9C_356/2021: Covid-19 Erwerbsersatz; arbeitgeberähnliche Stellung (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Urteil 9C_356/2021 vom 10. Mai 2022 bestätigte das Bun­des­gericht ein Urteil des Kan­ton­s­gerichts Luzern auf Abweisung des Anspruchs auf Coro­na-Erwerb­ser­satz eines Direk­tors und einzi­gen Ver­wal­tungsratsmit­glieds ein­er Even­tor­gan­i­sa­tion­sun­ternehmung (Beschw­erde­führerin). Beantragt wor­den sei der Coro­na-Erwerb­ser­satz am 20. Juli 2020 für die Zeit ab dem 1. Juni 2020, wom­it die (zum Teil rück­wirk­end in Kraft geset­zten) Covid-19-Mass­nah­men mit…

6B_262/2024: Betrug und Falschbeurkundung im Rahmen von Covid-19-Krediten (amtl. Publ.)

Mit dem Urteil 6B_262/2024 vom 27. Novem­ber 2024 kassierte das Bun­des­gericht einen Entscheid über die Verurteilung eines Beschuldigten wegen Betrugs und Falschbeurkun­dung im Rah­men der Gewährung eines Covid-19-Kred­its. Am 26. März 2020 hat­te der Beschuldigte als Geschäfts­führer der C. AG bei deren Haus­bank einen Covid-19-Kred­it in der Höhe von Fr. 500’000 erhal­ten. Daraufhin hat­te der Beschuldigte den Betrag unter anderem zum…

5A_963/2014: Beziehung eines ausländischen Organs zur Gesellschaft als Haftungsvoraussetzung beurteilt sich nach Gesellschaftsstatut (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat­te in ein­er per­so­n­en­rechtlichen Stre­it­igkeit zu beurteilen, ob der Präsi­dent des Ver­wal­tungsrats ein­er aus­ländis­chen Gesellschaft für poten­tiell per­sön­lichkeitsver­let­zende Aus­sagen der Gesellschaft ver­ant­wortlich war. Das BGer hielt dies­bezüglich zur “Mitwirkung” i.S.v. ZGB 28 fol­gen­des fest: Eine Haf­tung für  fremdes Ver­hal­ten lässt sich aus Art. 28 Abs. 1 ZGB nicht her­leit­en. So ist beispiel­sweise auch der Arbeit­ge­ber, dessen Angestell­ter eine Per­sön­lichkeitsver­let­zung begeht,…

4A_579/2016: Anfechtung Generalversammlungsbeschluss (amtl. Publ.)

Dem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Das voll liberierte Aktienkap­i­tal der A. AG ist aufgeteilt in 380 Name­nak­tien zu CHF 1’000 (Stam­mak­tien) und 1’200 Name­nak­tien zu CHF 100 (Stimm­recht­sak­tien). Anlässlich der ordentlichen Gen­er­alver­samm­lung standen sich zwei Lager gegenüber: ein­er­seits die Aktionäre C.B. und D.B., die zusam­men über eine Kap­i­tal­beteili­gung von CHF 250’000 und eine Stimmkraft von 1’330 Stim­men ver­fügten; ander­er­seits die Aktionärin E.B.,…

5A_816/2019: Steueranteil des Kindes bei der Unterhaltsberechnung (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Urteil 5A_311/2019 vom 11. Novem­ber 2020 äusserte sich das Bun­des­gericht aus­führlich zur Berech­nung des Kindesun­ter­halts. Unter anderem hielt es fest, als Bedarf­s­posten des Kindes sei im fam­i­lien­rechtlichen Exis­tenzmin­i­mum ein Steuer­an­teil zu berück­sichti­gen. Offen liess das Bun­des­gericht, wie dieser Steuer­an­teil zu ermit­teln ist; nun hat es sich im eben­falls zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Urteil 5A_816/2019 vom…

4A_611/2013: Kein selbständiges Rechtsmittel gegen den Urteilsvorschlag der Schlichtungsbehörde in Mietsachen (amtl. Publ.)

Die Aktienge­sellschaft B. war Mieterin von Geschäft­sräum­lichkeit­en. Die Ver­mi­eter­schaft kündigte das Mietver­hält­nis, worauf die Mieterin an die par­itätis­che Schlich­tungs­be­hörde in Miet­sachen gelangte und um Erstreck­ung des Mietver­hält­niss­es ersuchte. Das Schlich­tungs­ge­such war vom Präsi­den­ten und einem Mit­glied des Ver­wal­tungsrates unterze­ich­net, bei­de mit Kollek­tivze­ich­nungs­berech­ti­gung zu zweit. An der Schlich­tungsver­hand­lung erschien jedoch nur ein­er der bei­den Unterze­ich­nen­den. Die Ver­mi­eter­schaft wen­dete deshalb ein, die…

6B_114/2008: Zäsur bei Dauerdelikten (amtl. Publ.)

In einem unlängst veröf­fentlicht­en und zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Entscheid (6B_114/2008 vom 4. Novem­ber 2008) äusserte sich das Bun­des­gericht zur Zäsur­wirkung bei Dauerde­lik­ten. Grund­sät­zlich ist davon auszuge­hen, dass die Verurteilung wegen eines Dauerde­lik­ts dessen Zäsur bewirkt; mithin ist das Aufrechter­hal­ten des Dauerzu­s­tands nach dem Urteil als selb­ständi­ge Tat zu werten. Dabei wird die Tatein­heit durch die Verurteilung aufge­hoben, wobei für…

4A_643/2014: Rechtsmittelverzicht (amtl. Publ.)

…Rechte ging, über welche die Parteien frei ver­fü­gen kon­nten (E. 1.4.1; BGE 113 Ia 26, E. 3b; BGer 4P.110/2006 vom 17. Juli 2006, E. 1.1; BGer 4C.202/2005 vom 17. Juli 2006, E. 2.1). In diesem Zusam­men­hang ver­wies das Bun­des­gericht zudem auf die gemäss Art. 192 IPRG beste­hende Möglichkeit, in Schiedsver­fahren auf Rechtsmit­tel zu verzicht­en. Die Vere­in­barung eines Verzichts auf Rechtsmittel…

9C_92/2014: Sozialversicherungsgericht des Kantons Waadt zuständig für Verantwortlichkeitsklagen gegen Organe einer Wohlfahrtsstiftung (amtl. Publ.)

Eine Wohlfahrtss­tiftung in Liq­ui­da­tion erhob vor dem Sozialver­sicherungs­gericht des Kan­tons Waadt Ver­ant­wortlichkeit­sklage gegen Mit­glieder des Stiftungsrates und gegen die Revi­sion­sstelle (Urteil 9C_92/2014 vom 24. Juni 2014, E. 4.2). Das Gericht lehnte seine Zuständigkeit ab. Das Bun­des­gericht kam demge­genüber zum Schluss, das Sozialver­sicherungs­gericht sei nicht nur für Ver­ant­wortlichkeit­skla­gen gegen Per­son­alfür­sorges­tiftun­gen zuständig, son­dern auch für solche gegen Wohlfahrtss­tiftun­gen (E. 4.4). Das Bundesgericht…

1B_378/2011: Entlassung aus der Sicherheitshaft; nachträgliche Änderung der Sanktion (amtl. Publ.)

Stre­it­ge­gen­stand des bun­des­gerichtlichen Ver­fahrens 1B_378/2011 bildete die – so die For­mulierung im Entscheid – “Zuläs­sigkeit der Sicher­heit­shaft während des vor der ersten Instanz hängi­gen Ver­fahrens betr­e­f­fend nachträgliche Änderung der Sank­tion” (Urteil vom 15. August 2011; für die amtliche Samm­lung vorge­se­hen). Auch in diesen Fällen beste­ht laut Bun­des­gericht eine hin­re­ichende geset­zliche Grund­lage für die Anord­nung bzw. Weit­er­führung der Sicher­heit­shaft. Der Beschwerdeführer…