2C_321/2013: Sachgerechtigkeitsgebot: andere Kriterien für Diskussions- als für redaktionelle Sendungen (amtl. Publ.)

…Frauen in der Are­na-Diskus­sion in der Min­der­heit gewe­sen seien und die Diskus­sion die Auswirkun­gen der Ini­tia­tive auf Per­so­n­en ohne Erwerb­stätigkeit, also vor allem Frauen, aus­geklam­mert habe. Auch Auswirkun­gen auf Per­so­n­en, die unent­geltlich “viel wertvolle Arbeit” leis­teten, sei nicht disku­tiert wor­den, obwohl es sich dabei nicht um einen Neben­punkt han­dle. Das BGer betont den Unter­schied zwis­chen redak­tionellen Inhal­ten und etwa Diskus­sion­ssendun­gen. Die…

4A_579/2016: Anfechtung Generalversammlungsbeschluss (amtl. Publ.)

…Lösung für die A. AG sei. Das Bun­des­gericht überzeugte sodann das Argu­ment von E.B., wonach die Aktionäre mit Stim­men­mehrheit bei möglichen Losentschei­den weniger gut als bei Stichentschei­den ohne Rück­sicht auf ihre Mei­n­ung entschei­den kön­nten und eher nach ein­vernehm­lichen Lösun­gen suchen müssten. Im Übri­gen ver­wies das Bun­des­gericht auf die Fest­stel­lung der Vorin­stanz, wonach die A.AG keine all­ge­meinen Gründe für die Neuregelung habe anführen…

2C_468/2011 und 2C_469/2011: Sicherstellung Staatssteuer; geldwerte Leistung

…Das liess unschw­er erken­nen, dass eine weit­ge­hende Amor­ti­sa­tion nicht ohne Weit­eres denkbar gewe­sen wäre. Gegenüber dem Beschw­erde­führer bestanden Pfän­dungsver­lustscheine aus dem Steuer­jahr 2007, und es waren weit­ere Steuer­be­trei­bun­gen im Gang.  Es dürfte sich, was hier im Rah­men der Willkür­prü­fung nicht weit­er zu ver­tiefen ist, ger­adezu um ein eigentlich­es Kon­sum­dar­lehen gehan­delt haben, also ein Dar­lehen, das dem Aktionär “in sein­er Eigen­schaft als…

6B_114/2008: Zäsur bei Dauerdelikten (amtl. Publ.)

…fusst, unter­laufen und kommt der erneuten Bestra­fung zunehmend eine Beugewirkung zur Erzwingung der unter­lasse­nen Hand­lung zu. Nach der vom Bun­des­gericht getrof­fe­nen Lösung ist für die vor­liegende Prob­lematik die Frage des Tatentschlusses mass­ge­blich. Eine neuer­liche Verurteilung wegen eines Dauerde­lik­ts und eine Zumes­sung der Strafe ohne Rück­sicht auf die bere­its in einem früheren Stra­furteil erfasste Dauer der Tatbe­standsver­wirk­lichung erfordert damit, dass der Täter…

5A_801/2022: Befristung des nachehelichen Unterhalts (amtl. Publ.)

…es bloss zurück­hal­tend ein­greift. Berück­sichti­gen die Gericht kün­ftig die vom Bun­des­gericht aufgestell­ten Kri­te­rien, wer­den Bun­des­gerichts­beschw­er­den, die sich gegen die zeitliche Befris­tung des nachehe­lichen Unter­halts richt­en, daher regelmäs­sig scheit­ern. Bemerkenswert sind im vor­liegen­den Fall die Aus­führun­gen des Bun­des­gerichts zur Leben­sprä­gung der Ehe und zur Dauer des nachehe­lichen Unter­halts bei Kurze­hen. Das Bun­des­gericht qual­i­fiziert die Ehe der Parteien ohne Umschweife als lebensprägend,…

4A_581/2012: Vindikation schliesst den Bereicherungsanspruch aus (Bestätigung der Rechtsprechung)

…herrschende Mei­n­ung als gut vertret­bar beze­ich­net). Die Klägerin hat­te somit die Kon­se­quenz zu tra­gen (E. 2.3.2), dass sie ihr Her­aus­gabebegehren mit Recht­skraft­folge zurück­ge­zo­gen hat, ohne gle­ichzeit­ig prozesskon­form die tatbe­standlichen Grund­la­gen für eine Ein­griff­skondik­tion oder einen Anspruch auf Ersatz eines Schadens wegen Ent­behrung des Besitzes zu behaupten für den Fall, dass ihr Even­tu­al­begehren auf Kon­dizierung eines Kauf­preis­es abgewiesen würde. Eine hierzu von…

2C_1100/2016: Überwälzung von Konzessionsgebühren auf den Stromkonsumenten / Regelung im Kanton Basel-Stadt verfassungswidrig (amtl. Publ.)

…Beschw­erde­führers in Bezug auf die Konzes­sions­forderung des Kan­tons Basel-Stadt. Die formellge­set­zliche Grund­lage für die Konzes­sion­s­ab­gabe, welche die IWB dem Kan­ton Basel-Stadt bezahlt, lege wed­er die Grundzüge der Bemes­sung noch die Höhe der Abgabe fest, son­dern delegiere die Kom­pe­tenz zur Fes­tle­gung der Gebühr ohne inhaltliche Vor­gabe an den Regierungsrat (§ 30 Abs. 3 des Geset­zes über die Indus­triellen Werke Basel [IWB-Gesetz; SG

4A_704/2011: Zustellungsfiktion nach Abholfrist von sieben Tagen, auch wenn sich der Postbote verrechnet hat; anwaltliche Überprüfungspflicht

…dies grund­sät­zlich nichts am Zeit­punkt des Ein­tritts der Zustell­fik­tion. Denn dieser bedarf ein­er klaren, ein­fachen und ein­heitlichen Regelung. Es ist deshalb nicht über­spitzt for­mal­is­tisch, die Zustel­lungs­fik­tion unab­hängig von der postal­is­chen Abhol­frist ein­treten zu lassen, auch wenn diese ohne Ver­an­las­sung durch den Empfänger von der Post spon­tan oder irrtüm­lich ver­längert wird (BGE 127 I 31 E. 2b S. 34 f. mit…

4A_692/2011: Rechtsmissbräuchlichkeit der Verjährungseinrede zwischen Konzerngesellschaften verneint; schweizerisches Recht nach IPRG 18

…eine all­ge­meinere Kol­li­sion­sregel beze­ich­neten Recht zwin­gend anzuwen­den ist, soweit eine hin­re­ichende Bin­nen­beziehung zur Schweiz beste­ht (BGE 128 III 201 E. 1). Die Voraus­set­zung ein­er genü­gen­den Bin­nen­beziehung ist vor­liegend mit dem Sitz der Beschw­erdegeg­ner­in in der Schweiz ohne weit­eres erfüllt. Die Erhe­bung der Ver­jährung­seinrede kann insb. dann rechtsmiss­bräuch­lich sein, wenn der Schuld­ner den Gläu­biger ver­an­lasst hat, auf Schritte zur Durch­set­zung der…

4A_244/2012: fehlende Schiedsvereinbarung zugunsten des TAS wegen fehlender Bestimmtheit der Schiedsvereinbarung

…daher lediglich die Schweiz­er Gerichte als zuständig erk­lärt, ohne einen Zivil­prozess vor einem anderen zuständi­gen staatlichen Gericht auszuschliessen Der daraus fol­gende Wider­spruch ist deshalb bedeut­sam, weil Schied­sklauseln grund­sät­zlich restrik­tiv auszule­gen sind:  Bei der Ausle­gung ein­er Schiedsvere­in­barung ist deren Recht­snatur zu berück­sichti­gen; ins­beson­dere ist zu beacht­en, dass mit dem Verzicht auf ein staatlich­es Gericht die Rechtsmit­tel­wege stark eingeschränkt wer­den. Ein solch­er Verzichtswille…