4A_443/2017: Anforderungen an die Substanziierung im Zivilprozess

…die Beilage in der Rechtss­chrift der­art konkretisiert und erläutert wird […], dass die Infor­ma­tio­nen ohne weit­eres zugänglich wer­den und nicht inter­pretiert und zusam­menge­sucht wer­den müssen […]. […] 4.1. Bestre­itun­gen sind so konkret zu hal­ten, dass sich bes­tim­men lässt, welche einzel­nen Behaup­tun­gen des Klägers damit bestrit­ten wer­den; die Bestre­itung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die Gegen­partei weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung…

WAK‑N befürwortet Revision des Kartellgesetzes, relative Marktmacht

…Voraus­set­zun­gen für unzuläs­sig erk­lärt. Dies auch ohne Vor­liegen ein­er mark­t­be­herrschen­den Stel­lung (siehe hier). Die WAK‑N schlägt im Sinne ein­er Kom­pro­miss­lö­sung allerd­ings neu vor, anstelle des Art. 7a KG die rel­a­tive Mark­t­macht aus­drück­lich im Gesetz zu ver­ankern. Insti­tu­tio­nen: Die WAK‑N spricht sich mit Bezug auf die insti­tu­tionelle Reform mit knap­per Mehrheit (13 zu 12 Stim­men) für eine aus 7 unab­hängi­gen Sachver­ständi­gen beste­hende Wettbewerbskommission…

4A_45/2012: Verwechslungsgefahr zwischen “Keytrade AG” und “Keytrade Bank SA, Bruxelles, succursale de Genève” und Wiederholungsgefahr bejaht

…eine Sach­beze­ich­nung (“Bank”). Daher begründe die  Ver­wen­dung dieses prä­gen­den Bestandteils durch die Zweignieder­las­sung der Key­trade Bank indiziere eine klare Ver­wech­slungs­ge­fahr. Das BGer bestätigt dies: Schutzbere­ich: “trade” ist zwar Sach­beze­ich­nung, die hier als Hin­weis auf den Tätigkeits­bere­ich ver­standen wer­den kon­nte, und das Wort “key” komme oft in Kom­bi­na­tion mit einem Sub­stan­tiv vor. Trotz­dem ist “Key­trade” ins­ge­samt ohne klare Bedeu­tung, so dass…

EGMR-Urteil iS Stoll: Meinungsäusserungsfreiheit nicht verletzt

…ist über den konkreten Fall hin­aus bedeut­sam. Es enthält Antworten auf die Frage, in welchem Mass die Mit­glied­staat­en der Europäis­chen Men­schen­recht­skon­ven­tion (EMRK) die Ver­traulichkeit des diplo­ma­tis­chen Verkehrs auch mit strafrechtlichen Mit­teln schützen kön­nen, ohne dadurch die Mei­n­ungs­frei­heit zu ver­let­zen. In diesem Sinn wird das Urteil auch den Entscheid bee­in­flussen, ob Artikel 293 des Strafge­set­zbuch­es (Veröf­fentlichung amtlich­er geheimer Ver­hand­lun­gen) durch eine…

6B_844/2010: “Schwarzfahren” (amtl. Publ.)

…Art. 57 Abs. 1 lit. a PBG normiert, dass der­jenige zu bestrafen ist, der ohne gülti­gen Fahrausweis ein Fahrzeug auf ein­er Strecke benützt, auf der sie oder er den Fahrausweis selb­st hätte entwerten müssen. Im vor­liegen­den Fall war die Schwarz­fahrerin aber nicht auf ein­er Strecke unter­wegs, auf der sie “den Fahrausweis selb­st hätte entwerten müssen”. Die Bil­lets für die betreffende…

4A_357/2016: Parteiwechsel bei einfacher Gesellschaft; Abgrenzung zur ungenauen Parteibezeichnung (amtl. Publ.)

…Für das Bun­des­gericht lag deshalb nicht bloss eine unge­naue Parteibeze­ich­nung vor, die der Richter von Amtes wegen hätte berichti­gen kön­nen. Und da der Stre­it­ge­gen­stand nicht veräussert wor­den war, hing die Zuläs­sigkeit des Partei­wech­sels gemäss Art. 83 Abs. 4 ZPO von der Zus­tim­mung der Gegen­partei ab. Ohne Zus­tim­mungserk­lärung der Gegen­partei musste die Klage wegen fehlen­der Aktivle­git­i­ma­tion abgewiesen wer­den (zum Ganzen E. 4).…

1C_414/2014: Altlastenrechtliche Massnahmen, die durch ein Bauvorhaben auf einem nicht sanierungsbedürftigen Standort ausgelöst werden, müssen vom Bund nicht abgegolten werden

…eines geeigneten Schutzsys­tems zur Gasab­saugung und zur Abluft-Reini­gung ange­ord­net. Für die Kosten dieses Schutzsys­tems stellte der Kan­ton Aar­gau im Dezem­ber 2012 beim BAFU (Bun­de­samt für Umwelt) ein VASA-Abgel­tungs­ge­such, das abgelehnt wurde. Das BAFU führte zur Begrün­dung aus, dass der Stan­dort nicht sanierungs­bedürftig sei, da die erwäh­n­ten Schad­stof­fe­mis­sio­nen ohne die Errich­tung der geplanten Kühlhalle nicht an einen Ort gelan­gen kön­nten, an…

Vernehmlassung Teilrevision des OR: Verstärkung des Kündigungsschutzes

Die Vernehm­las­sung zu ein­er Teil­re­vi­sion des OR in Bezug auf de Kündi­gungss­chutz dauert bis am 14. Jan­u­ar 2011. Der Voren­twurf will den Kündi­gungss­chutz dadurch ver­stärken, dass die max­i­male Entschädi­gung im Fall ein­er miss­bräuch­lichen oder ungerecht­fer­ti­gen Kündi­gung auf zwölf Monat­slöhne erhöht wird. Zudem sollen neu auch Kündi­gun­gen aus wirtschaftlichen Grün­den miss­bräuch­lich sein, wenn davon ein gewählter Arbeit­nehmervertreter betrof­fen ist.…

1B_442/2011: Beschwerderecht der StA bei Nichtanordnung der Untersuchungshaft (amtl. Publ.)

…zu belassen und die Beschw­erde verzugs­los der Beschw­erde­in­stanz zu über­mit­teln (E. 3.3). Nach dem Ein­gang der Beschw­erde erlässt die Beschw­erde­in­stanz die erforder­lichen Anord­nun­gen im Sinne von Art. 388 StPO. Solche Anord­nun­gen müssen aus Grün­den der Dringlichkeit meist ohne Anhörung der betrof­fe­nen Per­son als super­pro­vi­sorische Ver­fü­gung erge­hen, sind aber anschliessend nach Gewährung des rechtlichen Gehörs zu bestäti­gen oder zu ändern. Eine…

1B_195/2009: Vorzeitiger Strafantritt nur bei lückenlosem Geständnis?

…kön­nen. Zwar wäre eine Überwachung von Besuchen (ohne Wis­sen der Beteiligten) im ordentlichen Strafvol­lzug in der Regel nicht zuläs­sig (Art. 84 Abs. 2 Satz 2 StGB). Zur Sich­er­stel­lung ein­er Strafver­fol­gung behält das Gesetz jedoch „straf­prozes­suale Mass­nah­men“ aus­drück­lich vor (Art. 84 Abs. 2 Satz 3 StGB). Bei Berück­sich­ti­gung sämtlich­er Umstände erscheint die Ver­weigerung des vorzeit­i­gen Strafantrittes im vor­liegen­den konkreten Fall unverhältnismässig.…