5A_936/2022: Begrenzung des Überschussanteils bei der Berechnung von Kindesunterhaltsbeiträgen

…nicht ver­heiratet seien und nie zusam­men­gelebt hät­ten. Zudem resul­tiere der Über­schuss des unter­halt­spflichti­gen Eltern­teils aus einem hypo­thetis­chen Einkom­men. Schliesslich sei auch unter Berück­sich­ti­gung erzieherisch­er Gründe und des Bedarfs des Kindes eine Abwe­ichung von der Verteil­regel nach grossen und kleinen Köpfen gerecht­fer­tigt (E. 4.1). Das Bun­des­gericht erwog, die rech­ner­isch resul­tieren­den Über­schüsse seien im Grund­satz nach “grossen und kleinen Köpfen” zu verteilen.…

4A_570/2018: mietrechtlicher Kündigungsschutz bei Familienwohnung, Klageberechtigung (amtl. Publ.)

…zuste­hen, auf­grund der Regeln der notwendi­gen Stre­itgenossen­schaft jedoch stets alle Mieter in den Prozess einzubeziehen sind und ein Kündi­gungss­chutz- oder Erstreck­ungs­begehren daher sich gegen den Ver­mi­eter und die abseits ste­hen­den Mieter zu richt­en hat (E. 3.1). Demge­genüber stützte sich die Vorin­stanz auf eine analoge Anwen­dung von Art. 273a OR sowie BGE 118 II 168, wonach die Tat­sache, das bei­de Ehegatten…

4A_656/2010: gemischt-genutzte Liegenschaft als Familienwohnung iSv OR 266m f.;an sich nichtige Kündigung, aber Rechtsmissbrauch (amtl. Publ.)

…bestand. Gle­ichzeit­ig diente aber ein Teil des Mieto­b­jek­ts als Fam­i­lienwoh­nung. Das BGer schliesst sich hier der herrschen­den Ansicht an, wonach der beson­dere Schutz der Fam­i­lienwoh­nung nach OR 266m f. in solchen Fällen gemis­chter Nutzung greift. Die Kündi­gung war auf­grund der beson­deren Umstände den­noch wirk­sam, weil die Beru­fung auf ihre Nichtigkeit rechtsmiss­bräuch­lich war. Die Mieter hat­ten ihre auf­grund der konkreten Umstände…

9C_224/2016: Obligatorische Krankenpflegeversicherung für im Ausland wohnende Familienangehörige (amtl. Publ.)

…eines anderen Mit­glied­staates den Rechtsvorschriften des betr­e­f­fend­en Staats unter­stellt sind (zum Ganzen E. 5.2 und 6.2.2.2). Dem Grund­satz nach gilt also, dass ein eigen­ständi­ger Anspruch Vor­rang vor einem abgeleit­eten Anspruch hat (E. 6.3.2). Im vor­liegen­den Fall war die mit den bei­den Kindern in Polen wohn­hafte Ehe­frau als Arbeit­slose reg­istri­ert und unter­lag der pol­nis­chen Gesund­heitsver­sicherung (E. 7.1). Zu prüfen war deshalb, ob…

Familienzulagenregister ab 2011 in Betrieb

Das neue Fam­i­lienzula­gen­reg­is­ter wird am 1. Jan­u­ar 2011 in Betrieb genom­men. Im Reg­is­ter sind die Infor­ma­tio­nen über Fam­i­lienzula­gen zen­tral­isiert, die nach schweiz­erischem Recht für Kinder und Jugendliche mit Wohn­sitz in der Schweiz oder im Aus­land (derzeit ca. 1.7 Mio.) aus­gerichtet wer­den. Das durch die Zen­trale Aus­gle­ichsstelle von AHV und IV geführte sowie vom Bund finanzierte Reg­is­ter dient als Auskun­ftsstelle und

4A_389/2020: Berechnung des Regressanspruches beim Versorgungsschaden (amtl. publ.)

…der Unter­halt­sleis­tung des ver­stor­be­nen Ver­sorg­ers, abzüglich der durch dessen Tod wegge­fal­l­enen Aufwen­dun­gen. Die Klägerin­nen haben insoweit einen Regres­sanspruch, als dem haftpflichtrechtlichen Schaden der Hin­terbliebe­nen ereignis­be­zo­gen, sach­lich, zeitlich und per­son­ell kon­gru­ente Leis­tun­gen von ihnen gegenüber­ste­hen. Berech­nung des Regres­sanspruchs Die Vorin­stanz erwog, die Renten­leis­tun­gen der Klägerin­nen und deren Regresss­chaden seien nach den gle­ichen Grund­sätzen zu kap­i­tal­isieren wie der haftpflichtrechtliche Schaden. Gemäss der…

5A_301/2021: Eingriff in das Existenzminimum bei Schuldneranweisung

…nicht mit hin­re­ichen­der Präzi­sion auf und sie springe auch nicht ger­ade in die Augen. Gemäss den auch bei der Schuld­ner­an­weisung zu beach­t­en­den voll­streck­ungsrechtlichen Grund­sätzen könne zeitlich begren­zt in das Exis­tenzmin­i­mum des Schuld­ners einge­grif­f­en wer­den, wenn ihn Fam­i­lienmit­glieder betreiben und dies zur Deck­ung ihres Exis­tenzmin­i­mums nötig sei. Der Beschw­erde­führer ver­weise in anderem Kon­text zwar nicht zu Unrecht darauf, dass die Vorinstanz,…

5C_270/2012: Unterscheidung zwischen unverheirateten und verheirateten Personen bei der Wohnsitzbestimmung

Im Urteil 2C_270/2012 vom 2. Dezem­ber 2012 bestätigt das Bun­des­gericht seine Recht­sprechung 2012 zur Bes­tim­mung des Wohn­sitzes (Art. 23 ff. ZGB). Danach set­zt sich der Wohn­sitzbe­griff aus einem objek­tiv­en, äusseren Ele­ment (Aufen­thalt) und einem sub­jek­tiv­en, inneren Ele­ment (Absicht daueren­den Verbleibens) zusam­men. Im Rah­men ein­er Abwä­gung von Indizien sind sämtliche Fam­i­lien‑, Berufs- und Leben­sum­stände zu berück­sichti­gen und sorgfältig zu gewicht­en (siehe…

5A_440/2024: Wann sind Darlehensforderungen nachstehender Gläubiger im Konkurs der Gesellschaft nachrangig zu behandeln? (amtl. Publ.)

…zugun­sten Drit­ter ein­ver­standen ist. Dem Entscheid lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Die F AG Bau­un­ternehmung  (nach­fol­gend “F AG” oder “Gesellschaft”) und die A AG standen (weit­ge­hend) im Eigen­tum von B, C, D und E. B, C, D und E waren zusam­men mit ein­er weit­eren Per­son Ver­wal­tungsräte der A AG. C, D und E waren auch im Ver­wal­tungsrat der F AG vertreten.…

Heilmittelverordnungspaket IV: Entwurf des neues Verordnungsrechts

…des Antibi­otikaver­triebs und ‑ver­brauchs sowie der Antibi­otikare­sisten­zsi­t­u­a­tion in der Vet­er­inärmedi­zin. Mit der Revi­sion soll eine neue Verord­nung über die Integrität und Trans­parenz im Heilmit­tel­bere­ich (VITH) einge­führt wer­den, welche die Einzel­heit­en zu den Geset­zesvor­gaben in Art. 55 und 56 revH­MG regelt und u.a. die Aus­nah­men vom heilmit­tel­rechtlichen Vorteilsver­bot auf­führt. Die Höhe der sog. “Bagatel­laus­nahme” wird neu in Art. 3 Abs. 1…