5A_899/2016: Arrest als Sicherungsmassnahme gemäss Art. 47 Abs. 2 LugÜ für eine anerkannte und vollstreckbar erklärte “konservative Beschlagnahme” nach griechischem Recht (amtl. Publ.)

…Bewil­li­gung oder Voraus­set­zung abhängig, son­dern stün­den dem Antragssteller automa­tisch gestützt auf das Staatsver­tragsrecht zu. Vor­liegend habe die Beschw­erdegeg­ner­in als Sicherungs­mass­nahme im Sinne von Art. 47 Abs. 2 LugÜ die Ver­ar­restierung von bes­timmten Ver­mö­genswerten erwirkt (E. 3.2). Mit der Arrestein­sprache (Art. 278 SchKG) könne nicht das Exe­quatur des griechis­chen Rechtss­chutzentschei­des — und damit die Befug­nis, Sicherungs­mass­nah­men zu ver­lan­gen — kri­tisiert werden;…

4A_340/2015: Internationale Rechtshilfe in Zivilsachen; Bankkundengeheimnis (amtl. Publ.)

…ver­weigern kön­nen, d.h. nur, sofern sie glaub­haft machen, dass ihr Geheimhal­tungsin­ter­esse das Inter­esse an der Wahrheits­find­ung über­wiegt (E. 3.1.1).  Weit­er erin­nert das Bun­des­gericht an die materiell-rechtlichen Schranken des Bankkun­denge­heimniss­es, namentlich im Eherecht (Art. 170 Abs. 3 ZGB), im Erbrecht (Art. 607 Abs. 3, Art. 610 Abs. 2 ZGB) sowie im SchKG (Art. 91 Abs. 4, Art. 275 SchKG) (E. 3.1.3).…

5A_319/2011: Eheschutz; keine Anrechnung moralisch geschuldeter Unterhaltsbeiträge

…die gemein­samen drei Kinder erbringe. Diese Beiträge seien zwar nicht rechtlich, aber immer­hin moralisch geschuldet. Der Ver­weis auf diese „moralisch geschulde­ten Unter­halts­beiträge“ greift nicht. Die Vorin­stanz hat­te erwogen, nach den SchKG-Richtlin­ien, auf die sich der Beschw­erde­führer beruft, seien nur rechtlich geschuldete Unter­halts­beiträge im Exis­tenzmin­i­mum zu berück­sichti­gen, soweit diese auch tat­säch­lich bezahlt wür­den. Er ver­lange aber mit sein­er Forderung eine massive…

7B.2/2007: Noga vs. Russland, pfändbares Vermögen (amtl. Publ.)

…sens des art. 106 à 109 LP”. Strit­tig war auch die Immu­nität des rus­sis­chen Staats (SchKG 92 I Ziff. 11). Die Pfän­dung war zuläs­sig, weil (1) die Forderung auf eine Hand­lung iure ges­tio­n­is zurück­ging, und (2) eine aus­re­ichende Bin­nen­beziehung bestand, und (3) die Ver­mö­genswerte nicht hoheitlichen Zweck­en dien­ten (SchKG 92 I 11). Rus­s­land hat­te, was den let­zten Punkt bet­rifft, auf seine…

5A_199/2009: Anforderungen an Vollmachten zur Teilnahme an der 1. Gläubigerversammlung (amtl. Publ.)

…Ver­hand­lun­gen teil­nehmen wollen. An der ersten Gläu­bigerver­samm­lung sind in der Regel drin­gende Entschei­de zu fällen, weshalb — so das BGer — mit Bezug auf das Quo­rum und die Abstim­mungs- und Wahlergeb­nisse keine Unsicher­heit­en beste­hen bleiben dür­fen. Zudem wird die Gläu­bigereigen­schaft der Teil­nehmer erst später, näm­lich bei der Erwahrung der Konkurs­forderun­gen nach SchKG 244 ff. statt. Die vorher grund­sät­zlich beste­hende Ungewissheit…

4A_203/2025: Prozesskosten — Eigenständigkeit von Rechtsöffnungsverfahren und Aberkennungsklage

…150’000  und aufer­legte die Gericht­skosten je hälftig, ohne die Zus­prechung von Parteientschädi­gun­gen. Die Klägerin (Beschw­erdegeg­ner­in) erhob Aberken­nungsklage beim Han­dels­gericht Aar­gau, welch­es die Klage am 17. März 2025 guthiess und ihr zusät­zlich eine Parteientschädi­gung von CHF 3’652 für das vor­ange­gan­gene Recht­söff­nungsver­fahren zus­prach. Mit Beschw­erde ans Bun­des­gericht ver­langt die A. AG die Aufhe­bung dieser Entschädi­gung (Dis­pos­i­tiv-Zif­fer 2) und even­tu­aliter die Rück­weisung an…

2C_753/2013: Eine Hauptpartei des erstinstanzlichen Verfahrens kann sich ihrer Kosten- und Parteientschädigungspflicht nicht dadurch entziehen, dass sie im Beschwerdeverfahren keine Anträge stellt

In diesem Entscheid beschäftigt sich das BGer mit der Verteilung der Kosten und der Parteientschädi­gung im Rah­men des vorin­stan­zlichen Ver­fahrens (BVGer). Mit Ver­fü­gung vom 14. Arpil 2011 genehmigte die ElCom (Eid­genös­sis­che Elek­triz­ität­skom­mis­sion) die Kosten für Sys­tem­di­en­stleis­tun­gen der Swiss­grid AG (Schweiz­er Über­tra­gungsnet­z­be­treiberin) und aufer­legte der Swiss­grid AG die Ver­fü­gungs­ge­bühren. Dage­gen erhoben die Swiss­grid AG und zahlre­iche Kraftwerkge­sellschaften Beschw­erde beim BVGer, welches…

4A_525/2021: materielle Rechtskraft eine Forderungsverfahrens (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht äusserte sich in diesem Urteil zur Präk­lu­sion­swirkung eines Vorver­fahrens. Es entsch­ied, dass keine solche Wirkung mit Ver­wirkungs­folge ein­tritt, wenn in einem nach­fol­gen­den Ver­fahren ein Anspruch gel­tend gemacht wird, der the­ma­tisch der­art eng mit dem im Vorver­fahren beurteilen Anspruch zusam­men­hängt, dass der Anspruch des Zweitver­fahrens als “Vertei­di­gungsmit­tel” in den Erst­prozess hätte einge­bracht wer­den kön­nen. Hin­ter­grund war die Bankbeziehung zwischen…

5A_378/2012: Kein Fristenstillstand im Rechtsmittelverfahren gegen Summarentscheid; anders aber bei versäumtem Hinweis darauf in der Rechtsmittelbelehrung (amtl. Publ.)

Die Regelung in Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO, wonach der Fris­ten­still­stand nicht für das sum­marische Ver­fahren gilt, ist nicht nur auf das erstin­stan­zliche Sum­marver­fahren, son­dern auch auf das Rechtsmit­telver­fahren gegen im sum­marischen Ver­fahren ergan­gene Entschei­de anwend­bar. Die Fris­ten ste­hen aber dann nicht still, wenn das Gericht einen entsprechen­den Hin­weis in der Rechtsmit­tel­belehrung ver­säumt, weil die Hin­weispflicht gemäss Art.…

WEKO: Bussen gegen Grossbanken wegen Zinsderivat-Kartellen

Die Wet­tbe­werb­skom­mis­sion (WEKO) hat in den Unter­suchun­gen der Zins­derivat-Kartelle erste Bussen im Umfang von ins­ge­samt CHF 99.1 Mio gegen ver­schiedene Gross­banken ver­hängt. Mit ver­schiede­nen Banken wur­den im Zuge dessen ein­vernehm­liche Regelun­gen abgeschlossen, wobei die Ver­fahren gegenüber den­jeni­gen Banken und Bro­kern weit­er­laufen, die keine ein­vernehm­liche Regelung abschliessen woll­ten. Gegen­stand der fünf Unter­suchun­gen waren bzw. sind unter­schiedliche Ver­hal­tensweisen von ins­ge­samt 21 Parteien…