Regierungsrat AG: Medikamenten-Versandmodell “argomed” verletzt Selbstdispensationsverbot

…am Direk­tver­sand mit der Zur Rose AG beteili­gen. Ärzte ohne Selb­st­dis­pen­sa­tions­be­wil­li­gung, die Aktionäre der argomed Ärzte AG sind oder an diese angeschlossen sind, dür­fen sich nur dann am Direk­tver­sand mit der Zur Rose AG beteili­gen, wenn ihnen daraus kein wirtschaftlich­er Nutzen entste­ht. Der jährliche Pauschal­be­trag, den sie von der Zur Rose AG erhal­ten, darf nur die Kosten deck­en. Ärzte ohne

4A_717/2011: “Cashback” hat (hier) fantasievolle Komponente; firmenrechtlich keine reine Sachbezeichnung

…Back” bzw. “Cash­back” nicht erken­nen lässt, welche Tätigkeit­en die so beze­ich­neten Fir­men ausübten. Das Zeichen wecke einzig die Vorstel­lung, dass diese Fir­men im weit­eren Sinn im Geldgeschäft tätig seien. Keines­falls sei daraus ohne Fan­tasieaufwand ableit­bar, dass der statu­tarische Zweck der Fir­men und damit ihr Tätigkeits­feld im Erbrin­gen von  [ver­schiedene Dien­stleis­tun­gen] beste­he. Der erkennbare Sin­nge­halt von “Cash Back” bzw. “Cash­back” weckt…

4A_255/2019: Arztberichte, Gutachten und antizipierte Beweiswürdigung (Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bejaht)

…Aktengutacht­en zu beurteilen. Es könne somit nicht ohne Weit­eres gesagt wer­den, der Man­gel könne ohnehin nicht mehr geheilt wer­den (E. 6.3.5). Aus diesen Grün­den hiess das Bun­des­gericht die Beschw­erde der Ver­sicherung gut, hob das Urteil der Vorin­stanz auf und wies die Angele­gen­heit zur neuen Beurteilung an die Vorin­stanz zurück, mit der Auf­forderung, sich mit dem Antrag der Ver­sicherung, ein Gerichtsgutacht­en einzuholen,…

U 394/06: Adäquanzprüfung bei Schleudertraumata verschärft (amtl. Publ.)

…der zur Diskus­sion ste­hen­den unfallbe­d­ingten Ver­let­zun­gen ohne organ­isch objek­tiv aus­gewiesene Beschw­er­den und das diese kennze­ich­nende Gemenge physis­ch­er und psy­chis­ch­er Symp­tome grund­sät­zlich in Frage zu stellen. Gle­ich­es gilt für die Konzep­tion ein­er beson­deren Adäquanzprü­fung für solche Ver­let­zun­gen.” Allerd­ings: Die physis­che Kom­po­nente, die ein Schleud­er­trau­ma nach der Recht­sprechung hat (“Gemenge physis­ch­er und psy­chis­ch­er Symp­tome”), ist nur schwierig festzustellen. Nach der Recht­sprechung müssen…

4A_436/2011: Equity Linked Notes, Bank haftet nicht für Verluste

Im Entscheid 4A_436/2011 hat­te sich das Bun­des­gericht mit der Klage eines Bankkun­den gegen seine Bank (Cred­it Suisse) zu befassen. Gegen­stand waren Ver­luste im Zusam­men­hang mit Investi­tio­nen in struk­turi­erte Pro­duk­te (sog. Equi­ty Yield Notes).  Der Kunde bestritt, die Aufträge für die Käufe der Notes erteilt zu haben; die Bank habe ohne seine Ken­nt­nis und ohne Zus­tim­mung in diese deriv­a­tiv­en Pro­duk­te investiert. Das…

2C_43/2020: Markt für französischsprachige Bücher; vertikale Vereinbarung betreffend Verbreitung und Vertrieb; Sanktion (amtl. Publ.)

…indem sie sich bere­it erk­lärte, vorge­lagerte Ver­triebs-/Verteilungsverträge ihrer Schwest­erge­sellschaft mit exter­nen Unternehmen des Konz­erns zu erfüllen. Jeden­falls könne, so das Bun­des­gericht, nicht ohne weit­ere Über­legun­gen angenom­men wer­den, dass Ver­trieb­sverträge, die von ein­er aus­ländis­chen Gesellschaft mit Drit­tun­ternehmen abgeschlossen wür­den, dem Anwen­dungs­bere­ich des Kartellge­set­zes ent­zo­gen wer­den kön­nten, nur weil ihre Aus­führung in der Schweiz an eine andere Gesellschaft des­sel­ben Han­del­skonz­erns delegiert worden…

6B_265/2020: Keine Schändung durch Stealthing (amtl. Publ.)

Im Urteil 6B_265/2020 vom 11. Mai 2022 entsch­ied das Bun­des­gericht über einen poten­ziellen Fall von Schän­dung, nach­dem ein Beschuldigter nach Beginn eines ein­vernehm­lichen Geschlechtsverkehrs das Kon­dom ent­fer­nt hat­te, ohne dass die Sex­u­al­part­ner­in dies erken­nen kon­nte, und den Verkehr fort­ge­set­zt hat­te (sog. Stealth­ing). Die Part­ner­in habe sich zuvor aus­drück­lich geschützten Geschlechtsverkehr aus­bedun­gen. Die strafrechtliche Rel­e­vanz des Stealth­ing wird anhand des Tatbe­stands der Schän­dung (Art.…

4A_528/2013: ePostSelect (fig.) nicht originär unterscheidungskräftig; BVGer hat originäre und derivative Unterscheidungskraft vermischt (amtl. Publ.)

…Sinne eines Qual­ität­shin­weis­es] elek­tro­n­is­che Post/E‑Mail”. “Post” bedeutet im allg. Sprachge­brauch sowohl Postgut als auch das Unternehmen, das diese befördert. “ePost” bedeutet ohne Weit­eres “elek­tro­n­is­che Post” (dazu 4A.1/2005). “Select” hat ins­beson­dere die Bedeu­tung von auser­lesen, exk­lu­siv, erlesen, also anpreisend. Dieser Begriff ist hier beschreibend. Die Post hat­te vor BGer nicht sub­stan­ti­iert das Gegen­teil dargelegt.  DIe grafis­che Aus­gestal­tung ohne den präzisierten Farbanspruch…

Bundesrat begrüsst Einführung eines Widerrufsrechts bei Telefon- und Fernabsatzverträgen

…für den Tele­fon­verkauf – heute für zielführend. Damit wird der beson­ders im Fern­ab­satzgeschäft wichtige Schutz der Kon­sumentin­nen und Kon­sumenten wirkungsvoll gewährleis­tet und ergänzt, ohne dass die Ver­trags­frei­heit unnötig eingeschränkt oder die Ver­tragsparteien bevor­mundet wür­den. Dies ist heute im inter­na­tionalen Ver­gle­ich angezeigt und spricht ins­beson­dere auch dafür, nicht ohne sach­lichen Grund abwe­ichende Regelun­gen zu tre­f­fen.  Selb­stver­ständlich sind bei der geset­zlichen Ausgestaltung…

Neue Bussen für Schwarz- und Graufahrer aufgrund BGer-Urteil

Der Ver­band öffentlich­er Verkehr (VöV) führt ab 1. Juni 2011 neue Bussen ein, wie die NZZ am Anfang der Woche berichtet hat. Kün­ftig wird bei Bil­letkon­trollen zwis­chen Schwarz- und Gra­u­fahrern unter­schieden, wom­it der Ver­band die Forderun­gen des Bun­des­gerichts im Urteil 2C-61/2010 und 2C–98/2010 vom 26. August 2010 umset­zen will. Das Gericht hat­te entsch­ieden, dass die bish­erige Prax­is bei Reisenden ohne