5A_882/2010: Schuldneranweisung durch subrogierende Gemeinwesen (amtl. Publ.)

…auf den jew­eils fäl­lig wer­den­den Betrag: 3.8 […] Der Rechtsüber­gang umfasst mehr als die einzelne, peri­odisch fäl­lig wer­dende Unter­halts­forderung. Vielmehr sollen dem sub­ro­gieren­den Gemein­we­sen grund­sät­zlich diesel­ben Rechte zuste­hen wie dem unter­halts­berechtigten Kind. Aus­geschlossen vom Über­gang sind einzig höch­st­per­sön­liche Rechte, also Rechte, die an die Per­son des Berechtigten gebun­den sind (BGE 106 III 18 E. 2 S. 20). Dass das Recht

4A_19/2020: Aktienrechtliche Verantwortlichkeit; Löschung der Gesellschaft im Handelsregister; Auswirkungen auf die Abtretungsgläubiger nach Art. 260 SchKG (amtl. Publ.)

…Lehre kon­tro­vers disku­tiert werde, ob Han­del­sreg­is­tere­in­tra­gun­gen für das Unterge­hen von Aktienge­sellschaften kon­sti­tu­tiv sei, mithin ob Aktienge­sellschaften mit der Löschung im Han­del­sreg­is­ter unterge­hen oder nicht. Im Urteil 4A_384/2016 habe das Bun­des­gericht fest­ge­hal­ten, dass mit der Löschung ein­er sich in Liq­ui­da­tion befind­en­den Aktienge­sellschaft im Han­del­sreg­is­ter deren Rechtsper­sön­lichkeit unterge­he. Damit fehle der Rechtsträger des Ver­ant­wortlichkeit­sanspruchs auf Ersatz des Gesellschaftss­chadens (4A_384/2016, E. 2.1.3). Fehle…

4A_16/2008: Gaunerlohn ist nicht zurückzugeben (Praxisänderung zu Art. 66 OR)

Das Bun­des­gericht hat in einem jüng­sten Entscheid (4A_16/2008) seine bish­erige Rechtsprechung zu Art. 66 OR geän­dert. Nach der bish­eri­gen Rechtsprechung schloss Art. 66 OR die Rück­forderung nicht bloss dessen aus, was zur Ans­tiftung oder Beloh­nung eines rechts- oder sit­ten­widri­gen Han­delns gegeben wurde (“Gauner­lohn”), son­dern die Rück­forderung aller Leis­tun­gen, die auf­grund eines rechts- oder sit­ten­widri­gen Ver­trags erbracht wur­den. Diese Auf­fas­sung (siehe…

4A_639/2023: Eintragungen in ausländischen Handelsregistern sind nicht notorisch (amtl. Publ.)

…23.09.2022 von 0.95908 Immo­bil­iar­dar­lehen Kon­to yyy, Grund­schul­durkunde zzz vom 12.04.2012 inkl. Zwangsvoll­streck­ung­sun­ter­w­er­fung, Kündi­gungss­chreiben vom 21.12.2020, Forderungs­berech­nung per 23.09.2022 und Jahreskon­toauszüge 2015 bis 2021.” Dage­gen erhob B Rechtsvorschlag. Mit Eingabe vom 11. Okto­ber 2022 ver­langte die Sparkasse B beim Einzel­richter am Bezirks­gericht March die Erteilung der defin­i­tiv­en Rechtsöff­nung. Der angerufene Rechtsöff­nungsti­tel (Grund­buchbestel­lung­surkunde vom 12. April 2012 resp. Dar­lehensver­trag vom 7. April 2012)…

4A_508/2013 (amtl. Publ.): Prüfung, ob das Schiedsgericht gegen den Grundsatz der materiellen Rechtskraft verstiess

…gestützt auf Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG mit dem Argu­ment, dass das Schieds­gericht gegen den Grund­satz der materiellen Rechtskraft ver­stossen habe, weil ein staatlich­es Gericht bere­its die Nichtigkeit des Ver­trags AA1 fest­gestellt habe. Das Bun­des­gericht bestätigte ein­lei­t­end, dass ein Schiedsspruch mit dem prozes­sualen Ordre pub­lic unvere­in­bar sei, wenn das Schieds­gericht gegen den Grund­satz der materiellen Rechtskraft ver­stossen würde (E. 3.1): Un tri­bunal arbi­tral viole…

5A_207/2007: Limitiertes Vorkaufsrecht (amtl. Publ.)

…das lim­i­tierte Vorkaufsrecht (das gültig war, weil der Preis immer­hin bes­timm­bar war) lag hier in ein­er Erk­lärung des Grund­buch­beamten, welch­er beim Verkauf des vom Vorkaufsrecht erfassten Grund­stücks durch den Brud­er an einen Drit­ten der Schwest­er “namens der Parteien” mit­geteilt hat­te, diese könne das Vorkaufsrecht gegen ihren Brud­er ausüben. Der Brud­er musste diese Erk­lärung gegen sich gel­ten lassen. Das Vorkaufsrecht war…

Ausdehnung der Rechtshilfe bei Fiskaldelikten geplant

…nur bei Steuer­be­trug, son­dern auch bloss­er Steuer­hin­terziehung Amt­shil­fe; in diesen Fällen ist jedoch nach gel­ten­dem Recht keine Rechtshil­fe möglich. Daher soll das Rechtshil­ferecht an die Grund­sätze der inter­na­tionalen Zusam­me­nar­beit bei Fiskalde­lik­ten angepasst wer­den. Die Neuerun­gen beziehen sich auf fol­gende Punk­te:  Der im Rechtshil­fege­setz ver­ankerte Vor­be­halt, dass bei Fiskalde­lik­ten keine Rechtshil­fe geleis­tet wird, soll kün­ftig gegenüber Staat­en mit einem Dop­pelbesteuerungsabkom­men (DBA)…

5A_672/2020: Nichtigkeit einer Betreibungshandlung während des Rechtsstillstands nach Art. 62 SchKG (Franz.; amtl. publ.)

…109 LP et, à défaut de laque­lle, le droit sera con­sid­éré comme recon­nu par lui pour la pour­suite en cause (art. 140 al. 2 LP et 37 al. 2 ORFI;…).” Sodann set­zte sich das Bun­des­gericht mit der Rechtsfolge ein­er Ver­let­zung von Art. 56 Ziff. 3 SchKG auseinan­der. Die Vorin­stanz machte gel­tend, dass eine Zustel­lung während des Rechtsstill­stands nicht nichtig sei. Vielmehr…

5A_428/2009: Einschränkung des Besitzes durch öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung (amtl. Publ.)

…Gegen dieses Urteil gelangte die Eigen­tümerin an das Bun­des­gericht. Das Bun­des­gericht weist die Beschw­erde ab. Zu unter­schei­den war zunächst der Besitz als tat­säch­liche Gewalt und das Recht an der Sache. Der sofor­tige Nach­weis durch den Beklagten seines besseren Rechts (ZGB 927 II) beste­ht nur bei der Besitze­sentziehung, nicht bei der Besitzesstörung, so dass an und für sich das Recht an…

4A_58/2020: Interne Schiedsgerichtsbarkeit / Anfechtung eines Schiedsspruchs, in welchem dem Schiedskläger, der die gesamten Kosten des Schiedsverfahrens vorgeschossen hat, ein Rückgriffsrecht gegen den Schiedsbeklagten gegeben wird, der seinen Teil des Vorschusses nicht bezahlt hat

…lit. e ZPO vor. Das Bun­des­gericht erläuterte, dass gemäss Art. 393 lit. e ZPO gegen den Schiedsspruch vorge­bracht wer­den könne, er sei im Ergeb­nis willkür­lich, weil er auf offen­sichtlich akten­widri­gen tat­säch­lichen Fest­stel­lun­gen oder auf ein­er offen­sichtlichen Ver­let­zung des Rechts oder der Bil­ligkeit beruhen würde. Mit offen­sichtlich­er Ver­let­zung des Rechts sei indes nur eine Ver­let­zung des materiellen Rechts gemeint und nicht…