6B_170/2009: Haftentschädigung

Das Bun­des­gericht hat mit Urteil vom 3. Sep­tem­ber 2009 (6B_170/2009) eine Beschw­erde abgewiesen, mit der u.a. beantragt wor­den war, festzustellen, der Beschw­erde­führer sei ca. sechs Monate ohne rechts­gülti­gen Haft­be­fehl in Haft gehal­ten wor­den. Er hat­te gerügt, die Ver­fü­gung sei nicht in einem kon­tradik­torischen Ver­fahren zus­tandegekom­men, son­dern von ein­er Sekretärin erlassen wor­den. Nach Auf­fas­sung des Gerichts ist der Hafter­streck­ungsentscheid jedoch nicht…

WAK‑N bleibt beim Ausschluss von Lebensmitteln vom Cassis-de-Dijon-Prinzip

…Vernehm­las­sung und veröf­fentlicht. Eben­falls am 20. Okto­ber 2014 hat die WAK‑N ohne Gegen­stimme beschlossen, die Vor­lage (BBl 2014 9673)  defin­i­tiv anzunehmen, ohne weit­ere Änderun­gen vorzunehmen. Aus dem Bericht der WAK‑N vom 20. Okto­ber 2014: Für die Mehrheit der Kom­mis­sion hat das «Cas­sis-de-Dijon-Prinzip» im Lebens­mit­tel­bere­ich uner­wün­schte Fol­gen (man­gel­nde Trans­parenz für die Kon­sumenten, Unter­laufen der hohen schweiz­erischen Qual­itätssansprüche, Gefährdung der qual­ität­sori­en­tierten Strategie…

4A_702/2015: Fristlose Entlassung; Obliegenheit des Arbeitgebers, bei Unklarheiten nachzufragen

…Arbeit­nehmer der Auf­forderung nicht nach, sich zu einem Gespräch einzufind­en. Der Ser­vicetech­niker hat­te zunächst mündlich und danach per SMS darauf hingewiesen, er wolle zum Arzt gehen und stellte ein Arztzeug­nis in Aus­sicht, ohne seinen Krankheit­szu­s­tand zu beschreiben. Darauf kündigte die Arbeit­ge­berin das Arbeitsver­hält­nis frist­los per E‑Mail (E. 2.2 und Sachver­halt A.c). Gemäss Bun­des­gericht erfol­gte die Kündi­gung ungerecht­fer­tigt. Zwar hat­te der…

BGE 149 III 145 (BGer 5A_425/2020 und 5A_435/2020 vom 15. Dezember 2022): Voraussetzungen eines sog. “erbrechtlichen Durchgriffs” bei der Durchsetzung von Ausgleichungsansprüchen

…kön­nte, ohne sich hin­ter der von ihm beherrscht­en Aktienge­sellschaft ver­steck­en zu müssen. Zusam­men­fassend sind auch Zuwen­dun­gen ein­er juris­tis­chen Per­son an Nachkom­men aus­gle­ichungspflichtig, sofern diese vom Erblass­er beherrscht wird und auch die übri­gen Voraus­set­zun­gen von Art. 626 Abs. 2 ZGB erfüllt sind (obj. und subj. Schenkungscharak­ter, Ausstat­tungs- oder Ver­sorgungscharak­ter; siehe E. 4.3.1.). Bemerkenswert ist die Fest­stel­lung des Bun­des­gerichts, wonach es vorliegend…

Berufsdiplome für Maurer und Strassenbauer in Deutschland mit jenen in der Schweiz identisch

Aus ein­er Pressemit­teilung der UNIA: “Das Bun­des­gericht hat eine Nichtigkeits­beschw­erde der Fir­ma Dai­ly Job gegen einen von der Gew­erkschaft Unia vertrete­nen Mau­r­er aus Deutsch­land abgewiesen. Die Fir­ma Dai­ly Job muss somit fast 2000 Franken nachzahlen, die sie einem deutschen Mau­r­er voren­thal­ten hat­te. (…) Am 29. Jan­u­ar 2009 fällte das Arbeits­gericht der Stadt Bern ein für den Schutz der Schweiz­er Löhne weg­weisendes Urteil:…

2C_782/2021: Sanktionsverfügung, Unterlassungsanordnung (amtl. Publ.)

…Rüge, wonach die ange­ord­neten Mass­nah­men unver­hält­nis­mäs­sig seien, drang die Beschw­erde­führerin nicht durch. So rügte die Beschw­erde­führerin hin­sichtlich der Wieder­hol­ungs­ge­fahr erfol­g­los, dass die monierten Ver­stösse mehr als zehn Jahre zurück­liegen wür­den. Das Bun­des­gericht erwog, dass in Anbe­tra­cht der Vielzahl von kartell­rechtlichen Ver­fahren, in welche die Beschw­erde­führerin involviert gewe­sen sei, ohne Weit­eres ein gewiss­es Risiko angenom­men wer­den dürfe, dass sie sich in…

zulässige Berücksichtigung von Merkmalen für Eignung und (amtl. Publ.)

…sei eine höhere Punk­tzahl zuge­sprochen wor­den; und dass es rechtswidrig sei, dass die Ver­gabebe­hörde ohne Zus­tim­mung Ref­eren­zangaben betr. Alpiq einge­holt und diese deshalb schlechter bew­ertet hat. Das BGer hält zunächst fest, dass es sich bei bei­den Fra­gen um Rechts­fra­gen grund­sät­zlich­er Bedeu­tung han­delt. Mit Bezug auf den ersten Punkt kommt das BGer zum Ergeb­nis, dass Kri­te­rien dur­chaus sowohl bei der Eig­nung als auch…

4A_375/2012: Verantwortlichkeit für Prozessführung ausserhalb des Gesellschaftsinteresses (amtl. Publ.)

…gele­gen, da seit­ens D. eine schädliche Geschäft­spoli­tik zu befürcht­en gewe­sen sei, so kann darauf man­gels entsprechen­der Fest­stel­lun­gen in den ange­focht­e­nen Entschei­den nicht abgestellt wer­den […]. Ohnehin ver­mö­gen blosse Befürch­tun­gen das Gle­ich­be­hand­lungs­ge­bot der Aktionäre und das Rechtsmiss­brauchsver­bot nicht aufzuwiegen. […] Dem­nach hat­ten sie damit zu rech­nen, dass die Gerichte ihr Ver­hal­ten als rechtsmiss­bräuch­lich qual­i­fizieren wür­den […]. Die VR-Mit­glieder hat­ten sich zwar im…

4A_29/2014: Keine Pflicht des Gerichts, mit der Zustellung der Klage bis zur Leistung des Kostenvorschusses zuzuwarten (amtl. Publ.)

…kla­gen­den Partei eine Parteientschädi­gung aufer­legt wer­den (E. 4.2.1). Das Bun­des­gericht führte weit­er aus, mit der Zustel­lung der Klage trete die Fort­führungslast ein, weshalb die Klage ohne Zus­tim­mung der Gegen­partei nicht mehr ohne Ver­lust des eingeklagten Anspruchs zurück­ge­zo­gen wer­den könne. Die Nichtleis­tung des Kosten­vorschuss­es sei aber nicht als Klagerück­zug zu behan­deln. Der darauf erge­hende Nichtein­tretensentscheid ent­falte keine materielle Recht­skraftwirkung (E. 4.2.2).…

4A_412/2011: Deadlock bei Zweimann-AG; gerichtliche Einsetzung einer Revisionsstelle statt Auflösung (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hebt ein Urteil des Präsi­den­ten des HGer SG in einem Auflö­sungsver­fahren (OR 731b) betr. eine AG ohne Revi­sion­sstelle (und ohne opt­ing out) auf: Das HGer hat­te die Auflö­sung ange­ord­net, weil das Fehlen der Revi­sion­sstelle (ein Man­gel iSv OR 731b) nicht behoben wer­den könne; bei­de Aktionäre hiel­ten je 50% (Dead­lock) und schienen von ein­er Eini­gung denkbar weit ent­fer­nt . Daher bleibe…