Kartellgesetzrevision: Ausgewähltes aus der Session des Ständerates

Der Stän­der­at hat sich in der aktuellen Früh­jahrsses­sion am 21. März 2013 als Erstrat mit der laufend­en Total­re­vi­sion des Kartellge­set­zes befasst (Geschäft Nr. 12.028, siehe auch unseren Bericht zur Botschaft des Bun­desrates). In der Haupt­sache hat sich der Stän­der­at mit den fol­gen­den The­men beschäftigt: Insti­tu­tio­nen­re­form: Der Entwurf des Bun­der­ates sah eine rechtlich scharfe Tren­nung zwis­chen ein­er Anklage- und ein­er Entscheidinstanz…

5A_160/2010: Anforderungen an das Zustellungszeugnis iSv HZÜ 65 Art. 6 / LugÜ 47 Ziff. 1

Das BGer heisst eine Beschw­erde gegen ein Urteil des OGer ZH gut. Strit­tig war der Nach­weis der Zustel­lung des zu voll­streck­enden aus­ländis­chen Urteils (LugÜ 47 Ziff. 1) gegen eine juris­tis­che Per­son, wobei sich hier (das zu voll­streck­ende Urteil stammt aus Deutsch­land) sowohl die Wirk­samkeit der Zustel­lung als auch deren Nach­weis nach dem Haager Zustel­lungsübereinkom­men HZÜ65 richt­en. Dabei wird im Staat…

9C_356/2021: Covid-19 Erwerbsersatz; arbeitgeberähnliche Stellung (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil 9C_356/2021 vom 10. Mai 2022 bestätigte das Bun­des­gericht ein Urteil des Kan­ton­s­gerichts Luzern auf Abweisung des Anspruchs auf Coro­na-Erwerb­ser­satz eines Direk­tors und einzi­gen Ver­wal­tungsratsmit­glieds ein­er Even­tor­gan­i­sa­tion­sun­ternehmung (Beschw­erde­führerin). Beantragt wor­den sei der Coro­na-Erwerb­ser­satz am 20. Juli 2020 für die Zeit ab dem 1. Juni 2020, wom­it die (zum Teil rück­wirk­end in Kraft geset­zten) Covid-19-Mass­nah­men mit…

4A_261/2015: Keine Anwendung der Asbestrechtsprechung auf die Verjährung werkvertraglicher Mängelrechte

Zwei Aktienge­sellschaften, die miteinan­der einen Werkver­trag betr­e­f­fend ein Boot abgeschlossen hat­ten, lagen vor Bun­des­gericht im Stre­it. Die Vorin­stanz war zum Schluss gelangt, die ver­traglichen Män­gel­rechte der Klägerin seien ver­jährt (Urteil 4A_261/2015 vom 30. Okto­ber 2015, E. 3 und 3.1). Die Klägerin machte unter anderem gel­tend, gemäss der Entschei­dung des EGMR im Ver­fahren “Moor gegen die Schweiz” sei das Recht auf…

4A_583/2017: Zuständigkeit des Schiedsgerichts zur Beurteilung von Retentionsforderungen

Im Entscheid 4A_583/2017 vom 1.Mai 2018 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob das Schieds­gericht für die Beurteilung von Reten­tions­forderun­gen zuständig war. Das Schieds­gericht erk­lärte sich mit Zwis­ch­enentscheid vom 5. Okto­ber 2017 für zuständig zur Beurteilung sämtlich­er Rechts­begehren der Klägerin (und Beschw­erdegeg­ner­in). Das umfasste auch das Even­tu­al­begehren, wonach der Klägerin die Aktien an der Gesellschaft X. Zug um Zug gegen Bezahlung eines…

6B_429/2011: Keine Beschwerdelegitimation des kantonalen Steueramtes

Das kan­tonale Steuer­amt Zürich ist mit ein­er Beschw­erde in Straf­sachen gescheit­ert (Urteil 6B_429/2011 vom 23. August 2011), mit der die Behörde gegen einen Freis­pruch zweier Per­so­n­en vom Vor­wurf des mehrfachen Steuer­be­trugs (§ 261 Abs. 1 StG/ZH und Art. 186 Abs. 1 DBG) sowie der mehrfachen Urkun­den­fälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) vorg­ing. Das Bun­des­gericht verneinte die Beschw­erde­berech­ti­gung und trat auf…

5A_801/2022: Befristung des nachehelichen Unterhalts (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil 5A_801/2022 vom 10. Mai 2024 legt das Bun­des­gericht die Kri­te­rien für eine zeitliche Begren­zung des nachehe­lichen Unter­halts dar. Im konkreten Fall erachtet es die Befris­tung des nachehe­lichen Unter­halt­sanspruchs bis zur Vol­len­dung des 16. Alter­s­jahrs des gemein­samen Kindes als recht­mäs­sig. Weit­er rel­a­tiviert das Bun­des­gericht seine in BGE 148 III 161 begrün­dete Recht­sprechung zum Ver­hält­nis zwischen…

2D_2/2014: Das Kantonsgericht Luzern wahrt die Unabhängigkeit gegenüber der Notariatsprüfungskommission

Im Entscheid 2D_2/2014 hat sich das BGer mit Fra­gen hin­sichtlich ein­er Notari­at­sprü­fung im Kan­ton Luzern zu befassen, welche der Beschw­erde­führer auch im drit­ten Ver­such nicht bestand. Stein des Anstoss­es war eine Ver­fü­gung der Notari­at­sprü­fungskom­mis­sion des Kan­tons Luzern, in welch­er dem späteren Beschw­erde­führer mit­geteilt wurde, dass er die schriftliche Prü­fung nicht bestanden habe und damit auch nicht zur mündlichen Prü­fung zugelassen…

4A_395/2021: negative Feststellungswiderklage bei Teilklage; Feststellungsinteresse; Bestätigung der Rechtsprechung

…durch Widerk­lage den Nichtbe­stand des (gesamten) behaupteten Anspruchs oder des Schuld­ver­hält­niss­es samt ander­er sich daraus ergeben­der Ansprüche fest­stellen zu lassen. Dass die neg­a­tive Fest­stel­lungswiderk­lage in ein­er solchen Kon­stel­la­tion nur zuläs­sig wäre, wenn die beklagte Partei in ihrer wirtschaftlichen Bewe­gungs­frei­heit beein­trächtigt wäre (wie von der Klägerin behauptet und von einem Teil der Lehre pos­tuliert), tre­ffe nicht zu. Diese Ansicht überse­he, dass…

5A_515/2009: Auskunftspflicht in der Pfändung über Vermögenswerte Dritter (amtl. Publ.)

Wenn ein betreiben­der Gläu­biger behauptet, ein bes­timmter Ver­mö­gens­ge­gen­stand ste­he im Eigen­tum des Schuld­ners, ist dieser gegebe­nen­falls nachzupfän­den (SchKG 115 III), wobei die Regeln der Pfän­dung auch für die Nach­pfän­dung gel­ten. Strit­tig war im vor­liegen­den Fall, ob das Betrei­bungsamt den beschw­erde­führen­den Schuld­ner nach SchKG 91 VI bei Straf­folge auf seine Pflicht aufmerk­sam machen durfte, Auskun­ft über Inhab­er­ak­tien zu erteilen, die nach…