5A_54/2011: Errungenschaft; Wert und Ausgleich eines Miteigentumsanteils

…Rech­nung, so kann es nicht ange­hen, bei der richter­lich ange­ord­neten Rück­über­tra­gung des Miteigen­tum­san­teils der Verkäuferin den veräusserten Kaufge­gen­stand zurück­zugeben, dem Käufer die ursprünglich vere­in­barte Kauf­preiss­chuld aber weit­er­hin aufzubür­den. Dies käme ein­er Schenkung gle­ich, würde die Beschw­erdegeg­ner­in doch ohne entsprechende Gegen­leis­tung durch eine Zuwen­dung aus dem Ver­mö­gen des Beschw­erde­führers bere­ichert: Sie erhielte den Miteigen­tum­san­teil zu Alleineigen­tum, ohne dafür etwas hergeben zu…

4A_525/2011: Anlageberatungsvertrag, Emittentenrisiko, Lehman Brothers

…Bonitätsver­schlechterung eines Emit­ten­ten von im Depot liegen­den Oblig­a­tio­nen. Eine solche Warnpflicht für die Zeit nach getrof­fen­em Anlageentscheid set­zt de fac­to eine ständi­ge Überwachung des Depots voraus, ohne die eine spon­tane und rechtzeit­ige War­nung des Kun­den nicht möglich ist. Darin liegt aber eine aufwändi­ge Dien­stleis­tung, die üblicher­weise nicht unent­geltlich erbracht wird. Bei ein­er Anlage­ber­atung, die ausser­halb ein­er eigentlichen Ver­mö­gensver­wal­tung erfol­gt, kann der Kunde ohne

6B_525/2024: Verletzung des Selbstbelastungsprivilegs durch polizeiliche Erfragung des Gerätesperrcodes (amtl. Publ.)

…und ist der Beschuldigte auf­grund seines Aus­sagev­er­weigerungsrechts berechtigt zu schweigen, ohne dass ihm daraus Nachteile erwach­sen dür­fen (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO und Art. 158 Abs. 1 lit. b StPO). Gestützt auf diesen Grund­satz kön­nen Beschuldigte nicht dazu verpflichtet wer­den, den Gerätes­per­rcode und PIN- oder PUK-Code der SIM-Karte offen­zule­gen (E. 2.4.2). Polizei oder Staat­san­waltschaft weisen die beschuldigte Per­son zu Beginn der…

5A_361/2022: Güterrechtliche Bewertung von personenbezogenen Unternehmen

…von Fr. 0.– und einem Ertragswert von Fr. 3’066’877.40 aus. In Abwe­ichung der Prak­tik­er­meth­ode berück­sichtigten die Vorin­stanzen den Sub­stanzw­ert zu 90 % und den Ertragswert zu 10 % und bew­erteten das Unternehmen mit Fr. 306’700.–. Dies sollte dem Umstand Rech­nung tra­gen, dass das Einzelun­ternehmen stark von der Per­sön­lichkeit der Ehe­frau geprägt sei und sich ein Kun­den­stamm nicht ohne Weit­eres übertragen…

4A_155/2007: Gerichtsstand nach LugÜ 6 Ziff. 1, doppelrelevante Tatsachen (amtl. Publ.)

…Dieses Vorge­hen erscheint umso eher angezeigt, als dadurch Miss­bräuche ver­hin­dert wer­den kön­nen, ohne dass der Klag­partei oder dem an seinem ordentlichen Gerichts­stand eingeklagten Stre­itgenossen ein nen­nenswert­er Nachteil erwächst. Erstere hat den entsprechen­den Beweis ohnehin zu führen, der Stre­itgenosse sich ohnehin dage­gen zu vertei­di­gen. Fak­tisch wird lediglich die Durch­führung des Ver­fahrens gegenüber der am ordentlichen Gerichts­stand verk­lagten Partei mit Bezug auf…

BR: Coronavirus: Befristeter Rechtsstillstand für die Reisebranche bis 30.9.2020

…1 Gegenüber einem Rei­sev­er­anstal­ter oder ‑ver­mit­tler gemäss Artikel 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. Juni 1993 über Pauschal­reisen gilt für Forderun­gen der Kundin­nen und Kun­den, die sich aus der Nichter­bringung ein­er Reise­leis­tung ergeben, der Rechtsstill­stand gemäss Artikel 62 SchKG. Die entsprechende Verord­nung tritt am 21. Mai 2020 um 00.00 Uhr in Kraft und gilt bis zum 30. Sep­tem­ber 2020. Weit­ere Infor­ma­tio­nen: Medi­en­mit­teilung Verordnung…

5A_219/2012: provisorischer Pfändungsanschluss des Arrestgläubigers

Das BGer hält fest, dass der pro­vi­sorische Pfän­dungsan­schluss des Arrest­gläu­bigers bei Pfän­dung der ver­ar­restierten Ver­mö­genswerte (SchKG 281) nicht dadurch aus­geschlossen ist, dass sich die bei­den Betrei­bun­gen nicht gegen den gle­ichen Schuld­ner richt­en. Der pro­vi­sorische Pfän­dungsan­schluss set­zt lediglich die Pfän­dung von ver­ar­restiertem Gut voraus. Die Frage, in welche von zwei Betrei­bun­gen gegen ver­schiedene Schuld­ner das gepfän­dete Arrestgut gehört, wird im Wider­spruchsver­fahren

Revision des Sanierungsrechts in Kraft per 1. Januar 2014

Der Bun­desrat hat let­zte Woche die Teil­re­vi­sion des Bun­des­ge­set­zes über Schuld­be­trei­bung und Konkurs (SchKG) auf den 1. Jan­u­ar 2014 in Kraft geset­zt. Mit den  neuen Bes­tim­mungen soll die Sanierung von Unternehmen erle­ichtert wer­den, ins­beson­dere durch fol­gende Mass­nah­men (vgl. Medi­en­mit­teilung): Die Nach­lassstun­dung wird kün­ftig nicht mehr zwin­gend in einem Nach­lassver­trag oder Konkurs enden. Sie kann ver­mehrt auch zu reinen Stun­dungszweck­en bewilligt…

5A_450/2013: Anerkennung eines ausländischen Nachlassvertrages (frz., amtl. Publ.)

…in der Schweiz haben (Art. 172 Abs. 1 IPRG). Sind diese Voraus­set­zun­gen nicht erfüllt, ist in der Schweiz kein sep­a­rates Hil­fs-Nach­lassver­fahren durchzuführen (E. 4.2). Wurde in der Schweiz vor dem Anerken­nungsver­fahren betr­e­f­fend eines aus­ländis­chen Nach­lassver­trages bere­its Arrest auf Ver­mö­genswerte des Schuld­ners gelegt, so ist es nicht Sache des Anerken­nungs­gerichts, festzustellen, wem die ver­ar­restierten Ver­mö­genswerte zuste­hen. Vielmehr kann der Nach­lassver­wal­ter mit­tels Beschw­erde gemäss…

5A_144/2014: Provisorische oder definitive Rechtsöffnung, wenn eine Forderung aus einem Urteil abgetreten wird? (amtl. Publ.)

…Grund­satz der Bindung an das Begehren der Parteien „mit Bezug auf die Art der Recht­söff­nung“ keine Anwen­dung finde. Der Richter könne „ungeachtet eines auf defin­i­tive Recht­söff­nung lau­t­en­den (oder eines unspez­i­fizierten) Antrages unter Wahrung des rechtlichen Gehörs die pro­vi­sorische Recht­söff­nung — oder das Umgekehrte — bewil­li­gen; das SchKG sieht vor, dass insoweit die Offizial­maxime gilt“. Da nicht spruchreif, wurde die Sache…