4A_125/2010: Umfang des Formerfordernisses beim Zessionsvertrag; genügende Bestimmbarkeit der abgetretenen Teilforderungen bei Partialzession

…ob dieser Inhalt in der geset­zlich vorgeschriebe­nen Form hin­re­ichend zum Aus­druck gebracht wor­den ist. Die Schrift­form von  OR 165 müsse sämtliche Merk­male erfassen, welche die abge­tretene Forderung für die betrof­fe­nen Drit­ten hin­re­ichend indi­vid­u­al­isieren. “Es genügt zwar, dass die Forderung bes­timm­bar ist, es muss aber immer­hin für einen unbeteiligten Drit­ten ohne Ken­nt­nis der Umstände der Abtre­tung aus der Urkunde selb­st ersichtlich sein,…

4A_325/2007: Verantwortlichkeit

…der nicht alle Instruk­tion­shand­lun­gen selb­st vorgenom­men hat, wed­er BV 30 noch EMRK 6 § 1 ver­let­zt. In der Sache beriefen sich die Beklagten darauf, die Bank sei ein fak­tis­ches Organ der AG gewe­sen; das BGer ver­warf den Ein­wand: Diese Frage sei ohne Belang, weil die Bank auch als fak­tis­ches Organ gegen die VR-Mit­glieder aus OR 754 (und nicht nur aus…

Swissmedic: Anpassungen bei der Arzneimittelabgabe; umgeteilte Abgabekategorien und erleichterte Selbstmedikation

…prüft Swissmedic derzeit, welche Arzneimit­tel der Abgabekat­e­gorie D auch ohne Fach­ber­atung abgegeben wer­den kön­nen, um die Selb­stmedika­tion zu fördern. Diese Arzneimit­tel sollen in die Abgabekat­e­gorie E umgeteilt wer­den, so dass sie dere­inst in allen Geschäften verkauft wer­den dür­fen. Eine neu ins rev­i­dierte HMG aufgenommene Bes­tim­mung gibt Swissmedic fern­er die Entschei­dungskom­pe­tenz darüber, welche Arzneimit­tel durch eid­genös­sisch diplomierte Ther­a­peuten im Rah­men ihrer…

5A_384/2024: Überschussanteil des Kindes unverheirateter Eltern bei alternierender Obhut (amtl. Publ.)

…Eltern­teil verbleibe. Zudem ver­rin­gere die Berück­sich­ti­gung von zwei grossen Köpfen indi­rekt den Anteil der Kinder (E. 5.4.2). Kom­men­tar Das bun­des­gerichtliche Urteil behan­delt eine in der Lehre bis­lang umstrit­tene Frage und markiert damit einen weit­eren Schritt auf dem Weg zur vom Bun­des­gericht angestrebten schweizweit­en Vere­in­heitlichung der Unter­halts­berech­nung. Ohne Weit­eres zuzus­tim­men ist dem Urteil, soweit es fes­thält, dass Kinder unver­heirateter Eltern bei…

4A_395/2015: Gerechtfertigte fristlose Entlassung wegen manipulierter Arbeitszeiterfassung

…als erwiesen, dass A. das Zeit­er­fas­sungssys­tem der B. AG an drei Tagen manip­uliert habe. An diesen Tagen zeigte das Pro­tokoll des Zeit­er­fas­sungssys­tems 20.41, 20.34 und 20.15 Uhr als Zeit­en für das Ausstem­peln, obwohl A. zwis­chen 16.00 und 17.00 Uhr nach Hause gegan­gen sei. Auf­grund der erfassten Zeit­en schlossen die kan­tonalen Instanzen ein “Vergessen” des Ausstem­pelns aus, denn ohne Stem­pelung am…

1C_322/2010: Öffentlichkeitsprinzip auch betr. Einstellungsverfügungen nach StGB 53; schutzwürdiges Interesse bejaht (amtl. Publ.)

…erst recht gel­ten, denn hier anerken­nt die beschuldigte Per­son die Nor­mver­let­zung aus­drück­lich. Es liegt daher auf der Hand, dass schutzwürdi­ge Infor­ma­tion­sin­ter­essen Drit­ter beste­hen kön­nen. Die Ein­sicht set­zt fern­er ein schutzwürdi­ges Infor­ma­tion­sin­ter­esse voraus. Ein solch­es ergab sich hier “ohne Weit­eres aus der Kon­troll­funk­tion der Medi­en”. Namentlich geht es um die Bedeu­tung des Strafver­fahrens gegen Nef in Zusam­men­hang mit dessen Wahl zum…

9C_327/2015: Dividenden als beitragsrechtlich massgebendes AHV-Einkommen (amtl. Publ.)

B. war Gesellschafter und Geschäfts­führer mit Einzelun­ter­schrifts­berech­ti­gung der A. GmbH und deren einziger Arbeit­nehmer. In den Jahren 2009 bis 2012 bezog B. Jahres­löhne von CHF 106’800 (2009), CHF 110’000 (2010 und 2011) sowie CHF 20’880 (2012, 20 %-Pen­sum). Im gle­ichen Zeitraum schüt­tete die Gesellschaft Brut­to­div­i­den­den von je CHF 100’000 bzw. CHF 60’000 (2012) aus. Die Revi­sion­sstelle der Aus­gle­ich­skasse führte eine…

4A_97/2014 : Absichtliches Verschweigen eines Werkmangels nur bei Kenntnis und (Eventual-)Vorsatz; Abgrenzung zur bewussten Fahrlässigkeit

Das KGer VS hat­te in ein­er Forderung aus einem Werk­man­gel fest­ge­hal­ten, Män­gel (hier an einem Bauw­erk) seien durch die Architek­ten gegenüber dem Besteller dadurch absichtlich ver­schwiegen wor­den, dass die Architek­ten ein in Wirk­lichkeit man­gel­haftes Werk als män­gel­frei beze­ich­net hat­ten – zwar nicht wider besseres Wis­sen, aber ohne einen Gutachter beizuziehen, der die Män­gel leicht hätte ent­deck­en kön­nen. Das BGer verwirft…

WEKO eröffnet Untersuchung gegen Swisscom und Cinetrade

…Juli 2011). Laut WEKO kön­nen diese Exk­lu­sivrechte “eine mark­t­be­herrschende Stel­lung begrün­den, die möglicher­weise zu Gun­sten von Swiss­com miss­braucht wer­den kann”. Die mit Swiss­com konkur­ri­eren­den TV-Plat­tfor­man­bi­eter kön­nten dadurch im Wet­tbe­werb behin­dert wer­den. Die Unter­suchung bezieht sich gemäss Medi­en­mit­teilung nun auf das Fol­gende: Im Vorder­grund ste­he die Frage, ob Cine­trade Konkur­renten von Swiss­com TV bes­timmte Ange­bote ohne sach­lichen Grund ver­weigert. Zudem soll…

B‑317/2010: “LIFETEX” und “LIFETEA” nicht verwechselbar

Das BVer­wGer lässt die Frage offen, ob zwis­chen Haarpflegemit­teln und phar­mazeutis­chen Pro­duk­ten Waren­gle­ichar­tigkeit beste­he. Entschei­dend war vor­liegend, dass zwis­chen den Wort­marken “LIFETEX” und “LIFETEAohnehin keine Ver­wech­slungs­ge­fahr bestand. Die Verkehrskreise sehen “Life-” als aus­tauschbare Anpreisung. Daher fall­en die Unter­schiede in der Schlusssilbe, die abwe­ichende Vokalfolge (Ä/I), das unter­schiedliche Aus­laut­en, das ver­schiedenar­tige Schrift­bild und vor allem die Unter­schiede im Sin­nge­halt ins Gewicht, so dass eine Ver­wech­slungs­ge­fahr ausgeschlossen…