5A_27/2013: Notverkauf betr. Masai Barefoot Technoloy: Eintritt in das Konkursverfahren im aktuellen Stand; Spezialanzeige

…ganzen Frei­hand­verkauf aufzuheben und rück­abzuwick­eln, ohne dass Gewähr für ein höheres Ange­bot beste­ht […]   Das BGer brauchte daher die schon in  BGE 131 III 280 offen­ge­lassene Frage nicht zu beant­worten, ob der Notverkauf gegenüber den Gläu­bigern generell von den Pflicht­en nach SchKG 256 III befre­it (wertvolle Ver­mö­gens­ge­gen­stände und Grund­stücke dür­fen nur frei­händig verkauft wer­den, wenn die Gläu­biger vorher höhere Ange­bote machen konnten).…

5A_10/2014: Nachweis von ausländischem Recht (Art. 16 IPRG) im Rechtsöffnungsverfahren (frz., amtl. Publ.)

…(vgl. Art. 84 Abs. 2 SchKG) nicht verpflichtet sei, das aus­ländis­che Recht von Amtes wegen festzustellen (E. 2.4.). Dies ent­bindet indessen den Gläu­biger nicht von sein­er Pflicht, auch ohne Auf­forderung des Gerichts bei der Fest­stel­lung des aus­ländis­chen Rechts mitzuwirken, soweit man dies von ihm erwarten kann. Da der Gläu­biger vor­liegend Wohn­sitz in Eng­land hat­te, wäre es ihm zuzu­muten gewe­sen, den…

6B_180/2011: Zusatzstrafe und Gesamtstrafe; retrospektive Konkurrenz, Asperationsprinzip und Kumulationsprinzip (amtl. Publ.)

…im Rah­men ein­er allfäl­li­gen nachträglichen Ver­fahrensvere­ini­gung (welch­er unter der am 1. Jan­u­ar 2011 in Kraft getrete­nen StPO ohnehin enge Gren­zen geset­zt sind, vgl. Art. 34 Abs. 2, Art. 333 Abs. 2 und 3 StPO; BBl 2006 1142 und 1281; dazu auch BGE 135 III 334 E. 2 […]) nicht zum Tra­gen, d.h. es sind ungeachtet der späteren Ver­fahrensvere­ini­gung selb­ständi­ge Strafen…

4A_213/2022: Fristlose Kündigung; Beschwerde gegen Beweisverfügung zur Offenlegung von Strafverfahrensakten

…Beurteilung der wichti­gen Kündi­gungs­gründe ohnehin nicht berück­sichtigt wer­den kön­nten (E. 5). Man­gels gehöriger Rüge dieses Punk­ts im vorin­stan­zlichen Ver­fahren, beurteilte das Bun­des­gericht das dies­bezügliche Vor­brin­gen der Beschw­erde­führerin im Hin­blick auf den Grund­satz der Erschöp­fung des Instanzen­zugs jedoch als unzuläs­sig (E. 5.2). Die weit­eren Rügen der Beschw­erde­führerin, ins­beson­dere die Ver­let­zung der richter­lichen Pflicht, die Pri­vat­sphäre der Beschw­erde­führerin durch ver­hält­nis­mäs­sige Mass­nah­men zu…

6B_835/2009: Gerichtliche Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolge

Gegen X. wurde – anlässlich Strafanzeige und Strafantrag durch ihren Ehe­mann Y. – eine Stra­fun­ter­suchung wegen Dro­hung, Tätlichkeit­en und Miss­brauchs ein­er Fer­n­meldean­lage ein­geleit­et. Das Ver­fahren gegen X. wurde schliesslich eingestellt, da Y. im Rah­men ein­er Eheschutzkon­ven­tion sein Desin­ter­esse an der Weit­er­führung des Strafver­fahrens gegen seine Ehe­frau erk­lärte. Die Ver­fahrenskosten in Höhe von 500,- CHF wur­den ihr indessen aufer­legt. Mit Verfügung…

2C_557/2007: Fehlende neue Tatsachen im Nachsteuerverfahren

Eine Dar­lehens­ge­berin ver­s­teuerte eine Dar­lehens­forderung als Ver­mö­gen; den Zin­sanspruch schlug sie jew­eils zum Ver­mö­gen, ohne ihn als Einkom­men zu deklar­i­eren. Sie wurde in den Peri­o­den 2001–2003 entsprechend ver­an­lagt. Im Ver­an­la­gungsver­fahren 2004 stellte die Steuer­be­hörde fest, dass kein Zin­ser­trag deklar­i­ert wor­den war, und forderte Nach­s­teuern. Diese Forderung ist unberechtigt, wie das BGer mit Bezug auf die Bun­des- wie die Kan­tons- und…

1C_181/2019: Totalrevision des Polizeigesetzes des Kantons Bern / abstrakte Normenkontrolle (amtl. Publ.)

…das BGer – kön­nte ein Polizist die Mass­nahme ohne vorgängige richter­liche Genehmi­gung anord­nen und bis zu einem Monat weit­er­führen, ohne dass während dieser Zeit die Möglichkeit bestünde, die recht­mäs­sige Anwen­dung der Mass­nahme zu über­prüfen. Zudem kön­nte die Kan­ton­spolizei die nachträgliche Mit­teilung an die beobachtete Per­son auch ohne richter­liche Zus­tim­mung auf­schieben oder gar unter­lassen. Das BGer hebt die erwäh­n­ten Bes­tim­mungen auf,…

2C_149/2018: Preisempfehlungen; Begriff der abgestimmten Verhaltensweisen (amtl. Publ.)

…Infor­ma­tio­nen, die unter nor­malen Mark­tbe­din­gun­gen nicht ohne weit­eres zugänglich, son­dern nur auf­grund eines bewussten Infor­ma­tion­saus­tausches unter den Mark­t­teil­nehmern ver­füg­bar seien. Dabei sei das Medi­um des Infor­ma­tion­saus­tausches uner­he­blich. Beim Infor­ma­tion­saus­tausch han­dle es sich um Infor­ma­tio­nen, welche die zukün­ftige Mark­t­strate­gie der Wet­tbe­wer­ber betr­e­f­fen bzw. Rückschlüsse darauf zulassen wür­den, wie Preise, Umsätze, Pro­duk­ten­twick­lung etc. Ihre Ken­nt­nis ver­min­dere oder beseit­ige die nor­maler­weise beste­hen­den Unsicherheiten…

4A_142/2023: Spitalzusatzversicherung nach VVG, Globalübernahme und Auslegung von BVB

…der grau hin­ter­legten Leis­tung “[f]reie Spi­tal­wahl” sei in der Fuss­note 2b erläutert wor­den, dass dies allein bei den vom Ver­sicher­er anerkan­nten Spitälern der Fall sei, wobei sich die Liste der Spitäler ohne Kos­ten­deck­ung unter “B________.ch/tarifverhandlungen” find­en lasse. Die Weit­er­führung sämtlich­er Leis­tun­gen seien ohne Änderun­gen nicht garantiert wor­den. Für den Fall, dass er unverän­derte Leis­tun­gen gewün­scht hätte, sei dem Ver­sicherten aufgezeigt…

4A_102/2024: Anspruch auf Teuerungszulagen; Auslegung nach dem Vertrauensprinzip

…das Bun­des­gericht im Zusam­men­hang mit Grat­i­fika­tio­nen unter bes­timmten Umstän­den angenom­men, dass ein Frei­willigkeitsvor­be­halt zu ein­er Leer­formel verkom­men kann. Dies aber nur dann, wenn die Grat­i­fika­tion während min­destens zehn Jahren an den betr­e­f­fend­en Arbeit­nehmer aus­gerichtet wurde […]. Diese Voraus­set­zung ist vor­liegend nicht erfüllt. Ohnehin lässt sich diese Recht­sprechung zur Grat­i­fika­tion nicht ohne weit­eres auf die vor­liegende Kon­stel­la­tion der Aus­rich­tung ein­er Teuerungszulage…