Bundesrat: Botschaft zur Vollgeld-Initiative

Der Bun­desrat hat die Botschaft zur Volksini­tia­tive “Für krisen­sicheres Geld: Geld­schöp­fung allein durch die Nation­al­bank! (Voll­geld-Ini­tia­tive)” ver­ab­schiedet. Eine Annahme der Ini­tia­tive würde gemäss Bun­desrat indes die Geld­poli­tik der Nation­al­bank erschw­eren und zu erhe­blichen Risiken für die Schweiz­er Wirtschaft führen. Der Bun­desrat emp­fiehlt darher, die Ini­tia­tive ohne Gegen­vorschlag abzulehnen. Für weit­erge­hende Infor­ma­tio­nen siehe Medienmitteilung. …

4A_16/2008: Gaunerlohn ist nicht zurückzugeben (Praxisänderung zu Art. 66 OR)

…in Art. 12 f. KG geregelt sind. Danach kann das Gericht u.a. anord­nen, dass Verträge ganz oder teil­weise ungültig sind (Art. 13 lit. a KG). Obschon das BGer auf die in der Lehre umstrit­tene Auf­fas­sung, ob ein Ver­stoss gegen Art. 5 ff. KG ohne weit­eres zur Nichtigkeit des Rechts­geschäfts führt oder ob es dazu ein­er gerichtlichen Anord­nung dieser Rechts­folge bedarf,…

BGE 149 III 345 (BGer 5A_961/2022 vom 11. Mai 2023): Kreis der Berechtigten am Liquidationsüberschuss einer Erbschaft

…habe. Da der Erblass­er den Nef­fen als Alleiner­ben einge­set­zt habe, unter Auss­chluss der nicht pflicht­teils­berechtigten geset­zlichen Erben, falle der gesamte Liq­ui­da­tion­süber­schuss dem Nef­fen zu. Vor­liegend wurde das Tes­ta­ment nicht ange­focht­en bzw. dessen Gültigkeit nicht in Frage gestellt, weshalb die geset­zlichen Erben gemäss BGer im Moment der Auss­chla­gung ohnehin keine gesicherten erbrechtlichen Ansprüche gehabt hät­ten (E. 5.4). Faz­it Zusam­men­fassend ist im…

6B_124/2016: Originäre Unternehmensverantwortlichkeit nach StGB 102 II; Erfordernis der Anlasstat (amtl. Publ.)

…diesem Bere­ich eine Delik­tsver­hin­derungspflicht […] In bei­den Fällen ist jedoch voraus­ge­set­zt, dass im Unternehmen in Ausübung geschäftlich­er Ver­rich­tung im Rah­men des Unternehmen­szwecks eine Straftat began­gen wurde. Dafür muss nachgewiesen wer­den, dass die objek­tiv­en und sub­jek­tiv­en Tatbe­standsmerk­male erfüllt sind. Ohne dies ent­fällt die Straf­barkeit des Unternehmens — andern­falls ergäbe sich eine reine Kausal­haf­tung, die der Geset­zge­ber aus­drück­lich nicht wollte.  Das gilt…

4A_42/2015: Genehmigung unautorisierter Optionsgeschäfte infolge Zustellungs- und Genehmigungsfiktion

…gel­ten lassen will, darf sich nicht mit ein­er ein­ma­li­gen tele­fonis­chen Rekla­ma­tion beim Kun­den­be­treuer beg­nü­gen, es bei einem mündlichen “Ver­bot” zukün­ftiger unau­torisiert­er Transak­tio­nen bewen­den lassen und die weit­ere Entwick­lung abwarten, um dann mehrere Monate später ausser­halb der Rüge­frist gemäss den AGB, wenn Ver­luste einge­treten sind, sämtliche ange­blich nicht autorisierten Transak­tio­nen zu bean­standen. Soweit der Kunde die Transak­tio­nen durch sein Ver­hal­ten nicht ohnehin…

4A_338/2011: Beweis der Überstunden, hier durch Erfassung als transitorische Passiven in der Buchhaltung der Arbeitgeberin

…dass Über­stun­den geleis­tet wur­den, ohne dass deren Aus­mass genau bes­timmt wer­den kann, hat das Gericht den Umfang nach Art. 42 Abs. 2 OR zu schätzen; bei der ermessensweisen Schätzung han­delt es sich um Beweiswürdi­gung bzw. Sachver­halts­fest­stel­lung, welche der Über­prü­fung durch das Bun­des­gericht grund­sät­zlich ent­zo­gen ist (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 276 f. mit Hin­weisen). Die Beweiser­le­ichterung nach Art.…

6B_679/2009: Verwaltungsstrafrecht; Ruhen der Verjährung

…solange der Täter im Aus­land eine Frei­heitsstrafe ver­büsst. Ein Ein­sprachever­fahren über die Leis­tungspflicht etc. bewirkt allerd­ings nicht ohne weit­eres, son­dern nur dann ein Ruhen der Ver­jährung, so das Bun­des­gericht, wenn im Ein­sprachever­fahren auch eine Frage zu beurteilen ist, die strafrechtlich rel­e­vant und somit im Sinne von Art. 11 Abs. 3 VStrR als Vor­frage anzuse­hen ist (vgl. auch Urteil 6S.464/2004 vom…

4A_488/2020: Koordination, Überentschädigung und Rückerstattung bei Krankentaggeldern

…Rente der Invali­den­ver­sicherung zurück­fordert (E. 3.3–3.4). Der Beschw­erde­führer moniert, die Vorin­stanz habe die davor gel­tende Prax­is zur Anwen­dung gebracht. Auch in diesem Zusam­men­hang belässt er es allerd­ings mit abstrak­ten Aus­führun­gen zur Frage der zeitlichen Trag­weite von Recht­sprechungsän­derun­gen, ohne konkret aufzuzeigen, dass die Voraus­set­zun­gen für einen Auf­schub der BVG-Invali­den­rente im Sinne von Art. 26 Abs. 2 BVG und Art. 26 BVV 2 gegeben gewe­sen wären.…

1C_474/2014: Die Abschreibung eines Baurekurses mangels fristgerechter Bezahlung des Kostenvorschusses ist rechtmässig

…unterbleiben, wenn nicht öffentliche Inter­essen ent­ge­gen­ste­hen. Das BGer stützt jedoch die Ansicht der Vorin­stanz und führt aus, dass der Begriff der “Auf­forderung” ohne Weit­eres als Anweisung der Behörde inter­pretiert wer­den könne, den Kosten­vorschuss von CHF 1’000 bis zu einem bes­timmten Zeit­punkt zu entricht­en und nicht als Verpflich­tung zur Leis­tung des Kosten­vorschuss­es an sich. Gegen die Inter­pre­ta­tion der Beschw­erde­führer spräche zudem…

1C_100/2011 und 1C_102/2011: Berechnung des Minderwerts von Liegenschaften wegen Fluglärm (amtl. Publ.)

…vom Flughafen und vom Kan­ton Zürich in der Sache, aber auch in Bezug auf zahlre­iche ver­fahrensrechtliche Punk­te ange­focht­en wor­den. Das BGer weist die Beschw­erde ab. In der Sache kommt es zum Schluss, dass die  Schätzungskom­mis­sion das von ihr gewählte, als MIFLU II beze­ich­nete hedo­nis­che Mod­ell zur Berech­nung des Min­der­w­erts “als hin­re­ichend plau­si­bel und zuver­läs­sig ein­stufen [durfte], ohne Bun­desrecht zu verletzen.”…