6B_39/2011: Widerhandlung gegen das AuG (amtl. Publ.)

In dem für die amtliche Samm­lung vorge­se­henen Urteil 6B_39/2011 vom 10. Juni 2011 bestätigt das Bun­des­gericht seine Recht­sprechung zur Beschäf­ti­gung von Aus­län­derin­nen ohne Bewil­li­gung. Dieses Delikt war bis zum Inkraft­treten des neuen Aus­län­derge­set­zes in Art. 23 Abs. 4 aANAG geregelt und find­et sich sei­ther in Art. 117 Abs. 1 AuG. Diesen Tatbe­stand erfüllte nach früherem Recht der Betreiber eines Etablissements,…

4A_406/2015: Anordnung indirekter Zwangsmassnahmen; Höhe der Ordnungsbusse; Bedeutung des Verschuldens (amtl. Publ.)

…ver­hin­dern oder mit Strafe zu bele­gen haben.  Dieser Grund­satz gilt auch, wenn das Ver­bot als vor­sor­gliche Mass­nahme […] und namentlich super­pro­vi­sorisch ohne Anhörung der Gegen­partei […] ange­ord­net wird. Ger­ade in let­zterem Fall hat das Gericht beson­ders auf die For­mulierung des Ver­bots zu acht­en, zumal die Gegen­partei keine Gele­gen­heit hat, sich (vorgängig) dazu zu äussern und den Entscheid im Rechtsmit­telver­fahren über­prüfen zu…

4A_430/2016: Zivilprozess; Anspruch auf gesetzmässig besetztes Gericht

…vom 7. Feb­ru­ar 2017, E. 2.2 i.f.). Die Beschw­erde­führer macht­en gel­tend, das Han­dels­gericht habe nach erfol­gter Rück­weisung nicht über den geplanten Fort­gang des Ver­fahrens informiert. Das Gericht habe ohne vorgängige Anhörung der Beschw­erde­führer zwei Ober­richter erset­zt. Dadurch sei den Beschw­erde­führern verun­möglicht wor­den, die Sach­lichkeit der Gründe für die Beset­zesän­derung zu bestre­it­en und Ablehnungs- bzw. Aus­stands­gründe gel­tend zu machen (E. 2.1).…

5A_195/2016 und 5A_975/2015: Tweets sind grds. öffentlich; Berichterstattung nach dem “Kristallnacht”-Tweet nicht persönlichkeitsverletzend

…welche der Nazi-Ide­olo­gie entsprun­gen ist, die gemein­hin als “recht­sex­trem” ein­ge­ord­net wird. Indem er sodann die rhetorische Frage stellte, ob es ein solch­es Ereig­nis nun­mehr für Moscheen brauche, lässt sich eine Gesin­nung erken­nen, die dur­chaus auch als recht­sex­trem eingestuft wer­den kann, ohne dass damit die Per­sön­lichkeit des Beschw­erde­führers wider­rechtlich ver­let­zt wird […]. Es spricht im Übri­gen für sich, dass der Beschwerdeführer…

4A_304/2018: Instanzenzug, Anfechtung von Rückweisungsentscheiden (amtl. Publ.)

Gegen­stand dieses Urteils war eine Klage aus aktien­rechtlich­er Ver­ant­wortlichkeit. Die kla­gende Gesellschaft warf ihrem ehe­ma­li­gen Ver­wal­tungsrat­spräsi­den­ten vor, einen Betrag über rund USD 764’000 zu seinen Gun­sten oder zu Gun­sten ihm nah­este­hen­der Drit­ter ohne geschäftsmäs­sige Begrün­de­theit über­wiesen zu haben (E. A). Das Zivil­gericht des Sense­bezirks wies die Klage mit Entscheid vom 10. Dezem­ber 2014 ab. Es hielt den Beweis nicht für erbracht,…

5A_671/2018: Sanierungsdarlehen und paulianische Anfechtung

…betr­e­f­fend den Verkauf­spreis als auch (wie hier) bezüglich Ver­wen­dung des Verkauf­ser­lös­es (E. 3.1.2.) Gemäss Recht­sprechung stelle die Rück­zahlung eines Bankdar­lehens (ohne Sicherung, ohne Konkur­spriv­i­leg) eine Gläu­biger­schädi­gung dar und seien einzelne Gläu­biger dadurch begün­stigt, wenn sie voll­ständig befriedigt wer­den, während die übri­gen nur eine Div­i­dende erhal­ten. Teil­rück­zahlun­gen wür­den grund­sät­zlich nicht als Gegen­leis­tung für die Ver­längerung eines beste­hen­den Kred­its gel­ten; der Zweck…

4A_389/2022: Internationale Rechtshilfe in Zivilsachen (amtl. Publ.)

…nur in den Räum­lichkeit­en der Bun­de­san­waltschaft ein­se­hen kon­nte, ohne die Möglichkeit, Kopi­en davon zu erstellen. Als Begrün­dung führte das Bun­desstrafgericht an, dass es sich bei der Insti­tu­tion um eine staat­sähn­liche Ein­rich­tung han­dle, so dass die konkrete Gefahr beste­he, dass alle im Rah­men des Strafver­fahrens erhal­te­nen Doku­mente “zur Unzeit” an den Staat weit­ergeleit­et wür­den.  Einige Jahre später leit­ete die staatliche Institution…

1C_237/2007: Hinreichende Erschliessung; durch die VRV entschärfte Gefahren

…in Rich­tung Auto­bahn, in unter­schiedlich grossem Aus­mass nach der Ein­fahrt in die Strasse ein Rück­fahrmanöver vol­lziehen müssten, dann aber ohne Über­fahren des gegenüber­liegen­den Grund­stücks der Beschw­erdegeg­ner­in weg­fahren kön­nen. Wie das BGer aus­führt, ste­ht den örtlichen Behör­den ein erhe­blich­es Ermessen zu.  “Der Umstand, dass eine Erschlies­sung nicht ein­er Ide­alvorstel­lung entspricht, son­dern in Einzelfällen gewisse Prob­leme aufweisen mag, macht sie nicht ohne

4A_363/2013: Partizipationsscheine sind bei der Genossenschaft unzulässig (amtl. Publ.)

…gebracht, Par­tizipa­tion­ss­cheine nicht bei allen Gesellschafts­for­men zuzu­lassen (E. 3.6.4 und 3.7). Eben­so habe er (2.) eine Aus­gabe von Beteili­gungspa­pieren zur Kap­i­talbeschaf­fung ohne beson­dere Beschränkun­gen, wie sie etwa beim alt-aktien­rechtlichen Genusss­chein gestützt auf Art. 657 aOR noch zuläs­sig war, in jedem Fall auss­chliessen wollen (E. 3.6.4 und E. 3.6.5). Um das von der Raif­feisen-Gruppe geplante Beteili­gungss­cheinkap­i­tal einzuricht­en, müsste vielmehr eine Grund­lage im gel­tenden Aktien­recht gefun­den werden,…

BGer 4A_567/2024: Aufklärungspflicht von Banken bei Rollover-Hypothek und Zinsaustauschgeschäft

Im Urteil 4A_567/2024 vom 27. Mai 2025 befasste sich das Bun­des­gericht unter anderem mit der Aufk­lärungspflicht von Banken. Im Zusam­men­hang mit Kred­itverträ­gen für eine Immo­bilien­fi­nanzierung auf Basis eines 3 Monats LIBOR bzw. SARON (Rollover-Hypotheken) mit einem Zins­floor von 0% sowie einem Zin­saus­tauschgeschäft (Swap) ohne Zins­floor zwis­chen der Bank B. (Bank) und zwei Kundin­nen (Beschw­erde­führerin­nen) macht­en die Beschw­erde­führerin­nen unter anderem eine…