art. 16 Nr. 5 aLugÜ…

Gelegentlicher, früherer Cannabiskonsum keine “erhebliche Tatsache” iSv VVG 4 I (amtl. Publ.)

Wer beim Abschluss ein­er Lebensver­sicherung die Frage “Faites-vous ou avez-vous fait usage de stupé­fi­ants, de drogues?” verneint, obwohl er mehr als zehn Jahre früher gele­gentlich Cannabis ger­aucht hat­te, ver­let­zt seine Anzeigepflicht beim Ver­tragsab­schlusse (VVG 4) nicht. Solche Tat­sachen sind keine erhe­blichen Tat­sachen, da sie nicht geeignet sind, die Entschei­dung des Ver­sicher­ers über den Ver­tragsab­schluss zu bee­in­flussen (vgl. bere­its 5C.240/2001).…

4A_327/2016: Freizügigkeitsabkommen Kollektivkrankentaggeldversicherung; Regelung zur Übernahme einer Nachhaftung (amtl. Publ.)

A. (Beschw­erde­führer) war bei der D. AG angestellt und bei der C. AG (Stre­it­berufene) kollek­tiv-kranken­taggeld­ver­sichert. Der Beschw­erde­führer kündigte seine Anstel­lung per Ende Feb­ru­ar 2014, wobei er vom 12. Dezem­ber 2013 bis zur Beendi­gung des Arbeitsver­hält­niss­es zu 100% wegen Asth­ma arbeit­sun­fähig war. Am 3. März 2014 nahm er seine Tätigkeit bei der E. GmbH auf und war neu bei der B.…

2C_453/2014: Erstanmelderschutz für Kombinationspräparate (amtl. Publ.)

HMG 12 bes­timmt als sog. Erstan­melder­schutz, dass das Zulas­sungs­ge­such fürein Gener­ikum sich nur dann auf die Prü­fungsergeb­nisse des Orig­i­nal­prä­parats stützen darf, wenn dessen zehn­jährige Schutz­dauer abge­laufen ist (es sei denn, der Inhab­er des Orig­i­nal­prä­parats stimme der Ver­wen­dung der Prü­fungsergeb­nisse zu). Strit­tig war vor­liegend, wie es sich bei einem Gener­ikum ver­hält, wenn es ein Orig­i­nal­prä­parat erset­zt, das nur mit einem weiteren…

9C_352/2007: Kosten- und Entschädigungsfolgen in einem Rückweisungsentscheid (amtl. Publ.)

Das BGer tritt auf eine Beschw­erde in öffentlich-rechtlichen Angele­gen­heit­en gegen einen Rück­weisungsentscheid nicht ein: Wed­er in Bezug auf Kosten- und Entschädi­gungs­fol­gen noch die unent­geltliche Ver­beistän­dung lag ein nicht wiedergutzu­machen­der Nachteil vor. Die Regelung der Kosten- und Entschädi­gungs­fol­gen in einem Rück­weisungsentscheid ist ein Vor- oder Zwis­ch­enentscheid iSv BGG 93. Ein nicht wieder gutzu­machen­der Nachteil ist zu verneinen, denn über die Gerichts-…

9C_172/2007: Vorsorgefall “Tod” und “Invalidität” (amtl. Publ.)

…diese ablehnte. Die Arbeit­sun­fähigkeit, deren Ursache zum Tod geführt habe, sei während des Vor­sorgev­er­hält­niss­es einge­treten. Der damit einge­tretene Vor­sorge­fall «Tod» schliesse den Freizügigkeits­fall aus. Das BGer stellt fest, dass der Vor­sorge­fall “Tod” früh­estens (!) mit dem Tod ein­tritt, also nicht bere­its mit dem Ein­tritt ein­er Arbeits­fähigkeit durch das Lei­den, das zum Tod geführt hat.  Es ist zwar möglich, dem Tode…