4A_424/2020: Krankentaggeldversicherung; Kündigung des Arbeitsverhältnisses vor Eintritt der Krankheit; Nachweis des Erwerbsausfalls; Beweislast und Beweismass (zur Publikation vorgesehen)

…einem solchen Fall die Beweis­last trägt; die ver­sicherte Per­son muss daher mit über­wiegen­der Wahrschein­lichkeit nach­weisen, dass sie ohne Arbeit­sun­fähigkeit eine Erwerb­stätigkeit ausüben würde. Dem Entscheid lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Der Ver­sicherte A (Kläger) arbeit­ete als Con­troller Sales Insur­ance bei der C AG (Arbeit­ge­berin), wobei sein Lohn über­durch­schnit­tlich hoch war. Er war in dieser Eigen­schaft bei der B AG (Ver­sicherin, Beklagte)…

4A_428/2015: Beteiligt sich eine Partei an einem Schiedsverfahren, ohne die Zuständigkeit des Schiedsgerichts in Frage zu stellen, ist sie mit der entsprechenden Rüge vor Bundesgericht wegen Verwirkung ausgeschlossen

…rechtzeit­ig im Schiedsver­fahren vor­bringt und nicht alle zumut­baren Anstren­gun­gen untern­immt, um den Man­gel zu beseit­i­gen. Beteiligt sich eine Partei an einem Schiedsver­fahren, ohne die Beset­zung bzw. die Zuständigkeit des Schieds­gerichts in Frage zu stellen, obschon sie die Möglichkeit zur Klärung dieser Frage vor der Fäl­lung des Schied­sentschei­ds hat, ist sie mit der entsprechen­den Rüge im bun­des­gerichtlichen Beschw­erdever­fahren wegen Ver­wirkung ausgeschlossen. …

4A_50/2012: Wirkungen von ausländischen Insolvenzvorschriften auf internationale Schiedsverfahren (amtl. Publ.)

…weil Art. 87 p‑IG ihr diese Fähigkeit ent­zo­gen habe, erwiderte das Bun­des­gericht (E. 3.4.2): Selb­st wenn Art. 87 p‑IG eine por­tugiesis­che Insol­venz­masse daran hin­derte, in einem por­tugiesis­chen Schiedsver­fahren als Partei aufzutreten, bliebe dies ohne Ein­fluss auf deren Parteifähigkeit in einem inter­na­tionalen Schiedsver­fahren mit Sitz in der Schweiz. Denn hierzu ist einzig entschei­dend, dass das por­tugiesis­che Recht der Beschw­erde­führerin Rechtsper­sön­lichkeit ein­räumt, dieser mithin…

6B_616/2016: Revision im abgekürzten Verfahren und Verweigerung amtlicher Verteidigung wegen Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels? (amtl. Publ.)

…einge­treten und ihr Gesuch um Bestel­lung eines amtlichen Vertei­di­gers abgewiesen wor­den war. Revi­sion gegen Urteil im abgekürzten Ver­fahren Die Vorin­stanz war der Ansicht, gemäss Art. 360 Abs. 1 lit. h StPO verzichteten die Parteien im abgekürzten Ver­fahren mit der Zus­tim­mung zur Anklageschrift auf sämtliche ordentlichen und ausseror­dentlichen Rechtsmit­tel. Der sum­marische Charak­ter des abgekürzten Ver­fahrens lasse eine Revi­sion gestützt auf neue Tatsachen…

4A_169/2021: Arbeitsvertrag; Bonus, Rechtsmittel bei Gegenstandslosigkeit (amtl. Publ.)

…zur Revi­sion der ZPO (BBl 2019 2762 f.) bestärkt, gemäss welch­er vorge­se­hen sei, in Art. 242 ZPO den Aus­druck “ohne Entscheid” durch “ohne Sachentscheid” zu erset­zen und den den Gliederungsti­tel des 6. Kapi­tels von “Beendi­gung des Ver­fahrens ohne Entscheid” in “Beendi­gung des Ver­fahrens ohne Sachentscheid” zu ändern. Die Botschaft führe dazu aus, es sei damit keine inhaltliche Änderung beab­sichtigt, sondern…

6B_129/2017: (Un-)Verwertbarkeit von Beweisen bei wiederholten Einvernahmen oder späteren Konfrontationseinvernahmen nach vorherigen Einvernahmen ohne Teilnahme des Beschuldigten (amtl. Publ.)

…hinzunehmen […]. Durch eine Ver­fahrenstren­nung geht der beschuldigten Per­son (bezo­gen auf Beweis­er­he­bun­gen in anderen Ver­fahren) auch das Ver­w­er­tungsver­bot des Art. 147 Abs. 4 StPO ver­loren, weil sie insoweit keine Ver­let­zung ihres Teil­nah­merechts gel­tend machen kann. Die Durch­führung ein­er Ein­ver­nahme ohne Teil­nahme des Beschuldigten ste­ht ein­er Wieder­hol­ung der Beweis­er­he­bung allerd­ings nicht grund­sät­zlich ent­ge­gen. Wird aber die Ein­ver­nahme wieder­holt oder zu einem…

4A_346/2013: Abgrenzung der sachlichen Zuständigkeit zwischen Handelsgericht und Mietgericht: Massgebend ist die Regelung der Verfahrensart (amtl. Publ.)

…der sach­lichen Zuständigkeit könne nur so erfol­gen, dass entwed­er das Han­dels­gericht zuständig sei und dieses im ordentlichen Ver­fahren und ohne vorgängige Schlich­tung entschei­de, oder dass die spez­i­fis­chen Miet­stre­it­igkeit­en von den ordentlichen Gericht­en bzw. Miet­gericht­en im vere­in­facht­en Ver­fahren und mit vorgängiger Schlich­tung durch die par­itätis­che Schlich­tungs­be­hör­den entsch­ieden wer­den (E. 4.4.3.1). Weit­er hielt das Gericht fest, dass das mietrechtliche Ver­fahren erhe­bliche Unterschiede…

4F_7/2020: Revisionsgesuch wegen nachträglichen, erheblichen Tatsachen oder Beweismittel (amtl. Publ.)

…bzw. das neu ent­deck­te Beweis­mit­tel erhe­blich sei. In diesem Rah­men befasse sich das Bun­des­gericht mit den neu ent­deck­ten Tat­sachen und Beweis­mit­teln, auch wenn es den Sachver­halt im vor­ange­gan­genen Beschw­erdever­fahren nur mit beschränk­ter Kog­ni­tion hätte über­prüfen kön­nen. Hinge der Anwen­dungs­bere­ich von Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG von der Kog­ni­tion im vor­ange­hen­den Beschw­erdever­fahren ab, würde der Gesuch­steller oft ohne Revisionsrechtsmittel…

4A_191/2019: Nichteintretensentscheid der paritätischen Schlichtungsbehörde bei offensichtlicher sachlicher Unzuständigkeit (amtl. Publ.)

…ter­mi­nol­o­gisch grund­sät­zlich zwis­chen den “Gericht­en” und den “Schlich­tungs­be­hör­den”. Umgekehrt wür­den diese im “1. Teil: All­ge­meine Bes­tim­mungen” enthal­te­nen Nor­men einen Nichtein­tretensentscheid ein­er sach­lich unzuständi­gen Schlich­tungs­be­hörde auch nicht ohne Weit­eres aus. So ste­he der Wort­laut von Art. 126 Abs. 1 ZPO einem Sistierungsentscheid der Schlich­tungs­be­hörde nicht ent­ge­gen. Zudem sei anerkan­nt, dass sich die in Art. 4 Abs. 1 ZPO ver­ankerte kan­tonale Kompetenz…

5a_313/2010: Verrechnung mit einer bestrittenen Gegenforderung wirkt trotz OR 120 II erst bei gerichtlicher Bestätigung der Gegenforderung; solche Verrechnung daher keine taugliche Einwendung gegen def. Rechtsöffnung (amtl. Publ.)

Beruht eine Forderung auf einem voll­streck­baren Urteil ein­er Behörde des Bun­des oder des Kan­tons, in dem die Betrei­bung ein­geleit­et ist, wird die defin­i­tive Recht­söff­nung nach SchKG 81 I erteilt, wenn  der Betriebene nicht durch Urkun­den beweist, dass die Schuld seit Erlass des Urteils getil­gt oder ges­tun­det wor­den ist, oder die Ver­jährung anruft. Als Tilgung kommt nach der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung auch die Verrechnung…