4A_221/2025: Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Suchterkrankung (amtl. Publ.)

…natür­lichen Kausalzusam­men­hang zwis­chen dem unver­schulde­ten Ver­hin­derungs­grund und dem Aus­bleiben der Arbeit­sleis­tung voraus­set­ze. Dies seien alle Umstände, ohne deren Vorhan­den­sein der einge­tretene Erfolg nicht als einge­treten oder nicht als in der gle­ichen Weise bzw. zur gle­ichen Zeit einge­treten gedacht wer­den könne. Demgemäss sei für die Bejahung des natür­lichen Kausalzusam­men­hangs nicht erforder­lich, dass die Krankheit die alleinige oder unmit­tel­bare Ursache der Arbeitsverhinderung…

2C_422/2018: Bestimmung des einzuziehenden Gewinns i.S.v. Art. 35 FINMAG

…oder eine ver­ant­wortliche Per­son in lei­t­en­der Stel­lung durch schwere Ver­let­zung auf­sicht­srechtlich­er Bes­tim­mungen erzielt hat, und welch­er im Sinne ein­er admin­is­tra­tiv­en Mass­nahme zur Wieder­her­stel­lung des ord­nungs­gemässen Zus­tandes einzuziehen ist, nach den Grund­sätzen zu ermit­teln ist, welche für die unechte Geschäfts­führung ohne Auf­trag (Art. 423 OR) entwick­elt wor­den sind. […]” Weit­er äusserte sich das Bun­des­gericht wie fol­gt zur Frage der Abzugs­fähigkeit von Fixkosten: “3.2. Die…

2C_988/2017: Vertraulichkeit von Vergleichsgesprächen; Verstoss gegen die anwaltlichen Berufsregeln (Art. 12 lit. a BGFA; amtl. Publ.)

…und 26 SSR, welche die Trag­weite der Pflicht des Anwalts zur sorgfälti­gen und gewis­senhaften Beruf­sausübung i.S.v. Art. 12 lit. a BGFA präzisieren (E. 4.1–4.5). Anschliessend erwog das Bun­des­gericht, dass Ver­gle­ichs­ge­spräche zwis­chen Anwäl­ten ver­traulich seien, ohne dass dies aus­drück­lich fest­ge­hal­ten wer­den müsse. Die Anwälte seien gestützt auf Art. 6 und 26 SSR ohne Weit­eres zur Ver­traulichkeit verpflichtet, und zwar sowohl bezüglich…

5A_971/2020: Rückwirkende Abänderung von Kinderunterhaltsbeiträgen

…eines Eltern­teils oder des Kindes neu fest oder hebe ihn auf. Gemäss Art. 279 Abs. 1 ZGB könne das Kind gegen den Vater, die Mut­ter oder bei­de Eltern­teile für die Zukun­ft und für ein Jahr vor Klageer­he­bung auf Unter­halt  kla­gen. Die in der Bes­tim­mung vorge­se­hene Rück­wirkung solle dem Kind erlauben, vor Klageer­he­bung eine ein­vernehm­liche Lösung mit dem unter­haltsverpflichteten Eltern­teil zu suchen, ohne

2C_364/2012, 2C_377/2012: Grundsatzurteil betr. Rückerstattung Verrechnungssteuer/Nutzungsberechtigung (Stützung der restriktiven Praxis der EStV)

…abge­führte Ver­rech­nungss­teuer (VSt) im Betrag von gesamthaft rund CHF 53.6 Mio. für die Jahre 2007 und 2008 zurück­fordern durfte. Diese VSt betraf Div­i­den­den­zahlun­gen von schweiz­erischen Gesellschaften, deren Beteili­gungsrechte die Bank jew­eils ohne Treuhand­vere­in­barung für eigene Rechung und in eigen­em Namen erwor­ben hat­te. Für die VSt-Rück­er­stat­tung hat­te sich die Bank u.a. auf die damals mass­gebende Fas­sung des Art. 10 DBA Dänemark/1974 (SR

4A_317/2016: keine Rechtswirkungen der nicht eingetragenen Markenlizenz ggü. dem Erwerber der Marke

Das BGer hat­te in der vor­liegen­den Auseinan­der­set­zung zu beurteilen, welche Wirkun­gen ein­er nicht im Reg­is­ter einge­tra­genene Marken­l­izenz gegenüber dem Erwer­ber der Marke zukom­men. Das BGer bestätigt dabei, dass die Lizenz ohne Reg­is­tere­in­trag rein oblig­a­torische Wirkung zwis­chen den Parteien des Lizen­zver­trags hat und dem Erwer­ber der Marke nicht ent­ge­genge­hal­ten wer­den kann, und zwar selb­st dann nicht, wenn dieser von der Existenz…

4A_246/2011: Auslegung einer pathologischen Schiedsklausel

…Unter­stel­lung der Stre­it­entschei­dung unter ein pri­vates Schieds­gericht, führen sie nicht ohne Weit­eres zu deren Ungültigkeit. Vielmehr ist vor­erst durch Ausle­gung und allen­falls Ver­tragsergänzung in Anlehnung an das all­ge­meine Ver­tragsrecht nach ein­er Lösung zu suchen, die den grund­sät­zlichen Willen der Parteien respek­tiert, sich ein­er Schieds­gerichts­barkeit zu unter­stellen (BGE 130 III 66 E. 3.1 S. 71). Ste­ht bezüglich der Schiedsvere­in­barung kein tatsächlich…

4A_312/2024: Quotenvorrecht und Genugtuungsansprüche (amtl. Publ.)

…grund­sät­zlich vom Quoten­vor­recht erfasst wer­den, unab­hängig vom Reduk­tion­s­grund. Im konkreten Fall wären der seel­is­che Schaden oder die erlit­tene Unbill durch das von der Vorin­stanz – neb­st der fehlen­den Schutzvor­rich­tung – fest­gestellte Selb­stver­schulden nicht ver­ringert wor­den, weshalb sich der Verun­fallte auf das Quoten­vor­recht grund­sät­zlich berufen durfte. Das Bun­des­gericht sprach dem Verun­fall­ten eine Genug­tu­ung von CHF 9’500 zu, da der Genug­tu­ungsanspruch ohne

4A_11/2012: Irreführende Aufmachung eines Offertformulars; UWG 3 lit. p

Das BGer schützt ein Urteil des HGer ZH gegen die Vista24 GmbH, der ver­boten wor­den war, Offer­ten für den Abschluss von Inser­tionsverträ­gen in einem online Tele­fon­verze­ich­nis mit der Inter­ne­tadresse www.chtelefon.ch oder www.ch-telefon.ch […] mit oder ohne vorge­druck­ter Adresse  des Kun­den im Geschäftsverkehr zu ver­wen­den. Das HGer hat­te die Ver­wen­dung entsprechen­der Offer­ten als irreführend i.S.v. UWG 3 lit. b (und UWG 2)…

4A_385/2010: Sterne für Hotelklassifikation unmittelbarer Qualitätshinweis; Freihaltebedürfnis bei Garantiemarke (amtl. Publ.)

…bis fünf Ster­nen für sich allein von den mass­ge­blichen Verkehrskreisen im Zusam­men­hang mit Beherber­gung­sein­rich­tun­gen ohne beson­dere Denkar­beit und ohne Fan­tasieaufwand unmit­tel­bar als Hin­weis auf die Qual­itätsstufe der entsprechen­den Ein­rich­tung ver­standen wird. […] Ent­ge­gen der in der Beschw­erde vertrete­nen Ansicht gilt dies selb­st unter der Annahme, dass bei Garantiemarken hin­sichtlich der Unter­schei­dungskraft im Ver­gle­ich zu Indi­vid­ual­marken her­abge­set­zte Anforderun­gen gel­ten.” Fraglich war…