1C_12/2024, 1C_13/2024: Baubewilligung (zur amtlichen Publikation vorgesehen)

…Aspek­te oder um wesentliche, mit dem Bau­vorhaben ver­bun­dene Aspek­te han­dle. Selb­ständig beurteil­bare Aspek­te mit unter­ge­ord­neter Bedeu­tung – etwa die Mate­r­i­al- und Farb­wahl – kön­nten in einem nachge­lagerten Ver­fahren behan­delt wer­den, ohne Ein­fluss auf den Gesam­tentscheid. Wesentliche, mit dem Bau­vorhaben ver­bun­dene Aspek­te seien hinge­gen vor Baube­ginn zu klären: Die Baube­wil­li­gung sei in diesem Fall als sus­pen­siv bed­ingte Baube­wil­li­gung zu qual­i­fizieren. Das…

4A_449/2020: Rechtskraft bei rein betragsmässig beschränkten Teilklagen

…gewe­sen. Unter diesen Umstän­den müsse das Gericht aber — im Gegen­satz zum hier inter­essieren­den Fall ein­er einzig betragsmäs­sig beschränk­ten Klage — auch für eine Abweisung nicht den Gesamtschaden, son­dern lediglich die eingeklagten Schaden­sposten prüfen. Es finde daher in einem solchen Fall ohne Weit­eres der Grund­satz Anwen­dung, dass das erste Urteil das zweite Ver­fahren über die weit­eren Schaden­sposten nicht präjudiziere. …

8C_300/2018: Vor- bzw. Zwischenentscheid; Streitgegenstand; Anfechtung Entscheid über Kostenfolgen

…es nicht, dass der ange­focht­ene Entscheid das Ver­fahren vor der Vorin­stanz abschliesst. Der Entscheid muss das Ver­fahren auch vor der ersten kan­tonalen Instanz abschliessen (E. 4.1). Diese Voraus­set­zung war im vor­liegen­den Fall nicht gegeben. Will ein Arbeit­nehmer von einem öffentlich-rechtlichen Arbeit­ge­ber des Kan­tons Luzern einen Anspruch auf Schaden­er­satz wegen unrecht­mäs­siger Kündi­gung durch­set­zen, muss er zwei (Teil-)Ver­fahren durch­laufen. Zunächst muss der Arbeitnehmer…

5D_141/2014: Kein Anspruch auf Gerichtsverhandlung bei definitiver Rechtsöffnung (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den, öffentlich berate­nen Urteil hat­te das Bun­des­gericht zu entschei­den, ob bei der defin­i­tiv­en Recht­söff­nung ein Anspruch auf Durch­führung ein­er Gerichtsver­hand­lung beste­ht. Das Bun­des­gericht kam zum Schluss, dass auch Art. 6 Ziff. 1 EMRK keinen solchen Anspruch gewähre. Dem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Der Kan­ton Zürich betrieb A. auf Rück­er­stat­tung eines Stu­di­en­dar­lehens. Er stützte sich dabei auf eine Rückerstattungsverfügung…

1B_243/2021: Keine Siegelung nach rechtshilfeweisem Aktenbeizug

Im Urteil 1B_243/2021 vom 20. Dezem­ber 2021 entsch­ied das Bun­des­gericht über die Frage, ob es sich beim amts- oder recht­shil­feweisen Beizug von Akten aus einem anderen Ver­fahren um eine Zwangs­mass­nahme gegen die beschuldigte Per­son oder gegen mit­be­trof­fene Dritte im Sinne von Art. 196 StPO han­delt, und insofern nach solchen Akten­beizü­gen ein Siegelungs­begehren möglich ist. Hin­ter­grund des Entschei­ds war ein Ver­wal­tungsstrafver­fahren

4A_163/2023, 4A_490/2023: Zulässigkeit der Beschwerde gegen die Ernennung eines Schiedsrichters durch den juge d’appui gestützt auf die Notzuständigkeit (amtl. Publ.)

ohne die inter­na­tionale Zuständigkeit des schweiz­erischen juge d’appui anfecht­en zu kön­nen, der einen Schied­srichter für die Durch­führung eines Schiedsver­fahrens mit Sitz im Aus­land ernan­nt habe. Daher müsse eine Beschw­erde vor­liegend zuläs­sig sein. Im vor­liegen­den Fall recht­fer­tige sich zudem, die Beschw­erde zuzu­lassen, weil der Staat die Möglichkeit haben muss, die Immu­nität­seinrede prüfen zu lassen. Die für die Beschw­erde zuständi­ge Instanz sei…

2C_176/2022 Staatshaftung wegen nutzloser Aufwendungen im Beschaffungsverfahren

Im zur Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid 2C_176/2022 vom 7. Feb­ru­ar 2024 beurteilte das Bun­des­gericht die Beschw­erde gegen ein Urteil des Bun­desver­wal­tungs­gerichts (A‑670/2020 vom 6. Jan­u­ar 2022). Ver­fahrensge­gen­stand war die Frage, ob eine Anbi­eterin (vor­liegend die Beschw­erde­führerin) Anspruch auf Schaden­er­satz wegen nut­zlos­er Aufwen­dun­gen in einem Ver­gabever­fahren hat. Dem Entscheid lag fol­gen­der Sachver­halt zu Grunde: Das Bun­de­samt für Baut­en und Logis­tik (BBL) schrieb…

2C_1040/2012: Regeln über die Zustellfiktion sind “vernünftig” zu handhaben

Der Beschw­erde­führer führte betr­e­f­fend ver­schiedene Steuer­jahre Ver­fahren im Kan­ton Zürich. Dem Beschw­erde­führer wur­den ver­schiedentlich Ver­fü­gun­gen mit eingeschrieben­er Post und auch amtlich (d.h. über das Stad­tam­man­namt) zugestellt, die aber von diesem jew­eils nicht abge­holt wur­den. Im Entscheid set­zte sich das BGer mit der Zustell­fik­tion auseinan­der. (E. 4.1) Wed­er das DBG noch das StHG regeln die Form der Zustel­lung steuer­lich­er Ver­fü­gun­gen oder…

2C_1131/2013: Die Vergabe eines Auftrages im Staatsvertragsbereich anhand eines Einladungsverfahrens verstösst gegen das Binnenmarktgesetz (amtl. Publ., frz.)

In einem zur Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid vom 31. März 2015 äusserte sich das BGer zur richti­gen Ver­fahrensart bei der Ver­gabe von öffentlichen Aufträ­gen. Die Tridel SA mit Sitz in Lau­sanne hat den statu­tarischen Zweck, Sied­lungsabfälle in Abfal­lver­bren­nungsan­la­gen zu ver­w­erten. Das Aktienkap­i­tal der Tridel SA befind­et sich im Eigen­tum ver­schieden­er Gemein­den. In einem Entscheid aus dem Jahr 2011 hat das BGer…

4A_72/2014: Unbegründete Entscheide sind auch im summarischen Verfahren zulässig

Da eine Aktienge­sellschaft keine Revi­sion­sstelle hat­te, beantragte das Han­del­sreg­is­ter­amt des Kan­tons Genf dem Gericht Mass­nah­men nach Art. 731b OR. Das Gericht ord­nete im sum­marischen Ver­fahren die Auflö­sung der Aktienge­sellschaft und die Liq­ui­da­tion nach den Regeln des Konkurs­es an (Art. 250 lit. c Ziff. 11 ZPO und Art. 731b Abs. 1 Ziff. 3 OR). Diesen Entscheid eröffnete das Gericht ohne Begründung,…