4A_476/2014: Fristwahrung trotz Zustellung der Berufung an die Vorinstanz (amtl. Publ.)

…das Rechtsmit­tel unverzüglich an die zuständi­ge Rechtsmit­telin­stanz weit­erzuleit­en (E. 3.7). Eine verse­hentliche Ein­re­ichung des Rechtsmit­tels an eine andere Instanz als die Vorin­stanz wäre hinge­gen nicht frist­wahrend. In diesen Fällen kann die Frist nur als gewahrt betra­chtet wer­den, wenn die unzuständi­ge Behörde das Rechtsmit­tel noch innert Frist an die zuständi­ge Rechtsmit­telin­stanz weit­er­leit­et, wozu sie geset­zlich aber nicht verpflichtet ist (E. 3.6). …

4A_363/2013: Partizipationsscheine sind bei der Genossenschaft unzulässig (amtl. Publ.)

…auszugeben. Dabei soll­ten diese Beteili­gungss­cheine wesentliche Ele­mente des aktien­rechtlichen Par­tizipa­tion­ss­cheins enthal­ten. Ins­beson­dere hät­ten die Beteili­gungss­cheine ein Recht auf Gewinn­beteili­gung eingeräumt, deren Inhab­ern hätte aber kein Stimmrecht zuge­s­tanden. Die Vorin­stanz hielt dafür, dem gel­tenden Genossen­schaftsrecht lasse sich keine Antwort auf die Frage ent­nehmen, ob Genossen­schaften Par­tizipa­tion­ss­cheine aus­geben dürften. Es lag nach Ansicht der Vorin­stanz eine geset­zliche Lücke vor, welche unter Zurück­greifen auf die Rechtslage…

2C_450/2010: Energieliefersperre kein blosser Realakt und gegenüber Mietern unverhältnismässig

…Fall wurde der Beschw­erde­führer – wie die anderen Mieter – lediglich mit einem Infor­ma­tion­ss­chreiben ori­en­tiert, welch­es laut Bun­des­gericht (E. 5.7) für eine rechtsunkundi­ge, nicht vertretene Per­son zu wenig geeignet gewe­sen ist, Grund­lage zur Wahrnehmung ihrer Rechte zu bilden. Damit wurde dem Beschw­erde­führer das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ver­weigert, was auch nicht als nachträglich geheilt gel­ten kann,…

5A_334/2014: Namensänderung minderjähriger Kinder nach Scheidung der Eltern; geänd. Rspr. zum neuen Namensrecht (amtl. Publ.)

…Vertreter gestellt wer­den. Der bürg­er­liche Name ein­er Per­son ist, wie das Bun­des­gericht weit­er aus­führt, grund­sät­zlich unverän­der­lich. Nach bish­eri­gen Recht waren “wichtige Gründe” für eine Namen­sän­derung nachzuweisen (Art. 30 Abs. 1 altZGB). Nach der Rechtsprechung zur früheren Geset­zes­fas­sung ver­mochte die blosse Wieder­her­stel­lung der Namen­si­d­en­tität zwis­chen Kind und sorge­berechtigter Mut­ter eine Namen­sän­derung nicht zu rechtfer­ti­gen. Am 1. Jan­u­ar 2013 ist die Revi­sion zum Namensrecht in…

2C_477/2012: Die Medikamentenversandverträge zwischen Ärzten des Kantons Zürich und der ‘Zur Rose AG’ sind bundesrechtswidrig (amtl. Publ.)

…aus Zürich und Win­terthur und teilte ihnen mit, dass das zwis­chen ihnen und der ‘Zur Rose AG’ prak­tizierte Konzept des Arzneimit­telver­sands rechtswidrig sei. Die Gesund­heits­di­rek­tion führte aus, dass das Vorge­hen eine Medika­menten­ab­gabe darstelle, bewil­li­gungspflichtig sei und gegen heilmit­tel­rechtliche Bes­tim­mungen des Bun­des ver­stosse. Auf Gesuch von A. (Inhab­er ein­er ärztlichen Prax­is in Zürich) und der ‘Zur Rose AG’ hin erliess die Gesund­heits­di­rek­tion des…

6B_421/2008: Gehilfenschaft zu ungetreuer Amtsführung

…Extra­neus), akzes­sorisch eben­falls zuzurech­nen ist. Der Straf­grund der Teil­nahme liegt dabei in der Mitwirkung an dem vom Täter began­genen Unrecht begrün­det (Entscheid 6S.55/2006 vom 23. April 2006 E. 4; BGE 111 IV 74 E. 5b). Die Gehil­fen­schaft zu einem Son­derde­likt ist dem­nach sowohl unter altem wie unter neuem Recht nach densel­ben Tatbe­stand­skri­te­rien straf­bar. Hinge­gen war nach Art. 25 aSt­GB die…

4A_580/2015: Beschwerdelegitimation bei Nebenintervention; Präzisierung der Rechtsprechung (amtl. Publ.)

…Umstand des Nichter­greifens eines Rechtsmit­tels durch die Haupt­partei als Verzicht auf dessen Ein­le­gung qual­i­fiziert werde, mit der Folge, dass die Neben­in­ter­ve­ni­entin ihrer­seits kein Rechtsmit­tel ein­le­gen könne (E. 1.3). Das Bun­des­gericht sah sich deshalb ver­an­lasst, seine Rechtsprechung zu präzisieren. Zwar könne eine Haupt­partei auch kon­klu­dent den Verzicht auf die Ein­le­gung eines Rechtsmit­tels erk­lären, aber (E. 1.3):   Entschei­dend für die Beurteilung, ob ein Verzicht…

6B_1138/2020: Strafzumessung bei retrospektiver Konkurrenz

Rechtsprechung erlaubt Art. 49 Abs. 2 StGB keine erneute Über­prü­fung der in Rechtskraft erwach­se­nen Strafe. Das Zweit­gericht darf im Rah­men der ret­ro­spek­tiv­en Konkur­renz die Grund­strafe nicht aufheben, son­dern muss die gedanklich zu bildende hypo­thetis­che Gesamt­strafe aus der rechtskräfti­gen Grund­strafe (für die abgeurteil­ten Tat­en) und der nach seinem freien Ermessen festzuset­zen­den Einzel­strafen (für die neuen Tat­en) bilden. Das Ermessen beschränkt sich…

4A_544/2021: Anfechtung der Verteilung der Gerichts- und Parteikosten im Schiedsverfahren

…ein­er offen­sichtlichen Ver­let­zung des Rechts oder der Bil­ligkeit beruht) betr­e­ffe nur Ver­let­zun­gen des materiellen Rechts. Da die Kosten­verteilung eine Frage des Prozess­rechts sei, könne sich die Beschw­erde­führerin nicht auf Art. 393 lit. e ZPO berufen. Vielmehr sei in analoger Anwen­dung der Rechtsprechung betr­e­f­fend Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG eine Beschw­erde gegen Ver­fahrens­fehler nur möglich, wenn diese gegen den…

2C_53/2014: Verhältnis zwischen dem zivil- und dem verwaltungsrechtlichen Verfahren bei der Tarifgenehmigung (amtl. Publ.)

…fasst dage­gen seine dies­bezügliche Rechtsprechung wie fol­gt zusam­men: […] umstrit­tene materiell­rechtliche Fra­gen über den Umfang der geschützten Rechte [sind] im Tar­if­genehmi­gungsver­fahren zu klären. Dieses Vorge­hen hat Vorteile: Das tar­ifrechtliche Ver­fahren erlaubt bess­er als eine auf den Einzelfall fokussierte Zivilk­lage eine Gesamtschau […]. Im Inter­esse der Rechtssicher­heit müssen der Tarif bzw. der Genehmi­gungsentscheid der ESchK klarstellen, auf welche Rechte sie sich beziehen und…