2C_565/2010: Unbewilligte Entgegennahme von Publikumseinlagen; wirtschaftliche Gruppenbetrachtung und Liquidation der betroffenen Unternehmen

…gestellt. Der Ermessensspiel­raum der FINMA ist namentlich in Bezug auf die zu tre­f­fend­en Mass­nah­men erhe­blich. Er ist ein­er­seits an die all­ge­meinen Ver­fas­sungs- und Ver­wal­tungs­grund­sätze (Willkürver­bot, Rechts­gle­ich­heits- und Ver­hält­nis­mäs­sigkeits­ge­bot, Treu und Glauben) gebun­den und hat ander­er­seits den Hauptzweck­en der finanz­mark­trechtlichen Geset­zge­bung (d.h. dem Schutz der Gläu­biger bzw. Anleger und der Lauterkeit sowie der Sta­bil­ität des Finanzsys­tems) Rech­nung zu tra­gen. Die Praxis…

2C_239/2011: Finanzierung der Abfallentsorgung; “Littering” und Verursacherprinzip; Verantwortlichkeit des Grundeigentümers (amtl. Publ.)

…Im Lichte dieser Recht­slage ver­stösst es gegen das Willkürver­bot (BV 9) und gegen USG 32a, die Gebäudeeigen­tümer generell als Verur­sach­er der im öffentlichen Raum entsorgten Abfälle zu betra­cht­en. Ein hin­re­ichen­der Zurech­nungszusam­men­hang zwis­chen Grund­stück­nutzung und der Entsorgung von Abfall auf öffentlichem Grund kann zwar bejaht wer­den in Bezug auf Take-away-Betriebe und der­gle­ichen: Diese verkaufen Pro­duk­te, die einen hohen Abfal­lanteil enthal­ten und

1C_230/2011: Google Street View: Interessenabwägung, Verhältnismässigkeit der Anforderungen an Anonymisierung (amtl. Publ.)

…(vor Ver­wis­chung) han­delt es sich selb­stver­ständlich (häu­fig) eben­falls um Per­so­n­en­dat­en. Es war zudem davon auszuge­hen, dass Dritte ein Inter­esse an diesen Angaben haben und entsprechend bere­it sind, eine Iden­ti­fizierung vorzunehmen. 2. Recht­fer­ti­gungs­be­darf und ‑möglichkeit  Zu prüfen war sodann die Ein­hal­tung der Bear­beitungs­grund­sätze von DSG 4, 5 I und 7 I, wobei das BGer daran erin­nert, dass auch eine Bear­beitung ent­ge­gen dieser Grund­sätze gerecht­fer­tigt sein…

Kugelschreiber (3D) als Dienstleistungsmarke hier nicht unterscheidungskräftig bzw technisch bedingt

…Form und den beansprucht­en Dien­stleis­tun­gen für das Vor­liegen eines unter­schei­dungskräfti­gen Zeichens genügt,” und zwar “mit Rück­sicht auf das Ver­hält­nis der angemelde­ten Form zur Grund­form eines Kugelschreibers ein­er­seits und auf jenes des Kugelschreibers zu den Dien­stleis­tun­gen ander­er­seits.” Es kommt dabei zum Schluss, dass die Form des Kugelschreibers zwar marken­fähig sei, aber “dem Gewohn­ten und Erwarteten eines Kugelschreibers” entspreche. Daraus ergibt sich…

2C_383/2020: Einvernahme ehemaliger Organe in Kartellsanktionsverfahren als Zeugen (amtl. Publ.)

…strafrecht­sähn­liche) Sank­tion­ierung dro­he, kön­nten sie nicht in die beschriebene Zwangslage ger­at­en. Da natür­liche Per­so­n­en in Kartell­sank­tionsver­fahren grund­sät­zlich nicht sank­tion­iert wer­den kön­nten, bezwecke der nemo-tene­tur-Grund­satz nicht den Schutz der Organe, son­dern einzig die Gewährleis­tung eines effek­tiv­en Vertei­di­gungsrechts der von der Unter­suchung betrof­fe­nen Unternehmen (E. 5.2.2). Auf­grund des Schutzz­wecks des nemo-tene­tur-Grund­satzes für Unternehmen sei kein Grund dafür ersichtlich, ehe­ma­li­gen Orga­nen ein Aussageverweigerungsrecht…

5A_376/2024: Schranken des Ermessens bei der Festsetzung des Kostenvorschusses nach Art. 230 Abs. 2 SchKG (amtl. Publ.)

…dem­nach nur ein, wenn die kan­tonale Instanz grund­los von in Lehre und Recht­sprechung anerkan­nten Grund­sätzen abgewichen ist, wenn sie Gesicht­spunk­te berück­sichtigt hat, die keine Rolle hät­ten spie­len dür­fen, oder wenn sie umgekehrt recht­ser­he­bliche Umstände auss­er Acht gelassen hat. Das Bun­des­gericht hebt ausser­dem Ermessensentschei­de auf und kor­rigiert diese, die sich als im Ergeb­nis offen­sichtlich unbil­lig, als in stossender Weise ungerecht erweisen…

4A_730/2016: Anlageberatung / Margin Call / Pflichten der Bank bei Verwertung verpfändeter Wertschriften

…Mar­gin Call keine Folge leis­ten sollte. Im Sep­tem­ber 2008 erliess die Bank einen Mar­gin Call und ver­langte den Ein­schuss von rund CHF 1 Mio. Da der Kunde dieser Auf­forderung nicht nachkam, veräusserte die Bank struk­turi­erte Pro­duk­te des Kun­den zu 85% des Nom­i­nal­w­erts. Zudem kündigte sie die beste­hen­den Kred­itlin­ien von rund EUR 20 Mio. und kaufte die verpfän­de­ten Ver­sicherungspo­li­cen zurück. Es…

Neue VITH und revidierte KVV verabschiedet: Integrität, Transparenz und Weitergabepflicht im Heilmittelvertrieb

…55 und 56 revH­MG) lösen die alte Vorschrift über das Ver­sprechen und Annehmen geld­w­ert­er Vorteile (Art. 33 altH­MG) ab.  Die neue VITH regelt die Details zu den geset­zlichen Vorschriften über Integrität und Trans­parenz im Arzneimit­tel- und Medi­z­in­pro­duk­te­bere­ich. Die Integrität­spflicht hält fest, dass das Ver­schreiben, Abgeben und Anwen­den von ver­schrei­bungspflichti­gen Arzneimit­teln nicht durch finanzielle Anreize bee­in­flusst wer­den dür­fen. Und nach dem Transparenzgebot…

5A_153/2018: Arrestlegung im Steuerrecht, Prosequierung, Aufhebung des Arrestbeschlags usw.

Das Bun­des­gericht hat sich in ein­er Rei­he von Urteilen mit Arresten beschäftigt, welche auf­grund ein­er Sich­er­stel­lungsver­fü­gung der Steuerver­wal­tung vol­l­zo­gen wor­den waren (5A_153/2018; 5A_149/2018 und 5A_152/2018; 5A_143/2018, 5A_144/2018, 5A_145/2018, 5A_147/2018; 5A_141/2018 und 5A_142/2018; 5A_137/2018, 5A_138/2018 und 5A_140/2018). Das kan­tonale Steuer­amt hat­te gegenüber A eine sog. Sich­er­stel­lungsver­fü­gung für Steuern erlassen und diese Ver­fü­gung durch entsprechende Arrest­be­fehle an die zuständi­gen Betrei­bungsämter bekräftigt. Arrest­grund

1C_526/2015, 1C_528/2015: Überleitung Lugnez gefährdet Auen von nationaler Bedeutung — BGer weist Sache an Vorinstanz zurück zur Anordnung notwendiger Massnahmen (amtl. Publ.)

…ergeben und damit die Notwendigkeit zusät­zlich­er Abklärun­gen begrün­den. Genau dies sei vor­liegend der Fall: Zusam­men­fassend weck­en die Parteigutacht­en erhe­bliche Zweifel an den Schlussfol­gerun­gen der Vorin­stanzen, wonach im Ist- und im Pro­jek­tzu­s­tand von einem wenig verän­derten Zus­tand auszuge­hen sei, und ins­beson­dere Grösse und Häu­figkeit der Hochwass­er genügten, um die für den Auen­er­halt notwendi­gen bet­tbilden­den Abflüsse und Geschiebe­be­we­gun­gen sicherzustellen. Vielmehr liegen konkrete Anhaltspunkte…