5A_384/2024: Überschussanteil des Kindes unverheirateter Eltern bei alternierender Obhut (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Urteil 5A_384/2024 vom 10. Sep­tem­ber 2025 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Berech­nung des Über­schus­san­teils von Kindern unver­heirateter Eltern bei alternieren­der Obhut. Es kommt zum Schluss, dass sich der Über­schus­san­teil dies­falls gle­ich berech­net wie bei Kindern von ver­heirateten Eltern. Zusam­men­fas­sung Die Parteien des vor­liegen­den Ver­fahrens sind die unver­heirateten Eltern zweier Kinder, welche sie hälftig alternierend betreuen. Vor…

5A_203/2016: prov. Rechtsöffnung und Art. 169 ZGB / Verschuldungsgrenze bei Immobilien (amtl. Publ.; frz.)

Im vor­liegen­den Urteil hat­te das Bun­des­gericht zu entschei­den, inwiefern die fehlende Zus­tim­mung des Ehe­gat­ten zu einem Grundp­fand in Bezug auf die Fam­i­lien­woh­nung die Nichtigkeit des Ver­trages her­beiführt. Dem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Das Ehep­aar A. erhielt vom Betrei­bungsamt einen Zahlungs­be­fehl auf Grundp­fand­ver­w­er­tung. Nach dem Rechtsvorschlag bei­der Ehe­gat­ten ver­langte und erhielt die Gläu­bigerin C. SA pro­vi­sorische Recht­söff­nung. Hierge­gen wiederum erhoben…

4A_475/2013: UWG 8: keine Rückwirkung auf vor dem 1.7.12 eingetretene Vertragsverlängerungen (amtl. Publ.)

…8 und ander­er­seits gegen die Ungewöhn­lichkeit­sregel ver­stosse. Das KGer BS hat­te dage­gen erstens die “rück­wirk­ende Anwen­dung” von UWG 8 ver­wor­fen und Zif­fer 5 als nicht ungewöhn­lich beurteilt. Das BGer tritt auf die Beschw­erde ein, weil die dadurch aufge­wor­fene Frage der “Rück­wirkung” grund­sät­zliche Bedeu­tung habe. Das BGer beant­wortet lässt die in der Lehre umstrit­tene Frage der “Rück­wirkung” dann aber nicht in allgemeiner…

SWITCH darf im Retailbereich aus aufsichtsrechtlicher Sicht für switchplus werben; vorbehalten bleibt das Wettbewerbsrecht (amtl. Publ.)

…ver­boten, u.a. auf ihrer Web­site für switch­plus zu wer­ben und switch­plus zu besseren Kon­di­tio­nen als der Konkur­renz anzu­bi­eten. In diesen Punk­ten wies das BVGer die Beschw­erde von SWITCH ab. Das BGer hebt das Urteil des BVGer dage­gen auf.  Zwar ist SWITCH, die eine öffentliche Auf­gabe ausübt, an die Grun­drechte gebun­den, also auch die Gle­ich­be­hand­lung von Konkur­renten. Das ist unstrit­tig. SWITCH

1B_603/2011: Verweigerung der Akteneinsicht; Verletzung des rechtlichen Gehörs (amtl. Publ.)

…sowie angesichts des bish­er teil­weise unbot­mäs­si­gen Aktenum­gangs gelte daher bis zum Abschluss der Unter­suchung (Art. 318 StPO), dass die gerichtlichen Akten nicht ohne Zus­tim­mung des zuständi­gen Gerichts an Parteien oder Dritte her­aus­gegeben wer­den dür­fen. Das Bun­des­gericht hat den vorin­stan­zlichen Entscheid in dem – für die amtliche Samm­lung vorge­se­henen – Urteil 1B_603/2011 vom 3. Feb­ru­ar 2012 teil­weise aufge­hoben, soweit das Opfer…

1C_322/2010: Öffentlichkeitsprinzip auch betr. Einstellungsverfügungen nach StGB 53; schutzwürdiges Interesse bejaht (amtl. Publ.)

Nach der Ein­stel­lung des Strafver­fahrens gegen den ehe­ma­li­gen Armeechef Roland Nef im Okto­ber 2007 ver­langten ver­schiedene Medi­en Ein­sicht in die Ein­stel­lungsver­fü­gung. Die Staat­san­waltschaft hat­te das Ersuchen gut­ge­heis­sen, die Ober­staat­san­waltschaft ZH dage­gen auf Rekurs von Nef abgewiesen. Das Ver­wGer ZH hiess die Beschw­erde der Medi­en gut. Das BGer weist die Beschw­erde dage­gen ab. In BGE 134 I 286 hat­te das BGer das…

4A_271/2016, 4A_291/2016: Kostenverteilung bezüglich Streitverkündungsklage (amtl. Publ.)

Die A. AG wurde von der B. AG in Liq­ui­da­tion wegen ein­er behaupteten Revi­sion­shaf­tung gemäss Art. 755 Abs. 1 OR eingeklagt. Die A. AG erhob im Prozess Stre­itverkün­dungsklage gegen die C. AG, welche vor der A. AG Revi­sorin der in Konkurs gefal­l­enen B. AG in Liq­ui­da­tion war (Urteil 4_271/2016,4A_291/2016 vom 16. Jan­u­ar 2017). Das Han­dels­gericht Zürich wies die Haup­tk­lage man­gels genügender…

9C_327/2015: Dividenden als beitragsrechtlich massgebendes AHV-Einkommen (amtl. Publ.)

B. war Gesellschafter und Geschäfts­führer mit Einzelun­ter­schrifts­berech­ti­gung der A. GmbH und deren einziger Arbeit­nehmer. In den Jahren 2009 bis 2012 bezog B. Jahres­löhne von CHF 106’800 (2009), CHF 110’000 (2010 und 2011) sowie CHF 20’880 (2012, 20 %-Pen­sum). Im gle­ichen Zeitraum schüt­tete die Gesellschaft Brut­to­div­i­den­den von je CHF 100’000 bzw. CHF 60’000 (2012) aus. Die Revi­sion­sstelle der Aus­gle­ich­skasse führte eine…

9C_1033/2012: Anrechnung eines fiktiven Erwerbs- oder Ersatzeinkommens bei der Bemessung der Invalidenrente der beruflichen Vorsorge (amtl. Publ.)

…der Arbeit­nehmer bis zum Schluss ein­er Rester­werb­stätigkeit nachgekom­men war. Die Arbeit­ge­berin ver­wies auf das Per­son­al­hand­buch, wonach das Arbeitsver­hält­nis mit dem Erhalt ein­er ganzen IV-Rente beendigt wurde (BGer. 9C_1033/2012 vom 8. Novem­ber 2013, E. 4.2). Die Pen­sion­skasse anerkan­nte im Grund­satz den Anspruch des Fein­mechanikers auf eine Invali­den­rente der beru­flichen Vor­sorge, ver­weigerte jedoch die Auszahlung. Als Begrün­dung führte sie aus, die Rente…

4A_296/2015: Richterliche Einberufung einer Generalversammlung (amtl. Publ.)

Gegen­stand dieses Urteils bildete das Gesuch eines Aktionärs, gerichtlich eine ordentliche Gen­er­alver­samm­lung mit bes­timmten Trak­tanden und Beschlus­santrä­gen einzu­berufen. Der Aktionär hielt 50 % der Aktien dieser Gesellschaft, welche mit einem Aktienkap­i­tal von CHF 100’000 aus­ges­tat­tet war. Die Vorin­stanz hiess das Gesuch gut. Die Gesellschaft machte vor Bun­des­gericht zunächst gel­tend, die Vorin­stanz habe Art. 699 Abs. 3 Satz 2 OR verletzt,…