2C_89/2010 und 2C_106/2010: Unerlaubte Entgegennahme von Publikumseinlagen (amtl. Publ.)

…Zus­tands und zur Besei­t­i­gung der Missstände notwendi­gen Ver­fü­gun­gen. Der Beschw­erde­führer war mass­gebend als Teil ein­er Gruppe tätig, die ein­er bewil­li­gungspflichti­gen Aktiv­ität nachging. Mit dem aus­drück­lichen Ver­bot, zukün­ftig ohne Bewil­li­gung gewerb­smäs­sig Kun­den­gelder ent­ge­gen­zunehmen, wird ihm lediglich in Erin­nerung gerufen, was bere­its von Geset­zes wegen gilt. Es han­delt sich dabei um eine War­nung bzw. Ermah­nung als “Reflexwirkung” der unange­focht­en gebliebe­nen auf­sicht­srechtlichen Massnahmen,…

4A_221/2007 und 4P.239/2006: Begründungsanforderungen an kennzeichenrechtliche Massnahmeentscheide (amtl. Publ.)

ohne die Anspruchs­grund­lage zu nen­nen. Das BGer wieder­holt zwar die ständi­ge Rsp., wonach der Begriff der Ver­wech­slungs­ge­fahr im gesamten Kennze­ichen­recht ein ein­heitlich­er sei. Aber: “Die Umstände, die im Übri­gen die Gefahr falsch­er Indi­vid­u­al­isierung oder falsch­er Assozi­a­tio­nen erhe­blich bee­in­flussen, unter­schei­den sich jedoch je nach dem Rechtss­chutz, der für die Kennze­ichen beansprucht wird. So sind etwa für den lauterkeit­srechtlichen Kennze­ichen­schutz (Art. 3 lit.…

1C_342/2014: Die Anordnung der Entfernung von Sichtschutzwänden ist mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip vereinbar

Im Urteil vom 23. März 2015 befasste sich das BGer mit Sichtschutzwän­den, die ohne Baube­wil­li­gung errichtet wur­den. Im Jahr 1988 liess die Bauher­rin auf der Ter­rasse und auf dem Balkon im ersten Stock ihres Haus­es Sichtschutzwände aus Holz und Glas für damals Fr. 10’000.– erricht­en, welche teil­weise eine Höhe von bis zu 4,98 m aufwiesen. Im Jahr 2010 verpflichtete der Gemeinderat…

5A_795/2012: Streitwertbestimmung bei gerichtlicher Ernennung eines StWEG-Verwalters; Abberufung

…In der Tat find­en sich Entschei­de, wo bei zeitlich unbe­fris­teter Ernen­nung eines Ver­wal­ters das kap­i­tal­isierte jährliche Hon­o­rar als Stre­itwert angenom­men wurde (z.B. Urteile 5C.27/2003 vom 22. Mai 2003 E. 1; 5C.243/2004 vom 2. März 2005 E. 1), freilich ohne dies näher zu begrün­den. Eine Ver­tiefung der Frage, ob die in Art. 51 Abs. 4 BGG für peri­odis­che Nutzun­gen und Leistungen…

4A_126/2021: Fälligkeit der Gewinnbeteiligung bei fristloser Kündigung

OR). Somit sei die Forderung auch erst ab diesem Zeit­punkt zu verzin­sen (E. 4.3). Das Bun­des­gericht erwog, dass Art. 339 OR ohne weit­eres auch auf die Fäl­ligkeit von Entschädi­gungsansprüchen infolge ungerecht­fer­tigter frist­los­er Kündi­gung Anwen­dung finde (E. 4.4). Dies erscheine auch hin­sichtlich der Beteili­gung am zukün­fti­gen Geschäft­sergeb­nis sachgerecht, da das Ergeb­nis des Geschäft­s­jahres und damit die Höhe des behaupteten Anspruchs im…

2C_1008/2012: Täuschungsverbot i.S.v. EMKG 6; Anwendung lauterkeits- und markenrechtlicher Grundsätze

…der von ihr vernün­ftiger­weise zu erwartenden Aufmerk­samkeit die Beschrei­bung wahrn­immt […] 3.3 Im Ein­klang mit dem ähn­lich gelagerten Wet­tbe­werbs- und Marken­schutzrecht ruft die Ein­schätzung der irreführen­den Beze­ich­nung nach ein­er Würdi­gung der gesamten Umstände […] Der konkrete Fall betraf sil­ber­far­bene Bilder­rah­men ohne Sil­berge­halt mit einem Verkauf­spreis von CHF 17.90. Das BGer kam daher und in Anwen­dung der genan­nten Grund­sätze zu fol­gen­dem Ergebnis:…

9C_2/2012: BVG 53b (Teilliquidation) auf patronale Wohlfahrtsfonds analog anwendbar (amtl. Publ.)

…äuss­er sich dabei auch zur Unter­schei­dung zwis­chen bei­den Stiftungsarten). Das BGer hält zunächst fest, der “Ver­weiskat­a­log” von ZGB 89bis VI sei auf patronale Wohlfahrts­fonds nur — aber immer­hin — dann ana­log anzuwen­den, wenn und soweit die BVG-Nor­men mit deren Charak­ter vere­in­bar sind. Dabei gelte Fol­gen­des: 4.6 Ein­er Analo­gie zugänglich sind ohne weit­eres die Bes­tim­mungen betr­e­f­fend die Revi­sion­sstelle und die Aufsicht…

ZGB-Teilrevision: Papierloser Schuldbrief ab 1.1.2012

Mit der Ein­führung des papier­losen Schuld­briefs und der Mod­ernisierung des Grund­buchs wird das Immo­bil­iarsachen- und Grund­buchrecht den wirtschaftlichen Bedürfnis­sen angepasst. Der Bun­desrat hat heute die entsprechende Teil­re­vi­sion des Zivilge­set­zbuch­es (ZGB) sowie die zuge­höri­gen Aus­führungs­bes­tim­mungen auf den 1. Jan­u­ar 2012 in Kraft geset­zt. Der sog. Reg­is­ter-Schuld­brief entste­ht mit der Ein­tra­gung im Grund­buch, ohne dass ein Wert­pa­pi­er aus­gestellt wer­den muss; seine Übertragung…

4A_261/2011: Lohngleichheit zwischen Frau und Mann

Mit Entscheid 4A_261/2011 vom 24. August 2011 hielt das Bun­des­gericht an sein­er Recht­sprechung fest, dass ungle­iche Löhne bei gle­ichar­tiger Arbeit durch objek­tive Kri­te­rien gerecht­fer­tigt sein müssen. A. und X. waren bei­de im Ver­wal­tungs­bere­ich der Y. SA angestellt. X. arbeit­ete teilzeit­ig zu 90 Prozent und A. war vol­lzeit­ig tätig. X. erhob beim Arbeits­gericht Klage wegen ein­er geschlechts­be­d­ingten Lohndiskri­m­inierung, da sie hochgerechnet…

Stellungnahme des Presserats Nr. 43/2010: Veröffentlichung von im Internet zugänglich gemachten Informationen

…anderen über­wiegen­den öffentlichen Inter­ess­es. Zusam­men­fassend hält der Presser­at Fol­gen­des fest:  “1. Infor­ma­tio­nen und Doku­mente, die für jed­er­mann zugänglich veröf­fentlicht wer­den, sei es in sozialen Net­zw­erken wie Face­book, auf per­sön­lichen Web­sites oder Blogs usw., sind der öffentlichen Sphäre zuzurech­nen. Je nach Inhalt ein­er Infor­ma­tion kann diese aber trotz­dem ihren pri­vat­en Charak­ter behal­ten. Deshalb darf sie von anderen Medi­en nicht ohne Weit­eres weiterverbreitet…