7B_631/2023: Einsicht in Strafbefehle durch Dritte (amtl. Publ.)

…69 Abs. 2 StPO kön­nen inter­essierte Per­so­n­en in die Urteile und Straf­be­fehle Ein­sicht nehmen, wenn die Parteien auf eine öffentliche Urteilsverkün­dung verzichtet haben oder ein Straf­be­fehl ergan­gen ist. Mit dieser Bes­tim­mung wird der Gehalt des Öffentlichkeit­sprinzips im Bere­ich des Strafrechts jedoch nicht abschliessend geregelt; sie klärt ins­beson­dere nicht alle Aspek­te des Per­sön­lichkeitss­chutzes – u.a. ob eine allfäl­lige Anonymisierung bzw. Schwärzung…

Juristische Blogs

Es existiert bere­its eine ganze Anzahl juris­tis­ch­er Blogs in der Schweiz (s. Liste rechts, “Blogs”). RA Jean Bap­tiste Huber unter­hält einen Blog zum Haftpflicht- und Ver­sicherungsrecht. Im Bere­ich des Strafrechts kom­men­tiert Labeo, ein anonymer Blog­ger, die zukün­ftige eid­genös­sis­che StPO, während der Blog der Kan­zlei Gress­ly Hostet­tler Jek­er Novakovic, strafprozess.ch, Entwick­lun­gen im Straf­prozess­recht sehr aufmerk­sam (und schar­fzüngig) ver­fol­gt. RA Fritz Tanner…

2C_782/2021: Sanktionsverfügung, Unterlassungsanordnung (amtl. Publ.)

…ins Leere und eine Befris­tung der Mass­nah­men sei deshalb nicht erforder­lich (E. 5.6). Schliesslich verneinte das Bun­des­gericht eine Ver­let­zung des Bes­timmtheit­ge­bots. Dabei wies es ins­beson­dere darauf hin, dass vor­liegend keine Sank­tion im Sinne von Art. 49a KG zur Diskus­sion ste­he. Den ange­ord­neten Mass­nah­men fehle damit der strafrechtsähn­liche Charak­ter, weshalb der in Art. 7 EMRK ver­ankerte Grund­satz “nul­la poe­na sine lege”…

4A_406/2015: Anordnung indirekter Zwangsmassnahmen; Höhe der Ordnungsbusse; Bedeutung des Verschuldens (amtl. Publ.)

…ein aktives Tun dargestellt hätte. Auch ein solch­es kann auf­grund ein­er als Ver­bot for­mulierten gerichtlichen Anord­nung geboten sein, sofern sich dies aus den Umstän­den ein­deutig ergibt […] Betr.  der Bedeu­tung des Ver­schuldens bei Anord­nung ein­er Busse: Das BGer musste die Frage nicht beant­worten, ob strafrechtliche Grund­sätze zu beacht­en sind, wenn eine solche Ord­nungs­busse ver­hängt wird (denn hier war das Ver­schulden berück­sichtigt wor­den). Es…

2D_10/2011: Anwaltsprüfung und Notendurchschnitt/-kompensation; Verhältnismässigkeit, Rechtsgleichheitsgebot und Willkürverbot

Ein Recht­san­walt­skan­di­dat aus dem Kan­ton Solothurn musste die mündliche Prü­fung zwei Mal absolvieren; dabei erlangte er in den Fäch­ern „Ver­wal­tungsrecht“ und „Strafrecht/Strafprozessrecht“ zuerst ein „gut“ und „gut–sehr gut“ sowie danach jew­eils ein „gut–sehr gut“, während er im Fach im Fach „Zivilrecht/Zivilprozessrecht“ bei­de Male nicht bestand. Daraufhin war er auch vor dem Bun­des­gericht erfol­g­los: Seine Beschw­erde gegen die Nichterteilung des Anwaltspatents…

5A_907/2021: Verarrestierbarkeit von Austrittsleistungen und Altersleistungen aus einem Freizügigkeitskonto (FR; amtl. Publ.)

…Arreste an, ins­beson­dere der Arreste betr­e­f­fend die Aus­trittsleis­tung von B bei der C. Das Gen­fer Gericht hielt fest, dass die in Frage ste­hen­den Ver­mö­genswerte gemäss Art. 92 Abs. 1 Ziff. 10 SchKG unpfänd­bar seien und daher nicht Gegen­stand eines strafrechtlichen Arrests zur Sicherung ein­er Ersatz­forderung sein kön­nen. Daraufhin liessen A diverse Ver­mö­genswerte von A ver­ar­restieren, darunter das Vor­sorgeguthaben bei der…

Unterzeichnung eines Joint Statement zur Beilegung des Steuerstreits der Banken mit den USA

…auss­er denen, die der Kat­e­gorie 1 ange­hören (Banken, gegen die das Jus­tizde­parte­ment strafrechtliche Ermit­tlun­gen eröffnet hat).  Die Banken der Kat­e­gorie 2, die davon aus­ge­hen müssen, dass sie amerikanis­ches Recht ver­let­zt haben, kön­nen bis spätestens 31. Dezem­ber 2013 bei den US-Behör­den ein «Non-Pros­e­cu­tion Agree­ment» beantra­gen. Sie wer­den den US-Behör­den Infor­ma­tio­nen über ihre gren­züber­schre­i­t­en­den Beziehun­gen liefern müssen, ins­beson­dere die «Leaver-Lis­ten», jedoch keine…

6B_962/2023: Gericht muss Legalprognose umfassend prüfen

…bzw. der Bewährungsaus­sicht­en sind alle wesentlichen Umstände zu beacht­en. Zu berück­sichti­gen sind neben den Tatum­stän­den namentlich das Vor­leben und der Leu­mund sowie alle weit­eren Tat­sachen, die gültige Schlüsse auf den Charak­ter des Täters und die Aus­sicht­en sein­er Bewährung zulassen. Ein rel­e­vantes Prog­nosekri­teri­um ist ins­beson­dere die strafrechtliche Vor­be­las­tung, die Sozial­i­sa­tions­bi­ografie, das Arbeitsver­hal­ten oder das Beste­hen sozialer Bindun­gen. Dabei sind die persönlichen…

Sterbehilfe: organisierte Suizidhilfe wird nicht unter Strafe gestellt

Der Bun­desrat hat heute nach erneuter Prü­fung entsch­ieden, auf eine aus­drück­liche Regelung der organ­isierten Suizid­hil­fe im Strafrecht zu verzicht­en. Eigentlich soll­ten die Sorgfalt­spflicht­en für Mitar­bei­t­ende von Suizid­hil­fe­or­gan­i­sa­tio­nen auf­grund der Ergeb­nisse der Vernehm­las­sun­gen über­ar­beit­et wer­den. Die ursprünglich geplante Geset­zesän­derung würde nach Auf­fas­sung des Bun­desrats erstens ver­schiedene Nachteile mit sich brin­gen, weil sie die Suizid­hil­fe­or­gan­i­sa­tio­nen staatlich legit­imierte und keine Akzep­tanz in Ärztekreisen…

Bundesrat: Verzicht auf ein Unternehmensjuristengesetz

Der Bun­desrat ori­en­tiert heute über den Verzicht auf ein Unternehmen­sjuris­tenge­setz (zur Medi­en­mit­teilung). Gemäss Medi­en­mit­teilung bliebe der Nutzen eines Unternehmen­sjuris­tenge­set­zes eher unbes­timmt, während dessen Nachteile, ins­beson­dere die Erschwerung und Ver­längerung von verwaltungs‑, ziv­il- und strafrechtlichen Ver­fahren, für eine Mehrheit der Vernehm­las­sung­steil­nehmer offen­sichtlich seien. Nach Ken­nt­nis­nahme der Vernehm­las­sungsergeb­nisse hat der Bun­desrat deshalb entsch­ieden, auf die Ausar­beitung eines Unternehmen­sjuris­tenge­set­zes zu verzicht­en. zur Medienmitteilung…