2C_882/2014: MWSt auf den Billag-Empfangsgebühren zu Unrecht erhoben | Senkung des Jahresbetrages per 1. Mai 2015

…MWStV; SR 640.201) darf die Bil­lag deshalb per Urteils­da­tum keine 2,5% MWSt (rund 11 Franken pro Jahr und Haushalt) mehr auf den Emp­fangs­ge­bühren erheben. Bei rund 3 Mio. zahlungspflichti­gen Haushal­ten und Unternehmen bewirkt dieses Urteil beim Bund jährliche Min­dere­in­nah­men von geschätzt rund 30 Mio. Franken (ein­genommene Gebühren für 2014 gem. BAKOM: 1.321 Mrd ohne MWSt) . Das Bun­des­gericht hat­te die…

6B_132/2009: Ungetreue Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung, Betrug u.a.; Konfrontationseinvernahme

und 230 Ziff. 2 des Bern­er Geset­zes über das Strafver­fahren vom 15. März 1995 (StrV): „Das Bern­er Sys­tem, zunächst ein (geheimes) polizeilich­es Ermit­tlungsver­fahren durchzuführen und dann, gestützt auf dessen Ergeb­nisse, eine (parteiöf­fentliche) Strafver­fol­gung zu eröff­nen oder nicht, ist nicht grund­sät­zlich zu bean­standen. Es hat den Vorteil, dass der Unter­suchungsrichter Angeschuldigte, Auskun­ftsper­so­n­en und Zeu­gen geziel­ter befra­gen und ihnen die bere­its erhobenen…

5A_208/2019: Die Voraussetzungen einer Ungültigkeitsklage und eines Irrtums beurteilen sich nach dem Erbstatut

…gegen den erstin­stan­zlichen Entscheid erhobene Beru­fung erk­lärte das Oberg­ericht für begrün­det und wies die Klage, soweit sie B. und C. betraf, ab. Im Wesentlichen führte es aus, dass sich aus der Andeu­tungsregel und dem Zweck von Art. 469 ZGB ergebe, dass der vom Ungültigkeit­skläger behauptete wirk­liche Wille des Erblassers in der Ver­fü­gung von Todes wegen min­destens andeu­tungsweise zum Aus­druck kommen…

B‑420/2008: Verfügung der Weko iS Strassenbeläge Tessin bestätigt (Submissionskartell; KG 5 III a und c) (amtl Publ)

…nach Art. 50 KG im Zuwider­hand­lungs­fall, zu ver­bi­eten.” Das BVer­wGer prüft die Konkretisierung des Wet­tbe­werb­s­be­griffs und ander­er offen­er Begriffe des KG durch die Weko (welche die Auf­gabe hat, das KG zu konkretisieren und die Wet­tbe­werb­spoli­tik zu for­mulieren) nur mit Zurück­hal­tung (vgl. auch BGE 135 II 60 E. 3.2.3 und das Urteil 2050/2007 des BVer­wGer, E. 5.6, S. 82, zur EMRK-Konformität…

4A_310/2016: Subjektive und objektive Tragweite einer Schiedsvereinbarung

…abgeän­dert, während die übri­gen Bes­tim­mungen unverän­dert gel­ten soll­ten. Auf dem Pro­tokoll waren neben den Unter­schriften von C. und E. die bei­den Fir­men­stem­pel der A. A.S. und der B. Co. Ltd. ange­bracht.  Die A. A.S. leit­ete im Jan­u­ar 2015 ein Schiedsver­fahren nach den Bes­tim­mungen der Inter­na­tionalen Han­del­skam­mer (ICC) gegen E. und B. Co. Ltd. ein. Die A. A.S. stützte sich dabei…

5A_428/2022: Arrest und Exequatur i.Z.m. einem LugÜ-Entscheid (amtl. Publ. FR)

…muss, wenn der Arrest­gläu­biger im Arrest­ge­such aufzeigt, dass der LugÜ-Entscheid voll­streck­bar ist und der Entscheid und das For­mu­lar gemäss Art. 53 Abs. 2 und Art. 54 LugÜ mit dem Arrest­ge­such ein­gere­icht wur­den. Die Dis­po­si­tion­s­maxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO) muss gemäss Bun­des­gericht in diesem Fall in einem weit­eren Sinne ver­standen wer­den. Diesem Entscheid lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Mit Arrest­ge­such vom 12. Novem­ber 2021…

6B_1076/2009: Beschleunigungsgebot; Anklagegrundsatz und rechtliches Gehör

In einem Ver­fahren u.a. wegen gewerb­smäs­si­gen Betruges (Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB) und der gewerb­smäs­si­gen Geld­wäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. c StGB) hat­te das Bun­des­gericht auch über die Rügen, es seien das Beschle­u­ni­gungs­ge­bot sei ver­let­zt sowie der Anklage­grund­satz und der Anspruch auf rechtlich­es Gehör ver­let­zt wor­den, zu entschei­den. Es hat die Beschw­erde teil­weise gut­ge­heis­sen und

4A_544/2021: Anfechtung der Verteilung der Gerichts- und Parteikosten im Schiedsverfahren

…die Frage, ob und in welch­er Höhe Parteikosten zuzus­prechen seien, grössten­teils der Beurteilung des Bun­des­gerichts ent­zo­gen seien. Denn die Verteilung der Gerichts- und Parteikosten sei kein Beschw­erde­grund gemäss der abschliessenden Aufzäh­lung in Art. 393 ZPO. Art. 393 lit. e ZPO (wonach ein Schiedsspruch ange­focht­en wer­den könne, wenn er im Ergeb­nis willkür­lich sei, weil er auf offen­sichtlich akten­widri­gen tat­säch­lichen Fest­stel­lun­gen oder auf…

145 III 495: Ausdehnung der Pfandhaft auf Miet- und Pachtzinsforderungen; Wirkun-gen eines Verzichts darauf im Betreibungsbegehren (frz.)

und Pachtzinse vom Betrei­bungsamt einge­zo­gen wür­den. Der Schuld­ner wehrte sich in der Folge mit ein­er Aberken­nungsklage. Daraufhin wies das Betrei­bungsamt das Ver­w­er­tungs­begehren zurück und teilte dem Schuld­ner mit, dass auch der vor­ange­hende Entscheid über die Leis­tung der Miet- und Pachtzinse pro­vi­sorisch aufge­hoben sei (Sachver­halt, Bst. A.). Die Gläu­bigerin stellte daraufhin ein Begehren um Aus­dehnung des Pfan­drechts auf Miet- und Pachtzinse bis…

4A_633/2014 (amtl. Publ.): Keine Bindung eines Schiedsgerichts an die tatsächlichen Feststellungen und die rechtlichen Erwägungen eines anderen Schiedsgerichts, das eine andere Forderung zu beurteilen hatte

…Inter­na­tionalen Han­del­skam­mer (ICC) gegen die Beschw­erde­führerin ein, in dem er unter anderem die Zahlung der Dif­ferenz zwis­chen dem jährlichen Grund­be­trag für die Jahre 2009 und 2010 und den für diese Jahre tat­säch­lich aus­bezahlten Beträ­gen ver­langte. Das ICC Schieds­gericht mit Sitz in Frank­furt a.M. wies die Klage hin­sichtlich des ange­blich zugesicherten jährlichen Grund­be­trags für die Jahre 2009 und 2010 mit Schiedsentscheid…