4A_342/2015: Schranken des Anspruchs auf rechtliches Gehör in der Schiedsgerichtsbarkeit: Kein zwingender Anspruch auf Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (amtl. Publ.)

…Ver­let­zung des Anspruchs auf rechtlich­es Gehör. Das Bun­des­gericht erk­lärte, dass der Anspruch auf rechtlich­es Gehör im kon­tradik­torischen Ver­fahren weit davon ent­fer­nt sei, unbe­gren­zt zu sein (“loin d’être illim­ité”); im Gegen­teil bestün­den wichtige Ein­schränkun­gen im Bere­ich der inter­na­tionalen Schieds­gerichts­barkeit. So könne die rel­a­tiv strenge bun­des­gerichtliche Rechtsprechung zum Rep­likrecht nicht unbe­se­hen auf die interne und inter­na­tionale Schieds­gerichts­barkeit über­tra­gen wer­den. In der Schieds­gerichts­barkeit beinhalte…

5A_842/2011: Unentgeltliche Rechtspflege für Verfahren um Abänderung eines Scheidungsurteils (amtl. Publ.)

…Vorin­stanz hat die Rechtsbegehren des Beschw­erde­führers in sein­er Klage zur Abän­derung des Schei­dung­surteils und in sein­er Beschw­erde gegen die Abweisung des Gesuchs um unent­geltliche Rechtspflege somit zu Unrecht als aus­sicht­s­los beurteilt. Das Bun­des­gericht weist die Beschw­erde gut und bestellt dem Beschw­erde­führer einen unent­geltlichen Rechtsbei­s­tand, da er nach den Fest­stel­lun­gen der Vorin­stanzen nicht über die für das Ver­fahren erforder­lichen Mit­tel verfügt.…

4A_460/2013: Verletzung des rechtlichen Gehörs bejaht, weil das Schiedsgericht eine rechtserhebliche Argumentation unberücksichtigt gelassen hat

Im Entscheid 4A_460/2013 vom 4. Feb­ru­ar 2014 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob das Schieds­gericht das Argu­ment der Beschw­erde­führerin, wonach ein gültiger Haf­tungsauss­chluss vere­in­bart wor­den war, in Ver­let­zung des rechtlichen Gehörs unberück­sichtigt gelassen habe. Die Beschw­erde­führerin warf dem Schieds­gericht eine Ver­let­zung des rechtlichen Gehörs gemäss Artikel 190 Abs. 2 lit. d IPRG vor. Das Bun­des­gericht wieder­holte in seinem Entscheid…

4D_62/2015: Unentgeltliche Rechtspflege; teilweise Aussichtslosigkeit (amtl. Publ.)

…Gemäss Bun­des­gericht kann ein­er bedürfti­gen Partei die unent­geltliche Rechtspflege auch nur teil­weise in Bezug auf die nicht aus­sicht­slosen Rechtsbegehren gewährt wer­den, wenn selb­st­ständi­ge Rechtsbegehren gestellt wer­den, die unab­hängig voneinan­der beurteilt wer­den kön­nen (zum Ganzen E. 5.4). Ist ein und das­selbe Rechtsbegehren teil­weise aus­sicht­s­los, ist bei leichtem Überk­la­gen die unent­geltliche Rechtspflege voll­ständig zu gewähren (E. 5.5 und 5.6). Wird dage­gen eine offensichtlich…

5A_305/2014: Aufhebung der Konkurseröffnung (Art. 174 SchKG), Anspruch auf rechtliches Gehör

…dessen Ver­let­zung grund­sät­zlich ungeachtet der materiellen Begrün­de­theit des Rechtsmit­tels zur Gutheis­sung der Beschw­erde führe (E. 3.2. m.w.H.). Deshalb wurde diese Rüge vor­weg geprüft. Zum Inhalt des Anspruchs auf rechtlich­es Gehör führte das Bun­des­gericht aus (E. 3.3.): „Der Anspruch auf rechtlich­es Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht alle Befug­nisse, die ein­er Partei einzuräu­men sind, damit sie in einem Ver­fahren ihren Stand­punkt wirk­sam zur…

4A_189/2024: Art. 103a VVG ist auch auf das direkte Forderungsrecht nach Art. 60 Abs. 1bis VVG anwendbar (amtl. Publ.)

…wurde. Das Bun­des­gericht legte Art. 103a VVG aus und kam zum Schluss, dass die Über­gangs­bes­tim­mung von Art. 103a VVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 eine abschliessende Regelung enthält, was dem Gebot der Rechtssicher­heit entspricht (E. 2.4.7). Daraus fol­gt, so das Bun­des­gericht, dass Art. 103a VVG das direk­te Forderungsrecht gemäss Art. 60 Abs. 1bis VVG auch erfasst. Fol­glich ste­ht dem Geschädigten kein direk­tes Forderungsrecht zu,…

4A_203/2025: Prozesskosten — Eigenständigkeit von Rechtsöffnungsverfahren und Aberkennungsklage

Das Bun­des­gericht ging in seinem Entscheid 4A_203/2025 der Frage nach, ob ein­er Partei für ein rechtskräftig abgeschlossenes Rechtsöff­nungsver­fahren nachträglich im Aberken­nungsver­fahren eine Parteientschädi­gung aus­gerichtet wer­den kann. Sachver­halt Die A. AG (Beschw­erde­führerin, Beklagte) betrieb die C. Anlages­tiftung (Beschw­erdegeg­ner­in, Klägerin) auf rund CHF 161’500. Nach erhoben­em Rechtsvorschlag erteilte das Bezirks­gericht Zürich am 27. März 2024 der Gläu­bigerin (A. AG) pro­vi­sorische Rechtsöff­nung über CHF

4A_558/2020: natürlicher Kausalzusammenhang im Haftpflichtrecht

…die Beklagte u.a. eine Ver­let­zung von Art. 41 OR und Art. 58 SVG und machte gel­tend, dass die Vorin­stanz den natür­lichen Kausalzusam­men­hang zu Unrecht bejaht habe. Zunächst rief das Bun­des­gericht seine kon­stante Rechtsprechung zum natür­lichen Kausalzusam­men­hang in Erin­nerung: Für die Bejahung des natür­lichen Kausalzusam­men­hanges genügt es ‚dass das schädi­gende Ereig­nis zusam­men mit anderen Bedin­gun­gen die kör­per­liche oder geistige Integrität des Klägers beeinträchtigt…

5A_1025/2020: Vorsorgliche Massnahmen vor Rechtshängigkeit der selbständigen Kinderunterhaltsklage

…den Unter­halt des Kindes zu hin­ter­legen oder vor­läu­fig zu zahlen.” In der Lehre ist deshalb umstrit­ten, ob vor­sor­gliche Mass­nahme weit­er­hin erst zuläs­sig sind, nach­dem die selb­ständi­ge Unter­halt­sklage rechtshängig ist. Das Oberg­ericht Aar­gau bejahte dies. Es erwog zusam­menge­fasst, aus der Botschaft des Bun­desrats zur ZPO lasse sich ableit­en, dass der Geset­zge­ber in Art. 303 Abs. 1 ZPO das bish­erige Recht habe übernehmen wollen.…

5A_9/2012: Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden nach neuem Recht (ZPO 405 I): Bestätigung der Rechtsprechung

…137 III 424 (Sabena) u.a. entsch­ieden, dass sich Rechtsmit­tel gegen Zwis­ch­enentschei­de nicht nach ZPO 404 (Weit­ergel­tung des bish­eri­gen Rechts), son­dern nach ZPO 405 I richt­en (Gel­tung des Rechts, das bei Eröff­nung des ange­focht­e­nen Entschei­ds in Kraft ist). Das KGer ZG hat­te trotz­dem bewusst altes Ver­fahrensrecht ange­wandt, das eine Beschw­erde vor­liegend nicht vor­sah, und war deshalb auf die Beschw­erde nicht einge­treten. Nach sein­er Ansicht trägt die…