2C_116/2007 und 2C_396/2007: Rechtsfragen grundsätzlicher Bedeutung? (PPP, öff. Beschaffungsrecht; hier verneint)

Das Vor­liegen ein­er “Rechtsfrage von grund­sät­zlich­er Bedeu­tung” ist restrik­tiv zu beurteilen. Das BGer stellt bei dieser Frage u.a. auch darauf ab, ob andere Rechtsmit­tel zur Ver­fü­gung ste­hen. Hier, im Bere­ich der öffentlichen Beschaf­fung, ste­ht bei kan­tonalen Sub­mis­sio­nen die sub­sidiäre Ver­fas­sungs­beschw­erde zur Ver­fü­gung; bei Verge­bun­gen durch Bun­des­or­gane, die dem Beschaf­fungsrecht unter­ste­hen, kann das Bun­desver­wal­tungs­gericht angerufen wer­den (BoeB 27 I). Das BGer…

2C_418/2011: ungebührlicher Inhalt einer Rechtsschrift

…lässt und gewählter Ton und Aus­druck­sweise sich auch durch das Recht auf selb­st harte Kri­tik an den Behör­den nicht mehr rechtfer­ti­gen lassen […]. Bere­its einzelne Äusserun­gen in den bei­den Schrift­sätzen des Beschw­erde­führers waren laut Bun­des­gericht schon für sich allein nicht mit dem min­i­mal­sten prozes­sualen Anstand vere­in­bar. Jeden­falls aber ging die zweite “verbesserte” Rechtsschrift angesichts der Anhäu­fung halt­los­er, Ver­ach­tung aus­drück­ender Wortwendungen…

5A_249/2014: Keine definitive Rechtsöffnung für ein Urteil des Arbeits- und Sozialgerichts Wien (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Entscheid hat­te sich das Bun­des­gericht mit der Frage zu befassen, ob gestützt auf ein Urteil des Arbeits- und Sozial­gerichts Wien betr­e­f­fend die Bezahlung von Lohnzuschlä­gen für das Urlaub­sent­gelt von Arbeit­nehmern nach öster­re­ichis­chem Recht die defin­i­tive Rechtsöff­nung erteilt wer­den könne. Die erste und die zweite Instanz hat­ten die Rechtsöff­nung ver­weigert. Das Bun­des­gericht erwog zunächst, dass die Beschw­erde in Zivilsachen…

4A_637/2023: Rechtsöffnungstitel und Drittpfandeigentümer (amtl. Publ.; FR)

…bun­des­gerichtliche Rechtsprechung zum Urteil betr­e­f­fend die defin­i­tive Ein­tra­gung des Bauhandw­erkep­fan­drechts (BGE 138 III 132, E. 4.2.2) kam das Bun­des­gericht zum Schluss, dass die voll­streck­bare öffentliche Urkunde nur im Rechtsöff­nungsver­fahren gegen den Gen­er­alun­ternehmer einen defin­i­tiv­en Rechtsöff­nungsti­tel darstellt. Dage­gen stellt die vom Gen­er­alun­ternehmer unterze­ich­nete voll­streck­bare öffentliche Urkunde keinen defin­i­tiv­en Rechtsöff­nungsti­tel bezüglich der Forderung im Rechtsöff­nungsver­fahren gegen den Drittp­fan­deigen­tümer dar, da diese voll­streck­bare öffentliche…

Neues Erwachsenenschutzrecht ab 1. Januar 2013

Der Bun­desrat hat heute das neue Erwach­se­nen­schutzrecht auf den 1. Jan­u­ar 2013 in Kraft geset­zt. Die am 19. Dezem­ber 2008 vom Par­la­ment ver­ab­schiedete Änderung des Zivilge­set­zbuch­es (Erwach­se­nen­schutzrecht, Per­so­n­enrecht und Kindesrecht) passt das seit 1912 nahezu unverän­dert gebliebene Vor­mund­schaftsrecht den heuti­gen Ver­hält­nis­sen und Anschau­un­gen an. Hierzu heisst es in der Medi­en­mit­teilung des Bun­de­samtes für Jus­tiz: Das neue Erwach­se­nen­schutzrecht will das Selb­st­bes­tim­mungsrecht fördern…

4A_198/2012: Verzicht auf Begründung eines im Dispositiv eröffneten Schiedsspruchs impliziert keinen Rechtsmittelverzicht

…Schiedsspruchs innert der vorge­se­henen zehn­tägi­gen Frist. Das Bun­des­gericht prüfte in der Folge von Amtes wegen die Frage, ob die Beschw­erde­führerin mit diesem Verzicht impliz­it erk­lärt hat­te, auf die Ein­le­gung eines Rechtsmit­tels zu verzicht­en. Das Bun­des­gericht ver­wies zunächst auf Art. 239 Abs. 2 ZPO, wonach ein Rechtsmit­telverzicht angenom­men wird, wenn die Parteien keine schriftliche Begrün­dung ver­lan­gen. Hierzu bemerk­te jedoch das Bundesgericht,…

5A_378/2012: Kein Fristenstillstand im Rechtsmittelverfahren gegen Summarentscheid; anders aber bei versäumtem Hinweis darauf in der Rechtsmittelbelehrung (amtl. Publ.)

…find­et sich im 1. Teil der Zivil­prozes­sor­d­nung (“All­ge­meine Bes­tim­mungen”), der auch für Rechtsmit­tel gilt, und umfasst sowohl geset­zliche als auch richter­liche Fris­ten, also auch Rechtsmit­tel­fris­ten (E. 4.4.3). Das Ziel der Ver­fahrens­beschle­u­ni­gung im sum­marischen Ver­fahren soll nicht nur im erstin­stan­zlichen Ver­fahren gel­ten, son­dern auch im Rechtsmit­telver­fahren, weshalb eine verkürzte Rechtsmit­tel­frist gilt (Art. 314 Abs. 1 und Art. 321 Abs. 2 ZPO),…

4A_255/2019: Arztberichte, Gutachten und antizipierte Beweiswürdigung (Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bejaht)

…Das Bun­des­gericht rief zunächst die all­ge­meinen Grund­sätze im Zusam­men­hang mit dem Anspruch auf rechtlich­es Gehör und dem Bewe­is­führungsanspruch (als Teil­ge­halt des Anspruchs auf rechtlich­es Gehör) in Erin­nerung (E. 6.3.1 und 6.3.2). Vor­liegend hielt das Bun­des­gericht fest, dass die Vorin­stanz den Anspruch auf rechtlich­es Gehör der Ver­sicherung ver­let­zt habe, da diese in ihrer Klageant­wort sub­sidiär die Ein­hol­ung eines Gerichtsgutacht­en beantragt hat­te und…

4A_1/2016: Auskunftsrecht nach URG 62 I; Nachweis einer Verletzung oder Gefährdung als Voraussetzung des Auskunftsrechts

…ein­er Ver­let­zung oder Gefährdung eines Urhe­ber­rechts oder eines ver­wandten Schutzrecht­es abhängig ist: Die Beschw­erde­führerin muss daher nicht nur ihr Urhe­berrecht an den Werken, son­dern auch die Ver­let­zung oder min­destens die Gefährdung ihrer Rechte daran nach­weisen, um die in Art. 62 Abs. 1 lit. c URG ange­führten Auskün­fte bezüglich der “wider­rechtlich hergestellt (en) oder in Verkehr gebracht (en) Gegen­stände” zu erhalten.…

5A_234/2007: Mietvertrag ohne Nachmieter: bei vorzeitiger Rückgabe ein Rechtsöffnungstitel (amtl. Publ.)

Das BGer hat die Frage, ob im Falle der vorzeit­i­gen Rück­gabe des Mieto­b­jek­ts der Mietver­trag ohne Nen­nung eines zumut­baren Nach­mi­eters einen Rechtsöff­nungsti­tel darstellt, als Rechtsfrage grund­sät­zlich­er Bedeu­tung entsch­ieden. In solchen Fällen ist der Mietver­trag ein pro­vi­sorisch­er Rechtsöff­nungsti­tel, denn  “mit der Unterze­ich­nung des Mietver­trags anerken­nt der Mieter die Pflicht zur Miet­zin­szahlung nicht nur für die Dauer des Besitzes der Miet­sache. Vielmehr bezieht…