5A_582/2018: Erfüllung der Unterhaltspflicht aus Millionenerbe (amtl. Publ.)

…reiche der Ver­weis auf die Höhe des Ver­mö­gens und auf Recht­sprechung, wonach für den Ver­mö­gensverzehr auch Eigengut gegrif­f­en wer­den könne, nicht aus. Erst wenn ein Aus­nah­me­fall bejaht werde, sei die Ver­mö­gen­shöhe bei der Prü­fung der Zumut­barkeit des Ver­mö­gensverzehrs her­anzuziehen.  Der Vor­be­halt mit Bezug auf Erbver­mö­gen sei nicht auf seine Eigen­schaft als Eigengut zurück­zuführen, son­dern auf seine Funk­tion. Der Erbanfall sei…

5A_876/2010: Ausgleichszahlung und Klage auf Vollzug eines Erbteilungsvertrags; Zuständigkeit (amtl. Publ.)

…Stre­it­igkeit­en über eine Soulte. In diesem Fall war die Frage rel­e­vant für die örtliche und inter­na­tionale Zuständigkeit der Vorin­stanz. 4.3 Eine Klage ist erbrechtlich­er Natur, wenn sich die Parteien auf einen erbrechtlichen Titel berufen, um einen Teil ihrer Erbschaft zu fordern und die Exis­tenz ihrer Rechte fest­stellen zu lassen. Erbrechtliche Stre­it­igkeit­en betr­e­f­fen dem­nach Kla­gen, mit denen Bestand oder Höhe erbrechtlich­er…

5A_456/2024: unentgeltlicher Erbverzicht und paulianische Anfechtung (amtl. Publ.)

…Hin­sicht die Schädi­gungsab­sicht des Schuld­ners sowie deren Erkennbarkeit für den Drit­ten voraus.“ Pau­lian­is­che Anfech­tung und Erbverzicht In der Folge führte das Bun­des­gericht aus, dass es sich im Entscheid BGE 138 III 497 mit der Frage der pau­lian­is­chen Anfech­tung eines Erbverzichtsver­trags gemäss Art. 286 SchKG (Schenkungspau­lia­nia) befasst hat. Zwar erwog das Bun­des­gericht in diesem Entscheid , dass der Erbverzicht wed­er eine Schenkung…

BGer 5A_347/2024 vom 13.08.2025 (zur Publikation vorgesehen)

…wenn die Pflicht­teilserbin über die notwendi­gen Ken­nt­nisse für die jew­eilige Klage ver­fügt (E. 11.5.). Sachver­halt Der Erblass­er hin­ter­liess im Zeit­punkt seines Todes im Jahr 2016 drei geset­zliche Erben: Seine zweite Ehe­frau, D., sowie zwei Enkel A. und B., die Kinder seines einzi­gen, bere­its vorver­stor­be­nen Sohnes aus erster Ehe. Nach dem Tod seines einzi­gen Sohnes im Jahr 2005 errichtete der Erblass­er…

5A_370/2011: Ungültigerklärung eines Testaments; Schmälerungsabsicht, Eigentumszuweisung und Enterbung

Erblass­er vorgenom­men wurde, weil Ehe­frau und Adop­tiv­tochter ihm gegenüber die ihnen obliegen­den fam­i­lien­rechtlichen Pflicht­en schw­er ver­let­zt hat­ten. Das Bun­des­gericht bestätigt auch insoweit die Vorin­stanz. Die Beschw­erde­führerin habe vor einem Spi­ta­laufen­thalt ihres Ehe­mannes die nöti­gen Hil­feleis­tun­gen nicht vorgenom­men und zuge­lassen, dass der Erblass­er in eine lebens­bedrohliche Sit­u­a­tion ger­at­en sei. Er habe einige Jahre sein Essen in einem Mikrow­ellen­herd wär­men und dort…

5A_791/2017: Öffentliches Inventar — einmalige Einsichts- und Äusserungsmöglichkeit der Erben / Streit um Inhalt und Bestand von Aktiven und Passiven ist im Zivilprozess zu führen (amtl. Publ.)

…diesem zu äussern (E. 2.1.). Das Bun­des­gericht wies darauf hin, dass das öffentliche Inven­tar der Infor­ma­tion der Erben über die Aktiv­en und Pas­siv­en der Erbschaft dient und den Erben in der Form des Insti­tuts der Annahme der Erbschaft unter öffentlichem Inven­tar die Möglichkeit ein­räumt, die Schulden­haf­tung zu beschränken. Es habe keinen kon­sti­tu­tiv­en Charak­ter. Der Stre­it um den (materiellen) Bestand und…

5A_627/2012: Begriff der erbrechtlichen Streitigkeit i.S.v. IPRG 86 / ZPO 28

…engem Zusam­men­hang mit dem Erbgang ste­ht, d.h. wenn sie ihre Grund­lage im Erbrecht hat: Eine erbrechtliche Stre­it­igkeit ist vor diesem Hin­ter­grund gegeben, wenn sich die Parteien auf einen erbrechtlichen Titel berufen, um einen Teil ihrer Erbschaft zu fordern und die Exis­tenz ihrer Rechte fest­stellen zu lassen; erbrechtliche Stre­it­igkeit­en betr­e­f­fen dem­nach Kla­gen, mit denen Bestand oder Höhe erbrechtlich­er Ansprüche gel­tend gemacht…

BGer 5A_99/2023 vom 11. Juli 2023 (amtl. Publ.): Abgrenzung der zivil- und aufsichtsrechtlichen Verantwortlichkeit der Willensvollstreckerin

…Pflicht­en der Wil­lensvoll­streck­erin nach Art. 517 f. ZGB in Erin­nerung (E. 4.1.). Dem­nach ste­he die Wil­lensvoll­streck­erin in den Recht­en und Pflicht­en eines Erbschaftsver­wal­ters. Die Erblasserin könne die Rechte und Pflicht­en der Wil­lensvoll­streck­erin im Ver­gle­ich zu den­jeni­gen des Erbschaftsver­wal­ters in Bezug auf bes­timmte Ver­mö­genswerte oder zeitlich ausweit­en oder ein­schränken (Art. 518 Abs. 1 ZGB). Ins­beson­dere habe die Wil­lensvoll­streck­erin die Erben über…

5A_382/2021: Aktivlegitimation für Kinderunterhaltsklage bei Unterstützung durch Sozialhilfe / Wegfall des Betreuungsunterhalts zufolge Heirat (amtl. Publ.)

…oder während eines Ver­fahrens auf erst­ma­lige Erstre­itung eines Unter­halt­sti­tels erbringe. Im zur Pub­lika­tion bes­timmten Urteil 5A_75/2020 vom 12.1.2022 habe das Bun­des­gericht im Kon­text ein­er vom Unter­haltss­chuld­ner erhobe­nen Abän­derungsklage zum Gegen­stand der Sub­ro­ga­tion Stel­lung genom­men und seine Recht­sprechung zur Pas­sivle­git­i­ma­tion geän­dert. Dem­nach gehe bei der Sub­ro­ga­tion nicht das Stamm­recht über, son­dern die daraus abgeleit­eten, tat­säch­lich bevorschussten einzel­nen Unter­halts­beiträge. Gegen­stand der Abänderungsklage…

146 III 106: Der Betreibungsort der unverteilten Erbschaft bestimmt sich auch bei einer gegen den Willensvollstrecker gerichteten Betreibung nach Art. 49 SchKG (amtl. Publ.)

…ist, dass die Erbschaft keine Parteifähigkeit zur aktiv­en Betrei­bung hat, son­dern hier­für einzig der Wil­lensvoll­streck­er berechtigt ist […] Hinge­gen kommt der unverteil­ten Erbschaft in der gegen sie gerichteten Betrei­bung kraft Art. 49 SchKG die Parteifähigkeit und pas­sive Betrei­bungs­fähigkeit zu: In diesem Fall wird die Erbschaft als Partei betra­chtet. Danach kommt ihr die Parteirolle zu, und nicht dem Wil­lensvoll­streck­er, welch­er insoweit…