4A_506/2014; 4A_524/2014: Rechtsmissbräuchlichkeit eines Auskunftsgesuchs (DSG 8); Verweigerungsgrund des Gesetzes (DSG 9 I lit. a)

…7.1.1; BGE 138 III 425 E. 5.5; Urteil 4A_36/2010). Als Ober­be­griff ver­wen­det das BGer “daten­schutzwidrige Zwecke”, wozu es fol­gende Zwecke zählt: um die Kosten ein­er Datenbeschaf­fung zu sparen, die son­st bezahlt wer­den müssten; schikanöse Recht­sausübung ohne wirk­lich­es Inter­esse an der Auskun­ft;  um die (spätere) Gegen­partei auszu­forschen und Beweise zu beschaf­fen, an die eine Partei son­st nicht gelan­gen kön­nte.  Das OGer…

2C_477/2012: Die Medikamentenversandverträge zwischen Ärzten des Kantons Zürich und der ‘Zur Rose AG’ sind bundesrechtswidrig (amtl. Publ.)

Im zur Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil 2C_477/2012 vom 7. Juli 2014 befasst sich das BGer mit der Frage, ob Medika­menten­ver­sand­verträge zwis­chen Ärzten des Kan­tons Zürich (ohne Bewil­li­gung zur Abgabe von Arzneimit­teln) und der Online- und Ver­san­dapotheke ‘Zur Rose AG’ aus dem Kan­ton Thur­gau zuläs­sig sind. Mit einem Schreiben aus dem Jahr 2006 richtete sich die Gesund­heits­di­rek­tion des Kan­tons Zürich an die Ärzte…

4A_117/2021 (amtl. publiziert): Beweislast und ‑mass bei einer kollektiven Krankenzusatzverischerung nach VVG; Privatgutachten für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des kollektiv versicherten Arbeitnehmers

…Voraus­set­zung ist erfüllt, wenn ein strik­ter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumut­bar ist, ins­beson­dere wenn die von der beweis­be­lasteten Partei behaupteten Tat­sachen nur mit­tel­bar durch Indizien bewiesen wer­den kön­nen. Eine Beweis­not liegt aber nicht schon darin begrün­det, dass eine Tat­sache, die ihrer Natur nach ohne weit­eres dem unmit­tel­baren Beweis zugänglich wäre, nicht bewiesen wer­den kann,…

5A_844/2024: Behauptungs- und Beweislast im Zusammenhang mit dem ehelichen Lebensstandard (amtl. Publ.)

…Dies ist ins­beson­dere dann von Bedeu­tung, wenn ein Ehe­gat­te nach der Tren­nung eine neue Erwerb­stätigkeit aufn­immt oder aus­dehnt und dies zu ein­er erhe­blichen Steigerung des Über­schuss­es gegenüber dem Zusam­men­leben führt. Betr­e­f­fend den ehe­lichen Unter­halt ist rel­a­tivierend anzufü­gen, dass dort der eingeschränk­te Unter­suchungs­grund­satz gilt, wom­it dem Gericht die Möglichkeit offen­ste­ht, den ehe­lichen Über­schus­san­teil bei entsprechend vorhan­de­nen Unter­la­gen auch von sich aus ohne

EFD: Vernehmlassung zur Totalrevision der Quellensteuerverordnung (Quasi-Ansässigkeit etc.)

…erfüllen, die NOV eben­falls beantra­gen; Als qua­si-ansäs­sig gilt, wer — ohne in der Schweiz steuer­lich ansäs­sig zu sein — in der Schweiz min­destens 90 % seines weltweit­en Erwerb­seinkom­mens ver­di­ent (Art. 14 VO); Für Quel­len­s­teuerpflichtige mit Einkün­ften aus unselb­ständi­ger Erwerb­stätigkeit unter CHF 120‘000 soll neu die NOV auch von Amtes wegen durchge­führt wer­den kön­nen, wenn diese Per­so­n­en neben den quel­len­s­teuer­be­lasteten Einkün­ften auch…

4A_78/2014: Gerichtliche Fragepflicht und Substantiierungsobliegenheit

…wor­den. Das Bun­despatent­gericht wies in der Folge die Klage unter anderem wegen ungenü­gen­der Stub­stan­ti­ierung ab, ohne zuvor auf die Sub­stan­ti­ierung­sobliegen­heit­en hinzuweisen (E. 3.3.3). Das Bun­despatent­gericht warf der Beschw­erde­führerin ins­beson­dere vor, sie habe nicht behauptet, wer wann die fragliche tech­nis­che Lehre erfun­den habe, unter welchen Umstän­den dies geschen sei, welche tech­nis­chen Entwick­lungss­chritte und welche entsprechen­den Tests hier­für getätigt wor­den seien, von…

4A_460/2013: Verletzung des rechtlichen Gehörs bejaht, weil das Schiedsgericht eine rechtserhebliche Argumentation unberücksichtigt gelassen hat

…es auf­grund eines Verse­hens oder eines Missver­ständ­niss­es recht­ser­he­bliche Behaup­tun­gen, Argu­mente, Beweise oder Beweisanträge ein­er Partei unberück­sichtigt lässt. Erge­ht ein Schied­sentscheid, ohne die für den Aus­gang des Stre­its offen­bar erhe­blichen Ele­mente über­haupt anzus­prechen, obliegt es den Schied­srichtern oder der Gegen­partei, diese Unter­las­sung in ihrer jew­eili­gen Vernehm­las­sung zur Beschw­erde zu recht­fer­ti­gen, indem sie entwed­er dar­legen, dass die berück­sichtigten Punk­te ent­ge­gen den Behaup­tun­gen des…

4A_75/2011: willkürlicher Verzicht auf die Ansetzung einer Nachfrist bei Abweisung eines Fristerstreckungsgesuchs

…kurze Nach­frist für die Klageant­wort auch genutzt werde. Vielmehr darf nach dieser Recht­sprechung von der Anset­zung ein­er kurzen Nach­frist nur dann abge­se­hen wer­den, wenn konkrete Anze­ichen dafür beste­hen, dass sie ohnehin nicht genutzt wer­den wird. Indem das Kas­sa­tion­s­gericht ohne ersichtlichen Grund von sein­er eige­nen Recht­sprechung abwe­icht, ver­fällt es in Willkür. Die von der Beschw­erde­führerin ange­führte mehrwöchige Abwe­sen­heit ihres Geschäfts­führers schliesst…

2C_934/2020 — Pauschalgebühr im Zusammenhang mit der Meldung von Zusammenschlussvorhaben

…Sinne von Art. 25 VwVG  über das Beste­hen der Meldepflicht ver­langt wer­den (E. 5.3). Ausser­dem wür­den bei Vol­lzug eines meldepflichti­gen Zusam­men­schlusses ohne Mel­dung Ver­wal­tungs- oder Straf­sank­tio­nen erlassen. Deren objek­tiv­er Tatbe­stand bedinge jew­eils das Vor­liegen ein­er Meldepflicht, was von den Behör­den zu prüfen sei und deren Entscheid der gerichtlichen Über­prü­fung  unter Berück­sich­ti­gung der Sachurteilsvo­raus­set­zun­gen ohne Weit­eres zugänglich sei (E. 5.3).  …

6B_986/2016: Notorische Tatsachen im Strafprozess (amtl. Publ.; frz.)

…dass er sich mit dem Begriff “muzz” nicht auf Mus­lime in ihrer Gesamtheit bezo­gen habe, son­dern lediglich auf die fanatis­chen Urhe­ber von gewalt­samen Ter­ro­rak­ten. Das kan­tonale Beru­fungs­gericht habe bei sein­er Def­i­n­i­tion des Begriffes “muzz” aber alleine auf eine Def­i­n­i­tion aus dem Inter­net abgestellt und habe, ohne seine Stel­lung­nahme zu diesem Begriff einzu­holen, eine Rassendiskri­m­inierung im Sinne von Art. 261bis Abs.1 StGB angenom­men. Das BGer prüfte, ob es sich…