4A_525/2021: materielle Rechtskraft eine Forderungsverfahrens (amtl. Publ.)

…Frage dieser Präk­lu­sion­swirkung des Ersturteils erin­nerte das Bun­des­gericht daran, dass einzig das Dis­pos­i­tiv des Ersturteils in Rechtskraft erwachse, nicht aber Fest­stel­lun­gen zu präjudiziellen Rechtsver­hält­nis­sen und zu son­sti­gen Neben- und Vor­fra­gen sowie weit­ere Rechtsfol­gen, die sich aus dem Inhalt des Ersturteils mit logis­ch­er Notwendigkeit ergeben mögen. Nicht alles, wom­it sich das Gericht im Erst­prozess beschäftigt habe (oder hätte beschäfti­gen sollen), werde…

5a_313/2010: Verrechnung mit einer bestrittenen Gegenforderung wirkt trotz OR 120 II erst bei gerichtlicher Bestätigung der Gegenforderung; solche Verrechnung daher keine taugliche Einwendung gegen def. Rechtsöffnung (amtl. Publ.)

…120 CO; TERCIER, ibi­dem).” Ein Gericht könne im Ver­fahren der defin­i­tiv­en Rechtsöff­nung die Berech­ti­gung der Ein­wände gegen die Ver­rech­nungs­forderung indes nicht prüfen, und im Gegen­satz zur pro­vi­sorischen Rechtsöff­nung reiche auch die Glaub­haft­machung der Ver­rech­nungs­forderung nicht (SchKG 81 I: Urkun­den­be­weis). OR 120 II taugt daher nicht als Grund­lage ein­er Ver­rech­nung mit ein­er bestrit­te­nen Gegen­forderung als Abwehrmit­tel im Rah­men der defin­i­tiv­en Rechtsöff­nung.…

2C_196/2017: subjektiver Geltungsbereich des öffentlichen Beschaffungsrechts; Begriff “Einrichtung des öffentlichen Rechts” (amtl. Publ.)

GZO AG als Spi­tal in der Rechtsform ein­er Aktienge­sellschaft, das einen Leis­tungsauf­trag des Kan­tons Zürich im akut­sta­tionären Bere­ich erfüllt und dessen Aktionar­i­at sich aus ver­schiede­nen Gemein­den zusam­menset­zt, dem öffentlichen Beschaf­fungsrecht unter­ste­ht. Strit­tig war, ob die GZO AG als Ein­rich­tung des öffentlichen Rechts im Sinne von Art. 8 Abs. 1 lit. a der IVöB gilt. Das Bun­des­gericht erin­nerte zunächst daran, dass die…

4A_122/2010: Anspruch auf Gratifikation — Lohnausweis ist keine Schuldanerkennung; Leistungsverweigerungsrecht (Art. 82 OR analog) bei Gratifikationen (amtl. Publ.)

…wie viel der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­nehmer schuldet. (Erw. 2.1) Als­dann stellte sich die Frage, ob Zahlungsverzug bzgl. der vere­in­barten Grat­i­fika­tion dem Arbeit­nehmer ein Leis­tungsver­weigerungsrecht eröffnete (Art. 82 OR ana­log). Das Bun­des­gericht verneinte dies: „Das Leis­tungspaar, welch­es die analoge Anwen­dung von Art. 82 OR rechtfer­tigt, bildet beim Arbeitsver­hält­nis das dauer­hafte Aus­tauschver­hält­nis zwis­chen der Arbeit­sleis­tung ein­er­seits und dem Lohn zuzüglich Spe­sen andererseits.…

Bericht des Bundesrats zu Social Media: geltendes Recht genügt, trotz Unsicherheiten; relevante laufende Revisionsarbeiten und weiteres Vorgehen

…beste­hende Rechtsansprüche wirkungsvoller wahrnehmen kann. Darüber hin­aus bleibt in manchen Bere­ichen eine gewisse Unsicher­heit, ob die Anwen­dung der all­ge­meinen Vorschriften auf die neuen Rechtsfra­gen in einem vor Gericht aus­ge­tra­ge­nen Kon­flikt tat­säch­lich zu prak­tisch befriedi­gen­den Ergeb­nis­sen führen wird. Diese Unsicher­heit hat nicht zulet­zt damit zu tun, dass die prak­tis­che Durch­set­zung beste­hen­der Rechtsansprüche im inter­na­tionalen Umfeld sozialer Plat­tfor­men prekär sein kann. Abschliessend empfiehlt…

5A_473/2014: Das Eherecht enthält keine Bestimmungen, wonach auf Forderungen zwischen Ehegatten keine Zinspflicht besteht (amtl. Publ.)

…Abs. 1 OR ein Schaden­szins von 5% ab Schaden­sein­tritt geschuldet (E. 4.). Da die Parteien im Zeit­punkt der Entste­hung des Rück­griff­s­rechts ver­heiratet waren, prüfte das Bun­des­gericht vor­ab, ob es im Eherecht Spezialbes­tim­mungen gibt, welche die Bes­tim­mungen des Oblig­a­tio­nen­rechts betr­e­f­fend Zin­sen zwis­chen Eheleuten “auss­er Kraft set­zen” (E. 5.1.). Das Bun­des­gericht wies vor­ab darauf hin, dass das ehe­liche Güterrecht keinen Ein­fluss auf die…

8C_864/2013: Die Frage der Rechtshängigkeit im Verwaltungsverfahren hängt nicht einzig vom Verhalten der rechtssuchenden Person ab (amtl. Publ.)

…Beschw­erde in öffentlich-rechtlichen Angele­gen­heit­en, dringt mit seinen Anliegen beim BGer aber nicht durch. Zunächst nimmt das BGer eine Abgren­zung zwis­chen zivil­rechtlichen Ver­fahren und Ver­wal­tungsver­fahren vor. Anders als im Ziv­ilrecht, das durch die Dis­po­si­tion­s­maxime bes­timmt sei, könne ein Ver­fahren des öffentlichen Rechts auch von Amtes wegen ein­geleit­et wer­den. Die Frage der Rechtshängigkeit könne deshalb nicht einzig vom Ver­hal­ten der rechtssuchen­den Per­son abhängen.…

4A_128/2013: Anforderungen an den rechtserhaltenden Markengebrauch — “M‑WATCH” (amtl. Publ.)

Seit 1983 und bis 2010 hat­te der MGB unter der Beze­ich­nung M‑WATCH von Mondaine hergestellte Uhren ver­trieben. Seit der Beendi­gung der Zusam­me­nar­beit ist das bessere Recht am Kennze­ichen M‑WATCH bzw. M WATCH zwis­chen den Parteien strit­tig. Im vor­liegen­den Urteil hat­te das BGer in erster Lin­ie Fra­gen um rechtser­hal­tenden Markenge­brauch zu beurteilen. Dabei gilt es zunächst um den Gebrauch der Marke…

5A_423/2011: Anerkennungsübereinkommen CH/It; Einwand der Rechtshängigkeit: Kernpunkttheorie (amtl. Publ.)

…regelt zwar an sich nur die Anerken­nung. Sein Art. 8 bet­rifft jedoch den Ein­wand der Litispendenz, der hier rel­e­vant war.  Dabei bet­rifft der Ein­wand der Litispendenz nicht eine Frage der örtlichen Zuständigkeit, son­dern den Nichtein­tretens­grund der früheren ander­weit­i­gen Rechtshängigkeit. Infolgedessen kann das Zweit­gericht den Ein­wand der früheren aus­ländis­chen Rechtshängigkeit nicht dadurch entkräften, dass es die örtliche Zuständigkeit des Erst­gerichts bestre­it­et (hier…

4A_612/2020: Voraussetzung der Ausschöpfung der nützlichen Rechtsmittel gilt auch für internationale Schiedsverfahren (amtl. Publ.)

…gle­ich­er Rechtsnatur wie die zuvor von der ADHP getrof­fe­nen, mithin kein Rechtsprechungsakt, son­dern ein Ver­wal­tungsakt des Ver­ban­des. Dieser könne nicht direkt vor Bun­des­gericht ange­focht­en wer­den, son­dern müsse, sofern schweiz­erisches Recht anwend­bar sei, gestützt auf Art. 75 ZGB entwed­er vor einem staatlichen Gericht oder einem vom Ver­band unab­hängi­gen Schieds­gericht gebracht wer­den. Vor­liegend könne der Entscheid vor der CAS AAD ange­focht­en werden,…