4A_106/2009: UWG 2–8 lois d’application immédiate, wenn der Bund klagt (amtl. Publ.)

…Klage erhebt”, und daher auch dann anwen­det, wenn anson­sten aus­ländis­ches Recht gilt.  “Wie in der vorste­hen­den Erwä­gung 6.6.2.2 dargelegt wurde, dachte der Geset­zge­ber bei der Ein­führung des Bun­desklagerechts für die anvisierten Sachver­halte nicht daran, dass allen­falls auch aus­ländis­ches Wet­tbe­werbsrecht anwend­bar sein kön­nte, son­dern ging als selb­stver­ständlich von der Anwend­barkeit von schweiz­erischem Recht aus. Das Bun­desklagerecht würde denn auch wesentlich erschw­ert, mithin…

1B_236/2011: Aktivlegitimation im Rechtsmittelverfahren; überspitzter Formalismus (amtl. Publ.)

…2.2 Über­spitzter For­mal­is­mus als beson­dere Form der Rechtsver­weigerung ist gegeben, wenn für ein Ver­fahren rig­orose For­mvorschriften aufgestellt wer­den, ohne dass die Strenge sach­lich gerecht­fer­tigt wäre, wenn die Behörde formelle Vorschriften mit über­trieben­er Schärfe hand­habt oder an Rechtsschriften überspan­nte Anforderun­gen stellt und damit dem Bürg­er den Rechtsweg in unzuläs­siger Weise versper­rt (BGE 135 I 6 E. 2.1 S. 9 mit Hinweisen).…

4A_166/2021: Mittellosigkeit einer Partei im Schiedsverfahren / Prozesskostenhilfe in der Sportschiedsgerichtsbarkeit (amtl. Publ.)

…den Gehör­sanspruch ver­let­zt habe (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG).   Der Kri­tik an der eingeschränk­ten Wahlmöglichkeit des Pro bono ‑Rechtsvertreters und dessen Entschädi­gung hielt das Bun­des­gericht ent­ge­gen, dass der Beschw­erde­führer nicht aufgezeigt habe, inwiefern sich aus dem Anspruch auf rechtlich­es Gehör oder dem Gle­ich­be­hand­lungs­ge­bot ein Anspruch auf freie Wahl eines Rechtsvertreters bzw. dessen Entschädi­gung ergeben würde. Die von ihm bean­stande­ten fehlenden…

4A_166/2021: Mittellosigkeit im Schiedsverfahren / Prozesskostenhilfe in der Sportschiedsgerichtsbarkeit (amtl. Publ.)

…gewe­sen, was den Grund­satz der Gle­ich­be­hand­lung der Parteien und den Gehör­sanspruch ver­let­zt habe (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG). Der Kri­tik an der eingeschränk­ten Wahlmöglichkeit des Pro bono ‑Rechtsvertreters und dessen Entschädi­gung hielt das Bun­des­gericht ent­ge­gen, dass der Beschw­erde­führer nicht aufgezeigt habe, inwiefern sich aus dem Anspruch auf rechtlich­es Gehör oder dem Gle­ich­be­hand­lungs­ge­bot ein Anspruch auf freie Wahl eines Rechtsvertreters bzw. dessen…

4A_355/2013: Schutz des Vertrauens in fehlerhafte Rechtsbelehrung; “grobe prozessuale Unsorgfalt”; schwierige Abgrenzung zw. ZPO 319 I lit. a und lit. b

…Belehrung erken­nen, kann sie sich nicht auf den Schutz berufen. Allerd­ings kann nach der Rechtsprechung nur “eine grobe prozes­suale Unsorgfalt” der betrof­fe­nen Partei oder ihres Anwalts eine unrichtige Rechtsmit­tel­belehrung aufwiegen. Dabei gilt: Die grobe Unsorgfalt ist nach den Umstän­den und den Rechtsken­nt­nis­sen der Partei zu beurteilen.  Bei Anwäl­ten gilt ein stren­ger­er Massstab; sie haben eine “Grobkon­trolle” der Belehrung durch Kon­sul­tierung der…

4A_443/2017: Anforderungen an die Substanziierung im Zivilprozess

…nicht, dass es nicht aus­nahm­sweise zuläs­sig sein kann, seinen Sub­stanzi­ierung­sobliegen­heit­en durch Ver­weis auf eine Beilage nachzukom­men. Wer­den Tat­sachen in ihren wesentlichen Zügen oder Umris­sen in ein­er Rechtsschrift behauptet […] und wird für Einzel­heit­en auf eine Beilage ver­wiesen, ist vielmehr zu prüfen, ob die Gegen­partei und das Gericht damit die notwendi­gen Infor­ma­tio­nen in ein­er Art erhal­ten, die eine Über­nahme in die Rechtsschrift…

6B_776/2010: lex mitior und Verjährung

Das rev­i­dierte Ver­jährungsrecht ist Gegen­stand des bun­des­gerichtlichen Urteils vom 25. Jan­u­ar 2011 (6B_776/2010). Die Vorin­stanz hat­te bei ein­er Verurteilung wegen gewerb­smäs­si­gen Wuch­ers gemäss Art. 157 Ziff. 2 StGB das alte Ver­jährungsrecht angewen­det. Die dage­gen ein­gelegte Beschw­erde wurde gut­ge­heis­sen, weil das neue Ver­jährungsrecht in diesem Fall milder war. Denn der Grund­satz der “lex mitior” (Art. 2 Abs. 2 StGB) ist auch…

5A_176/2023: Abänderung des Kindesunterhalts wegen Mehreinkommens des betreuenden Elternteils (amtl. Publ.)

…betreuen­den Mut­ter unter anderem, dass der im Schei­dung­surteil fest­ge­set­zte Betreu­ung­sun­ter­halt her­abzuset­zen sei. Das Oberg­ericht Zürich wies den Antrag ab. Es erwog, ein erhöht­es Einkom­men des haupt­be­treuen­den Eltern­teils solle nach der bun­des­gerichtlichen Rechtsprechung dem Kind zugutekom­men, sofern der unter­halt­spflichtige Eltern­teil nicht über­mäs­sig schw­er belastet sei. Diese Rechtsprechung sei zwar zum alten Recht ergan­gen, habe jedoch auch nach Ein­führung des Betreu­ung­sun­ter­halts uneingeschränkt…

5A_46/2018: provisorische Rechtsöffnung (Art. 82 SchKG) / Aktivlegitimation von Erben

…dass die Erbenge­mein­schaft eine Gemein­schaft zur gesamten Hand ist; als solche bilde sie eine Rechtsge­mein­schaft ohne Rechtsper­sön­lichkeit, die man­gels Rechtsfähigkeit nicht Trägerin von Rechten und Pflicht­en sein könne. Sie sei zivil­rechtlich nicht hand­lungs­fähig und prozess­rechtlich wed­er partei- noch prozess­fähig; Ver­fahrenspartei sei damit nicht die Erbenge­mein­schaft als solche, son­dern ihre Mit­glieder, die als Beteiligte ein­er Gesamthand­schaft als notwendi­ge Stre­itgenossen han­deln. Für…

1B_57/2014: Keine Privatklägerschaft im Strafverfahren für eine Gesellschaft nach Fusion mit der Geschädigten (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht beschäftigte sich jüngst mit der „weit­ge­hend ungelösten Frage“, ob und inwieweit bei ein­er Fusion die straf­prozes­sualen Parteirechte der über­tra­gen­den Gesellschaft per Rechtsnach­folge (Art. 121 StPO) auf die übernehmende Gesellschaft überge­hen. Zum Sachver­halt: Im Ver­lauf eines Strafver­fahrens, in dem sich die geschädigte A. AG rechtswirk­sam als Pri­vatk­lägerin kon­sti­tu­iert hat­te, kam es zu ein­er Absorp­tions­fu­sion mit der Beschw­erde­führerin, der E.…