6B_221/2010: Bestechungserlöse und Geldwäscherei (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat­te im Entscheid 6B_221/2010 zu beurteilen, unter welchen Voraus­set­zun­gen Erlöse aus Bestechungs­geschäften Tato­b­jekt der Geld­wäscherei i.S.v. Art. 305bis StGB bilden kön­nen. Der auf Ital­ienisch ver­fasste Entscheid ist zur Pub­lika­tion in der amtlichen Samm­lung vorge­se­hen. Verkürzt lag dem Entscheid fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Zwei Geschäftspart­ner wur­den in Ital­ien wegen Bestechung eines Bürg­er­meis­ters im Zusam­men­hang mit … weit­er­lesen

5A_160/2010: Anforderungen an das Zustellungszeugnis iSv HZÜ 65 Art. 6 / LugÜ 47 Ziff. 1

Das BGer heisst eine Beschw­erde gegen ein Urteil des OGer ZH gut. Strit­tig war der Nach­weis der Zustel­lung des zu voll­streck­enden aus­ländis­chen Urteils (LugÜ 47 Ziff. 1) gegen eine juris­tis­che Per­son, wobei sich hier (das zu voll­streck­ende Urteil stammt aus Deutsch­land) sowohl die Wirk­samkeit der Zustel­lung als auch deren Nach­weis nach dem Haager Zustel­lungsübereinkom­men HZÜ65 … weit­er­lesen

4A_467/2010: Pflichtverletzung des VR durch Zuwarten trotz offensichtlichen Handlungsbedarfs

Das BGer schützt ein Urteil des Cour de Jus­tice Genf, das eine Ver­ant­wortlichkeit­sklage gegen ein Ver­wal­tungsratsmit­glied gut­ge­heis­sen hat­te. Dem VR-Mit­glied ein­er Immo­bilien­ver­wal­tung war bekan­nt, dass die Forderun­gen der Grun­deigen­tümer gegen die Immo­bilien­ver­wal­tung auf Auszahlung der von dieser einge­zo­ge­nen Miet­zinse nicht gedeckt waren, u.a. weil ein anderes Mit­glied des Ver­wal­tungsrats Gelder für per­sön­liche Zwecke ent­nom­men hat­te. … weit­er­lesen

4A_610/2014A_610/2010: Auslegung eines Arbeitsvertrags in Übereinstimmung mit dispositivem Recht

Das BGer hat­te einen Arbeitsver­trag auszule­gen, der vor­sah, dass der Arbeit­nehmer im Fall ein­er ordentlichen Kündi­gung den Lohn während eines Jahres erhal­ten solle; im Fall ein­er frist­losen Kündi­gung seien sechs Monate Lohn zu bezahlen. Das BGer geht davon aus, dass diese bei­den Entschädi­gun­gen im Fall ein­er frist­losen Kündi­gung nicht kumu­la­tiv geschuldet seien, dass die Entschädi­gung … weit­er­lesen

4A_454/2010: Beginn der Verjährungsfrist von OR 60 (Kenntnis von Schaden und Haftpflichtigem)

Die Ver­jährungs­frist von OR 60 begin­nt mit “Ken­nt­nis vom Schaden und von der Per­son des Ersatzpflichti­gen”. Das BGer fasst im vor­liegen­den Urteil die Grund­sätze zusam­men, die bish­er für den Beginn der Ver­jährungs­frist im Zusam­men­hang mit Kör­per­schä­den entwick­elt wur­den. Im vor­liegen­den Fall bestand aus­re­ichende Ken­nt­nis zum Zeit­punkt, als die noch offe­nen medi­zinis­chen Fra­gen keinen erhe­blichen Ein­fluss … weit­er­lesen

4A_516/2010: Feststellungsinteresse nach Schutzrechtsverwarnung

Das BGer beschäftigt sich im vor­liegen­den Urteil mit dem Fest­stel­lungsin­ter­esse bei imma­te­ri­al­güter­rechtlichen neg­a­tiv­en Fest­stel­lungskla­gen (hier: MSchG 52) nach Schutzrechtsver­war­nun­gen: “Daraus ergibt sich, dass bei den im Imma­te­ri­al­güter­recht vork­om­menden Schutzrechtsver­war­nun­gen grund­sät­zlich von ein­er Ungewis­sheit aus­ge­gan­gen wer­den kann, die ein Fest­stel­lungsin­ter­esse für eine neg­a­tive Fest­stel­lungsklage auf Nichtver­let­zung begrün­den kann.” Der Gegen­stand der Ungewis­sheit ist dabei vom Inhalt der … weit­er­lesen

Neue Sicherheitsbestimmungen im Handelsverkehr

Die Eid­genös­sis­che Zol­lver­wal­tung (EZV) hat heute die Sicher­heits­bes­tim­mungen im Han­del­swaren­verkehr (Secu­ri­ty Amend­ment) vom 26. Novem­ber 2010 zur Umset­zung des mit der Europäis­chen Union abgeschlosse­nen Abkom­mens über die Erle­ichterung der Kon­trollen und For­mal­itäten im Güter­verkehr und über zoll­rechtliche Sicher­heits­mass­nah­men vom 25. Juni 2009 veröf­fentlicht. In diesem Abkom­men wer­den die Auswirkun­gen der EU-Sicher­heit­s­bes­­tim­­mungen auf den Waren­verkehr mit … weit­er­lesen

6B_435/2010: Raufhandel (amtl. Publ.)

Im Urteil 6B_435/2010 vom 16. Dezem­ber 2010 (zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­hen) konkretisiert das Bun­des­gericht seine Recht­sprechung zum Straftatbe­stand des Raufhan­dels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB. Danach wird ein Stre­it zwis­chen zwei Per­so­n­en zum Raufhan­del, wenn ein Drit­ter tätlich ein­greift. Diese Prax­is präzisiert das Bun­des­gericht im Hin­blick auf den objek­tiv­en Tatbe­stand wie fol­gt: 4.3.1 […] dass … weit­er­lesen

1C_420/2010: Wohnsitz im Sinne des OHG (amtl. Publ.)

In dem zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil 1C_420/2010 vom 25. Jan­u­ar 2011 beschäftigt sich das Bun­des­gericht mit dem Begriff des Wohn­sitzes im Zusam­men­hang mit opfer­hil­fer­echtlichen Entschädi­­gungs- und Genug­tu­ungsansprüchen. Es hält fest, dass der Wohn­sitzbe­griff des OHG grund­sät­zlich an jenen des Zivil­rechts anzulehnen sei, sich also nach den Art. 23–26 ZGB richte (E. 3.6).Die Eltern und … weit­er­lesen