5a_53/2010: Wohnsitzwechsel wirkt sich auf die Zuständigkeit des Rechtsöffnungsgerichts aus (amtl. Publ.)

…SchKG die bish­erige Rechtsprechung zum Gerichts­stand der Rechtsöff­nung, namentlich zu dessen Verän­der­lichkeit bei Wohn­sitzwech­sel des Schuld­ners gemäss Art. 53 SchKG, nicht gegen­stand­s­los gemacht hat. Hat der Schuld­ner — wie hier — den Wohn­sitz seit der Zustel­lung des Zahlungs­be­fehls ver­legt, ist das Gesuch um Rechtsöff­nung beim Gericht des neuen Wohn­sitzes zu stellen, sofern der Schuld­ner dem Gläu­biger die Wohn­sitzver­legung angezeigt hat…

5A_712/2021: Verhältnis zwischen vorsorglichem Massnahmen- und Endentscheid bei selbständiger Unterhaltsklage

…der Beschw­erde­führer dage­gen, dass die Vorin­stanz die Unter­halts­beiträge im Endentscheid trotz Vor­liegen eines vor­sor­glichen Unter­halt­sentschei­ds rück­wirk­end fes­tlegte und deut­lich erhöhte. Das Bun­des­gericht erwog, vor­sor­gliche Mass­nah­men wür­den bis zum Ein­tritt der Rechtskraft des Endentschei­ds gel­ten. Mit Ablauf der Rechtsmit­tel­frist trete bei vor­sor­glichen Mass­nah­men die formelle Rechtskraft ein und sie kön­nten grund­sät­zlich wed­er rück­wirk­end wider­rufen noch abgeän­dert wer­den. Gemäss Rechtsprechung zum Schei­dungsrecht

HRRS: Online-Zeitschrift für Höchstrichterliche Rechtsprechung im Strafrecht

Ein Hin­weis für strafrechtlich Inter­essierte: Die Online-Zeitschrift für “Höch­strichter­liche Rechtsprechung im Strafrecht” (HRRS) bietet einen kosten­losen Zugang zur höch­strichter­lichen Rechtsprechung im Strafrecht und Strafver­fahrensrecht. Das Ange­bot beste­ht aus der juris­tis­chen Fachzeitschrift HRRS, einem monatlichen Newslet­ter und ein­er Rechtsprechungs-Daten­bank. Das Pro­jekt stellt nicht nur umfan­gre­iche Infor­ma­tio­nen zur europäis­chen und inter­na­tionalen Rechtsprechung bere­it, son­dern bietet auch eine Plat­tform für den wis­senschaftlichen und…

4A_75/2017: unentgeltliche Rechtspflege für juristische Personen (amtl. Publ.)

Rechtspflege zur Weit­erex­is­tenz der juris­tis­chen Per­son aus­gewiesen sei, liess das Bun­des­gericht offen. Denn, so das Bun­des­gericht weit­er, die unent­geltliche Rechtspflege sei juris­tis­chen Per­so­n­en jeden­falls dann zu ver­weigern, wenn das Ver­fahren, für das sie beansprucht werde, deren Weit­erex­is­tenz nicht sichere (E. 3.3). Diese Voraus­set­zung war für das Bun­des­gericht auss­chlaggebend, um die Abweisung des Gesuchs um unent­geltliche Rechtspflege zu schützen. Die Gesellschaft sei von Amtes…

5D_62/2009: Keine definitive Rechtsöffnung für rückwirkende Unterhaltsbeiträge

…das zur defin­i­tiv­en Rechtsöff­nung berechtige. Tilgung vor dem Erlass des Urteils dürfe im Rechtsöff­nungsver­fahren nicht berück­sichtigt wer­den, weil der Rechtsöff­nungsrichter son­st den Rechtsöff­nungsti­tel und die darin aufge­führte konkrete Zahlungsverpflich­tung materiell über­prüfen müsse. Vor Erlass des Urteils behauptete Tilgun­gen habe der Sachrichter zu berück­sichti­gen. Gestützt auf Art. 81 SchKG dürften daher frühere Leis­tun­gen nicht berück­sichtigt wer­den, obwohl diese im behaupteten Rechtsöff­nungsti­tel…

4A_202/2016: Rüge der überraschenden Rechtsanwendung, weil das Schiedsgericht angeblich ein anderes als das gewählte Recht angewendet hat

…der Anwen­dung der ex aequo et bono-Rechtswahl das Schweiz­er Recht angewen­det habe, obwohl alle Parteien ihren Wohn­sitz bzw. Sitz im Staat X. hät­ten und das Recht von X. in der Schiedsvere­in­barung aus­drück­lich erwäh­nt wor­den sei. Die A. SA behauptete, ihr wäre nicht die Möglichkeit gewährt wor­den, nur schon Ein­wände gegen die blosse Anwend­barkeit des Schweiz­er Rechts vorzubrin­gen. Das Bun­des­gericht liess diese…

4A_490/2015: Kein Rechtsmittel gegen einen positiven Ernennungsentscheid nach Art. 362 ZPO (amtl. Publ.)

Mit Entscheid 4A_490/2015 vom 25. Feb­ru­ar 2016 behan­delte das Bun­des­gericht die Frage, ob gegen einen pos­i­tiv­en Ernen­nungsentscheid nach Art. 362 ZPO ein Rechtsmit­tel ergrif­f­en wer­den kann. Das Bun­des­gericht befasste sich zunächst mit der Rechtsprechung betr­e­f­fend die inter­na­tionale Schieds­gerichts­barkeit und der Lehre (E. 1.4.2. f.):  Unter dem mit Inkraft­treten der ZPO aufge­hobe­nen Konko­r­dat vom 27. März 1969 über die Schieds­gerichts­barkeit (AS 1969…

4A_740/2011: Durchführung des Regresses im internationalen Verhältnis; Aktivlegitimation des Regressberechtigten; Unterschieden zw. common law und civil law (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Fall war strit­tig, ob dem zahlen­den Unfal­lver­sicher­er eines Geschädigten ein direk­tes Forderungsrecht gegen den Haftpflichtver­sicher­er des Schädi­gers zukam. Das BGer hat in diesem Fall bere­its entsch­ieden (BGE 134 III 420), dass diese Frage nicht durch das — hier anwend­bare — StVÜ beant­wortet werde. Mass­ge­blich für den Bestand des Regress­rechts sei vielmehr nach IPRG 144 schweiz­erisches und schot­tis­ches Recht

9C_687/2012: Besitzstandsgarantie gemäss PUBLICA-Gesetz (amtl. Publ.)

Recht und wie die Kürzung vorzunehmen ist, wird nicht gesagt. […] 6.2 Im Urteil 9C_690/2012 vom 5. April 2013 hat das Bun­des­gericht entsch­ieden, dass (auch) die ver­sicherungs­math­e­ma­tis­che Kürzung des garantierten Anspruchs (von 95 Prozent der nach bish­erigem Recht im Alter von 62 Jahren erre­ich­baren Alter­srente) gemäss Art. 25 Satz 2 PUB­LI­CA-Gesetz nach dem bish­erigem Recht vorzunehmen ist. Anwend­bar ist somit Art. 33 Abs. 4 PBKV 1. […]…

5A_204/2017: Bestimmtheit eines Urteilsdispositivs für Unterhaltsbeiträge (amtl. Publ.)

…ins­ge­samt rund CHF 245‘524 ein, woge­gen B. Rechtsvorschlag erhob. Das Kan­ton­s­gericht erteilte Rechtsöff­nung lediglich für einen Teil der in Betrei­bung geset­zten Unter­halts­beiträge, was vom Oberg­ericht geschützt wurde. Hierge­gen gelangte A. mit­tels Beschw­erde ans Bun­des­gericht. Das Bun­des­gericht hat­te in der Folge zu prüfen, ob die Vorin­stanzen die Rechtsöff­nung für die gel­tend gemacht­en Unter­halts­beiträge ab Volljährigkeit (d.h. ab 25. Jan­u­ar 2013) bis…