4A_246/2014: Teilweise Gutheissung einer Schiedsbeschwerde wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs / die vereinbarte Einschränkung der Kognition des Schiedsgerichts bildet keinen Verstoss gegen den prozessuale Ordre public

…weit­eren Rügen des Fuss­bal­lvere­ins A erachtete das Bun­des­gericht als unbe­grün­det. So argu­men­tierte der Fuss­bal­lvere­in etwa ohne Erfolg, dass sein Recht auf ein Schieds­gericht, das über eine volle Kog­ni­tion ver­fügt, Teil des prozes­sualen Ordre pub­lic darstellen würde. Das Bun­des­gericht wider­sprach dieser Auf­fas­sung (E. 7.2.2): L’art. 6 par. 1 CEDH ne s’oppose pas à la créa­tion de tri­bunaux arbi­traux afin de juger…

8C_158/2009: Gemeinden als Arbeitgeber tragen auch unter BGG 66 IV Gerichtskosten (amtl. Publ.)

…Anhörung fest­ge­s­tanden habe, nicht willkür­lich war und der Gehör­sanspruch ver­let­zt war. Bedeut­samer war die Frage der Tra­gung der Gericht­skosten: Nach altem Recht galt, wie nach BGG 66 IV, dass u.a. öff.-rechtlichen Kör­per­schaften keine Gericht­skosten aufer­legt wer­den kon­nte, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis, ohne dass es sich um ihr Ver­mö­gensin­ter­esse han­delte, vor BGer auf­trat­en. Als Arbeit­ge­ber in ihren Ver­mö­gensin­ter­essen betrof­fene Gemeinden…

LSE 2006 erschienen

Die Lohn­struk­tur­erhe­bung 2006 wurde heute vom Bun­de­samt für Sta­tis­tik veröf­fentlicht. “Im Jahr 2006 belief sich der Medi­an­lohn in der Schweiz auf 5674 Franken. Dies bedeutet, dass die eine Hälfte der Löhne über und die andere Hälfte unter diesem Wert lag. Der Anteil der Tieflohn­stellen ist seit 2000 kon­tinuier­lich gesunken. An Arbeit­splätzen mit einem niedri­gen Anforderungsniveau waren die Löhne der ausländischen…

1C_179/2008: Beschwerde gegen PolG ZH

…erlaubte, ver­fas­sungswidrig sei und seine Gültigkeit mit sofor­tiger Wirkung ver­liere. Die Vorschrift sei viel zu vage und ohne Ein­schränkun­gen for­muliert. So gebe es beispiel­sweise keine Angaben über Sinn und Zweck ein­er Video- und Ton-Überwachung, keine räum­liche Ein­schränkung und keine Infor­ma­tion darüber, wer die Überwachung mit Kam­era, Drohne oder Mikro­fon durch­führen dürfe. Eine solche Regelung stelle einen unzuläs­si­gen Ein­griff in die…

4A_295/2012 (amtl. Publ.): Beweislast bezüglich Selbsteintritt des Kommissionärs (Bank)

…Börsen­preis haben, ist die Kom­mis­sionärin, wenn der Kom­mit­tent nicht etwas anderes bes­timmt hat, befugt, die Wert­pa­piere, die sie einkaufen soll, als Verkäuferin selb­st zu liefern (Art. 436 Abs. 1 OR). Meldet die Kom­mis­sionärin in den Fällen, wo der Ein­tritt als Eigen­händ­lerin zuge­s­tanden ist, die Aus­führung des Auf­trages, ohne eine andere Per­son als Verkäuferin namhaft zu machen, so ist anzunehmen, dass sie selbst…

4A_36/2021: aktienrechtliche Verantwortlichkeit, Aktivlegitimation (amtl. Publ.)

…Recht keine Konkur­ren­zsi­t­u­a­tion. Die Recht­fer­ti­gung für die Beschränkung der Klagele­git­i­ma­tion, dass die Inter­essen der Gesamtheit der Gläu­biger beein­trächtigt wären, weil die Konkursver­wal­tung bei Ver­ant­wortlichkeit­skla­gen regelmäs­sig erst nach der zweit­en Gläu­bigerver­samm­lung aktiv wer­den könne, während direkt geschädigte Gläu­biger sofort kla­gen kön­nten, ent­falle. In der Lehre werde denn auch — allerd­ings ohne weit­ere Begrün­dung — aus­ge­führt, ausser­halb des Konkurs­es beste­he keine Einschränkung…

6B_339/2024: Veruntreuung von Darlehen

…Risiko ein­er Schädi­gung ent­ge­gengewirkt wer­den soll. Eine Wert­er­hal­tungspflicht wird etwa auf­grund dessen angenom­men, dass sich ein Baukred­it­nehmer gegenüber der Bank verpflichtet, die bezo­ge­nen Gelder in das Bauw­erk zu investieren. Er verun­treut die Gelder, wenn er sie stattdessen zur Begle­ichung von Schulden ohne Zusam­men­hang mit dem Baupro­jekt ver­wen­det. Die Vere­in­barung muss nicht sachen­rechtlich abgesichert wer­den. Nach der Recht­sprechung genügt für die…

2C_450/2010: Energieliefersperre kein blosser Realakt und gegenüber Mietern unverhältnismässig

…Dauer aus­gerichtete Liefersperre im Sinne ein­er reak­tiv­en Mass­nahme auf die Nichter­bringung der für die Ver­sorgungsleis­tung geschulde­ten Gegen­leis­tung (ins­beson­dere die Zahlung früher­er Gebühren) wesentlich von anderen nicht rechtzeit­ig vorherse­hbaren Unter­brüchen der Ver­sorgungsleis­tung. […] Demge­genüber ist die Liefersperre nach § 24 lit. a aIW­BG ohne weit­eres plan­bar und nicht von vorn­here­in zeitlich beschränkt, weshalb sie auf­grund ihrer Rechtswirkun­gen ein­er voraus­ge­hen­den Ver­fü­gung bedarf.…

4A_6/2019: Künftiger Pflege- und Betreuungsschaden; Bemessung der Genugtuung

…Erfahrungswerte noch eine indi­vidu­elle Prog­nose vorgele­gen hät­ten (E. 4). Das Bun­des­gericht hielt die Rüge für begrün­det und kam zum Schluss, dass kein kün­ftiger Pflegeschaden aus­gewiesen war (E. 4.6). Das Bun­des­gericht hielt fest, Art. 42 Abs. 2 OR erlaube nicht, ohne nähere Angaben Forderun­gen in beliebiger Höhe zu stellen. Vielmehr seien auch im Rah­men dieser Norm — soweit möglich und zumutbar…

A‑6038/2008 + A‑6047/2008: Schutz des Vertrauens von COOP in eine frühere und gegen eine neue Verfügung der EStV betr Superpunkte/MwSt.

…des Pro­gramms Super­punk­te gegen Ver­rech­nung von umsatz­ab­hängi­gen Super-Punk­ten abgegebe­nen Treueprämien stell­ten Nat­u­ralra­bat­te dar und seien nicht zusät­zlich zu ver­s­teuern.  “Unter diesen Umstän­den durfte die Beschw­erde­führerin in guten Treuen den dama­li­gen Ein­spracheentscheid ohne Weit­eres so ver­ste­hen, dass für die Prämien­liefer­ung keine Steuer geschuldet sei bzw. keine zusät­zliche Steuer im Ver­hält­nis zum ursprünglichen Kaufgeschäft. Das Ver­trauen der Beschw­erde­führerin in den so verstandenen…