4A_435/2024: Nur eine formell rechtskräftige Sicherstellungsverfügung berechtigt zur definitiven Rechtsöffnung (amtl. Publ.)

…was in der Lehre als prob­lema­tisch beurteilt wird […].» Die Gren­zen des staatlichen Priv­i­legs im Steuer­ar­rest: Grund­satz der Gle­ich­be­hand­lung des öffentlich- und pri­va­trechtlichen Gläu­bigers «6.3.5. Es ste­ht fest, dass der Geset­zge­ber die Steuer- und Zoll­be­hör­den mit dem Erlass der in E. 6.3.4 hier­vor disku­tierten Spezialbes­tim­mungen priv­i­legieren wollte. Dieses Bestreben ste­ht in einem Span­nungsver­hält­nis zum Grund­satz der Gle­ich­be­hand­lung des öffentlich- und pri­va­trechtlichen Gläubigers,…

5A_674/2011: Kindesrückführung; schwerwiegende Gefahr und Kindeswille (amtl. Publ.)

…Aufen­thalts des Kindes vor dem wider­rechtlichen Ver­brin­gen oder Zurück­hal­ten vor­be­hal­ten (vgl. Art. 16 und 19 HKÜ). Vor­liegend ist keine schw­er­wiegende Gefahr auszu­machen: Die Mut­ter lebt in geord­neten Ver­hält­nis­sen, pflegt einen liebevollen Umgang mit dem Kind und bietet ihm ein angemessenes Umfeld für seine kör­per­liche, geistige und sit­tliche Ent­fal­tung. Es beste­ht ein intak­tes Mut­ter-Kind-Ver­hält­nis. Zudem wäre das zuständi­ge Amt für Kindesschutz…

4A_592/2021: Aberkennungsklage, Klagenhäufung und Schlichtungsverfahren (amtl. Pub.; FR)

…fällt und der­sel­ben Ver­fahren­sart unter­liegt; vor­be­hal­ten bleibt ein Ver­rech­nungsanspruch oder ein Anspruch, der lediglich einen Nebe­nanspruch der Aberken­nungsklage selb­st darstellt. Diese Voraus­set­zun­gen sollen ver­hin­dern, dass die Aberken­nungsklage erschw­ert oder verzögert wird. Aberken­nungsklage und Kla­gen­häu­fung: der Grund­satz und seine Aus­nahme Sodann set­zte sich das Bun­des­gericht mit der Frage der Zuläs­sigkeit der Kla­gen­häu­fung bei ein­er Aberken­nungsklage auseinan­der (E. 4.2): Eine Klage, die…

2C_690/2019: Publikation der Sanktionsverfügung wegen unzulässiger Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 Abs. 3 KG

…aus der Pub­lika­tionsver­sion klar her­vor, dass die B. AG die A. AG als Tochterge­sellschaft gegrün­det und ihr Aktiv­en und Pas­siv­en über­tra­gen habe. Die Frage, wie eine solche Umstruk­turierung im Nach­gang an einen vorge­wor­fe­nen Kartell­rechtsver­stoss der B. AG aus kartell­rechtlich­er Sicht zu würdi­gen sei, liege sowohl im Inter­esse der Öffentlichkeit als auch der Wirtschafts­beteiligten und der involvierten Stellen. Auf­grund des erheblichen…

4A_98/2020: Missachtung statutarischer Vorzugsrechte bei Partizipationsscheinen (amtl. Publ.)

…nicht ein Gläu­biger­recht und dem Par­tizipan­ten wür­den die gle­ichen Anfech­tungsrechte wie dem Aktionär zuste­hen. Sodann müsse den Par­tizipan­ten die Ein­beru­fung der Gen­er­alver­samm­lung zusam­men mit den Ver­hand­lungs­ge­gen­stän­den und den Anträ­gen bekan­nt gegeben wer­den und jed­er Beschluss der Gen­er­alver­samm­lung sei unverzüglich am Gesellschaftssitz und bei den einge­tra­ge­nen Zweignieder­las­sun­gen zur Ein­sicht der Par­tizipan­ten aufzule­gen (E. 3.3.3). Schliesslich erwog das Bun­des­gericht, dass Beschlüsse, welche…

4A_242/2016: Vorgängige Zuständigkeitsvereinbarungen bzgl. Wahlrecht gemäss Art. 6 Abs. 3 ZPO unzulässig; Rechtsnatur der Stockwerkeigentümergemeinschaft; Parteibezeichnungen (amtl. Publ.)

…nach Art. 6 Abs. 3 ZPO zu, da sie nicht im Han­del­sreg­is­ter einge­tra­gen war (E. 4 und 5). Das Bun­des­gericht erkan­nte ins­beson­dere, dass die Stock­w­erkeigen­tümerge­mein­schaft in gewiss­er Hin­sicht verselb­ständigt ist, obwohl ihr keine Rechtsper­sön­lichkeit zukommt. Sie ist namentlich im Rah­men ihrer Ver­wal­tungstätigkeit zivil­rechtlich hand­lungs­fähig und kann prozes­su­al und voll­streck­ungsrechtlich unter ihrem Namen kla­gen und Betrei­bun­gen ein­leit­en sowie beklagt und betrieben werden.…

Hearingbericht zum Projekt “Finanzdienstleistungsgesetz” veröffentlicht

…soll über die wesentlichen Pro­duk­teigen­schaften, Risiken und Kosten aufk­lären und einen Ver­gle­ich zwis­chen ver­schiede­nen Finanzpro­duk­ten ermöglichen. 6. Der Prospekt und das KID sollen dem Anleger grund­sät­zlich zum Zeit­punkt des Anlageentschei­ds zur Ver­fü­gung ste­hen. Wer­bung soll als solche erkennbar und wahrheits­ge­treu sein. Regeln zur Fol­gepub­liz­ität sollen die Trans­parenz über das Pro­dukt auch nach erfol­gter Anlage sich­er­stellen. 7. Der Prospekt und das KID

2C_794/2012: “Kopftuchverbot”; Schulreglement trotz Sonderstatusverhältnis keine genügende gesetzliche Grundlage (amtl. Publ.)

…die sich in vorausse­hbar­er Weise aus dem Zweck des Son­der­sta­tusver­hält­niss­es ergeben […] Nach den Zweckar­tikeln fördert die Schule die geisti­gen, seel­is­chen und kör­per­lichen Fähigkeit­en der Kinder; sie will die Kinder in Ergänzung zum Erziehungsauf­trag der Eltern nach christlichen Grund­sätzen und demokratis­chen Werten zu selb­st­ständi­gen, leben­stüchti­gen Per­sön­lichkeit­en und zu Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein gegenüber den Mit­men­schen und der Umwelt erziehen (§ 2 VSG/TG). Dabei…

U 394/06: Adäquanzprüfung bei Schleudertraumata verschärft (amtl. Publ.)

…o.Ä. komme auf­grund zuver­läs­siger Anhalt­spunk­te nur als Ver­dachts- oder Dif­fer­en­tial­diag­nose in Frage, hat er dies in seinem Bericht zum Aus­druck zu brin­gen. Er hat fern­er auch den Ver­lauf der Beschw­er­den ab dem Unfal­lzeit­punkt genau zu beschreiben und gegebe­nen­falls Anhalt­spunk­te für einen pro­trahierten Ver­lauf und/oder ein Chronifizierungsrisiko anzuzeigen. Beste­hen Beschw­er­den länger und ohne deut­liche Besserung­s­ten­denz, ist eine rasche inter­diszi­plinäre Abklärung und

5A_835/2012: Paulianische Anfechtung; Erkennbarkeit der Schädigungsabsicht

Im vor­liegen­den Fall hat­te der spätere Kläger aus einem gewan­del­ten Grund­stück­kauf einen Rück­er­stat­tungsanspruch für den bezahlten Kauf­preis, kon­nte diesen jedoch in der fol­gen­den Betrei­bung nicht erhältlich machen und erhielt einen Ver­lustschein. Er focht daher ein späteres Grund­stück­geschäft durch den früheren Verkäufer und Schuld­ner des Rück­forderungsanspruchs mit ein­er Pau­liana nach SchKG 288 an (Absicht­san­fech­tung). Im ange­focht­e­nen Geschäft hat­te der Schuld­ner seinem…