4A_90/2011: Vermögensverwaltungsmandat; Haftung der Bank verneint

…bes­timmte Anla­gen­typen (z.B. Option­s­geschäfte) ver­boten oder dass er Lim­iten geset­zt hätte (z.B. ein bes­timmter Prozentsatz an Aktien). Das Bun­des­gericht schloss daraus, der Kunde habe der Bank ver­traut und dieser habe ein weites Ermessen zuge­s­tanden (E. 2.2.3). Ohne präzise Instruk­tion, so das Bun­des­gericht mit Ver­weis auf einen Entscheid 4C.464/1994, könne der Ver­mö­gensver­wal­ter alle banküblichen Transak­tio­nen vornehmen. Mit Aus­nahme von Leerverkäufen auf…

BGH: Unverwertbarkeit von polizeilich abgehörten Selbstgesprächen

…Ver­w­er­tung eines nichtöf­fentlich geführten Selb­st­ge­sprächs ist ein staatlich­er Ein­griff in den abso­lut geschützten Kern­bere­ich der Per­sön­lichkeit (vgl. Art. 2 Abs. 1 GG  i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) ver­bun­den. Zwar ist ein­er­seits nicht jedes Selb­st­ge­spräch ein­er Per­son ohne Weit­eres dem Kern­bere­ich der Per­sön­lichkeit zuzuord­nen. Ander­er­seits muss nach den Grundätzen des Schutzes der Men­schen­würde und der Frei­heit der Per­son ein Kernbereich…

5A_579/2018: Verzugszins für Unterhaltsbeiträge (Art. 105 OR, amtl. Publ.)

…Fäl­ligkeit der monatlichen Unter­halts­forderung per Monat­san­fang fest­gelegt“ habe. „Ab diesem Ver­fall­t­ag gerät der Beschw­erde­führer als Schuld­ner bei Nichtleis­tung ohne Weit­eres und ohne Mah­nung seit­ens der Beschw­erdegeg­ner­in in Verzug (Art. 102 Abs. 2 OR). Er hat daher für die Fol­gen der Ver­spä­tung aufzukom­men, wozu bei ein­er Geld­schuld die Verzugszin­sen gehören (Art. 103 und 104 OR).“ (E. 4.1). Umstrit­ten war nun, ab…

1C_230/2011: Google Street View: Interessenabwägung, Verhältnismässigkeit der Anforderungen an Anonymisierung (amtl. Publ.)

…Per­so­n­en seien bes­timm­bar i.S.v. DSG 3 lit. a. Auch ein Augen­balken oder die Ver­wis­chung der Gesichtspar­tie schliesst die Erkennbarkeit nicht ohne Weit­eres aus. Die Erkennbarkeit kann sog­ar vor­liegen, wenn das Gesicht automa­tisch ver­wis­cht wurde. Zudem kön­nen auch Bilder von pri­vat­en Gärten etc. Per­so­n­en­dat­en sein. Offen­ge­lassen wurde die Frage, ob schon Auf­nah­men von Haus­fas­saden schon Per­so­n­en­dat­en sind. — Bei den Roh­dat­en von Google…

4A_418/2024: Die Schutzschrift (Art. 270 ZPO) und das Vorgehen bei einer superprovisorischen Anordnung einer vorsorglichen Massnahme

…ein super­pro­vi­sorisches Mass­nah­mege­such gestellt wor­den sei, müsse das Gericht in einem ersten Schritt anhand dieser bei­den Eingaben über das Super­pro­vi­so­ri­um entschei­den, ohne dass es zuvor die Eingaben der jew­eili­gen Gegen­partei zuzustellen habe (E. 4.5). Der zweite Schritt hängt gemäss dem Bun­des­gericht davon ab, ob das Gericht eine Mass­nahme super­pro­vi­sorisch ver­fügt oder nicht. Ist das Gesuch offen­sichtlich unzuläs­sig oder offen­sichtlich unbe­grün­det, ohne

Kugelschreiber (3D) als Dienstleistungsmarke hier nicht unterscheidungskräftig bzw technisch bedingt

…auf den Grund­satz von Treu und Glauben drang nicht durch. Zwar hat­te das IGE als zuständi­ge  Behörde in ein­er konkreten Sit­u­a­tion gegenüber ein­er bes­timmten Per­son ohne Vor­be­halt und ohne erkennbare Unrichtigkeit die Ein­tra­gungs­fähigkeit der strit­ti­gen Form bejaht. Die Dis­po­si­tion der Anmelderin bestand aber lediglich in der Anmel­dung (so das BVer­wGer; ob auch die Über­nahme des Prozess­risikos im Ver­trauen auf die…

4A_9/2018: Anforderungen an die Substanziierung

…soll­ten) die Arbeits­fähigkeit beein­trächti­gen. Dies­bezüglich war keine weit­ere Sub­stanzi­ierung notwendig. Gelingt den Beschw­erde­führerin­nen der Nach­weis der behaupteten gesund­heitlichen Beein­träch­ti­gun­gen und deren Unfal­lka­usal­ität, ist man­gels rechts­genüglich­er Bestre­itung ohne weit­ere Beweis­ab­nahme von ein­er Arbeit­sun­fähigkeit von 100 % auszuge­hen. […] 4.4. Anders ver­hält es sich, wenn den Beschw­erde­führerin­nen der Nach­weis des Aus­mass­es der unfallbe­d­ingten Beein­träch­ti­gun­gen nur teil­weise gelingt. Dies­falls kann nicht davon aus­ge­gan­gen werden,…

6B_1043/2010: Urkundenfälschung durch Computer-Collage und Farb-Scan (amtl. Publ.)

…darum ging, beim Han­del­sreg­is­ter­amt die Grün­dung­sun­ter­la­gen und die von einem zuge­lasse­nen Revi­sor estellte [sic] Prü­fungs­bestä­ti­gung zur Anmel­dung der Gesellschaft im Han­del­sreg­is­ter einzure­ichen. Für die Ver­wen­dung als Kopie oder als Entwurf hätte es ohne weit­eres aus­gere­icht, ein Doku­ment ohne Unter­schrift einzure­ichen. Fern­er war es im vor­liegen­den Fall ohne Bedeu­tung, ob die Kopie im Rechtsverkehr als Urkunde anerkan­nt ist (vgl. BGE 114…

BR: Unternehmenssteuerreform Steuervorlage 17 (SV 17) | Gesetzesentwurf und Botschaft zuhanden Parlament (Ziel: Umsetzung auf 1.1.2020)

…17 sind gemäss Vernehm­las­sungsergeb­nis unbe­strit­ten. Einzelne Punk­te wer­den jedoch nach wie vor kon­tro­vers disku­tiert. Nach­fol­gend eine Zusam­men­fas­sung der Mass­nah­men der SV 17: 1.) Steuer­poli­tis­che Mass­nah­men StHG (SR 642.14) Zwin­gende Aufhe­bung der kan­tonalen Priv­i­legien gem. Art. 28 Abs. 2–5 StHG (Hold­ing-; Dom­izil-; Gemis­chte Gesellschaften). Diese erfol­gt ohne Über­gangsregelung auf ein vom Geset­zge­ber noch festzule­gen­des Stich­da­tum (Ziel­d­a­tum BR: 1.1.2020); Geson­derte Besteuerung aufgedeck­ter stiller Reser­ven aus der…

Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zur Teilrevision des Kartellgesetzes

…eine Unter­suchungseröff­nung notwendig sei. Ein­führung von Ord­nungs­fris­ten bei Ver­wal­tungsver­fahren: Diese sollen zu ein­er wirk­samen Beschle­u­ni­gung der Ver­fahren führen. Der Bun­desrat schlägt vor, die Höch­st­dauer des Ver­wal­tungsver­fahrens grund­sät­zlich auf fünf Jahre – gerech­net von der Eröff­nung ein­er formellen Unter­suchung (ohne Berück­sich­ti­gung der Vor­abklärung) bis zu ein­er recht­skräfti­gen Ver­fü­gung über alle Instanzen – zu beschränken. Die Vor­lage sieht dabei die Ein­führung von…