5D_133/2010: Bestellung der Erbenvertretung “bis zur Teilung” — u.U. nach dem Erbteilungsurteil

Nach ZGB 602 III kann die zuständi­ge Behörde auf Begehren eines Miter­ben “bis zur Teilung” für die Erbenge­mein­schaft eine Vertre­tung (Erben­vertreter) bestellen. Im vor­liegen­den Urteil schützt das BGer ein Urteil des KGer SG als nicht willkür­lich, das fes­thielt, “bis zur Teilung” meine “bis zum Abschluss der Teilung”, also bis zur Auflö­sung der Erbenge­mein­schaft. Dieser Zeit­punkt … weit­er­lesen

Inkrafttreten der V über die elektronische Übermittlung im Bereich SchKG am 1. März 2011

Die Verord­nung des EJPD  über die elek­tro­n­is­che Über­mit­tlung im Bere­ich Schuld­be­trei­bung und Konkurs ist heute Dien­stag in Kraft getreten. Sie regelt die  “tech­nis­chen und organ­isatorischen Vor­gaben und das Daten­for­mat, nach denen Gläu­bigerin­nen und Gläu­biger sowie Betrei­bungs- und Konkursämter in ein­er geschlosse­nen Benutzer­gruppe (eSchKG-Ver­bund) als Ver­bundteil­nehmerin­nen und ‑teil­nehmer Betrei­bungs- und Konkurs­dat­en aus­tauschen.” (Art. 1)

EuGH: Schutz für die graphische Oberfläche eines Computerprogramms nur bei eigenständiger Schutzfähigkeit

Wie u.a. der Tech­nol­o­­gy-and-Sour­c­ing-Blog der Kan­zlei DLA Piper berichtet, hat der EuGH zum ersten Mal, in der Rechtssache C‑393/09, zur Richt­line 91/250/EWG (Com­put­er­pro­gramm­richtlin­ie) Stel­lung genom­men.  Nach dem EuGH-Urteil vom 22.12.2010 soll  die grafis­che Benutze­r­ober­fläche (das “GUI”, Graph­i­cal User Inter­face) keine Aus­drucks­form eines Com­put­er­pro­gramms sein, so dass sie dem Urhe­ber­schutz nach der Com­put­er­pro­gramm­richtlin­ie nicht unter­ste­ht. Immer­hin: … weit­er­lesen

6B_757/2010: Gehilfenschaft zur Urheberrechtsverletzung durch Anbieten von Hash-Links

Das BGer qual­i­fiziert eine Per­son als Gehil­fen (StGB 25) ein­er straf­baren, gewerb­smäs­si­gen Urhe­ber­rechtsver­let­zung (URG 67), die auf ein­er Web­site sog. Hash-Links (“Such­hil­fe” zu Links) zu ver­schiede­nen P2P-Net­zen und dadurch indi­rekt den zu den gewün­scht­en urhe­ber­rechtlich geschützten Dateien ange­boten hat­te (vor­wiegend Filme und Com­put­er­spiele). Entschei­dend war dabei, dass der Nutzer nur auf das gewün­schte File klick­en … weit­er­lesen

5A_477/2010: Beibehaltung des früheren Namens nach Erwachsenenadoption (Praxisänderung; amtl. Publ.)

Nach ZGB 267 I iVm ZGB 270 I erhält eine adop­tierte Per­son den Fam­i­li­en­na­men der Adop­tivel­tern. Das BGer hat­te fest­ge­hal­ten, dass der Geset­zge­ber hier keine Wahl­frei­heit lasse und dass eine Per­son, die sich adop­tieren lassen will, die geset­zlichen Fol­gen der Adop­tion ein­schliesslich der Namen­sän­derung auf sich nehmen müsse. Das Bun­des­gericht ändert mit dem vor­liegen­den Urteil … weit­er­lesen

1C_415/2010: Wählbarkeitsvoraussetzungen der Zürcher Handelsrichter verfassungswidrig (amtl. Publ.)

Das BGer hat fest­ge­hal­ten, dass die Wählbarkeitsvo­raus­set­zun­gen für Zürcher Han­del­srichter nach GOG/ZH § 36 III mit KV/ZH 40 I unvere­in­bar sind. Die Ein­schränkung, dass als Han­del­srichter nur wählbar ist, “wer in einem Unternehmen als Inhab­erin oder Inhab­er oder in lei­t­en­der Stel­lung tätig ist oder während min­destens zehn Jahren eine solche Stel­lung bek­lei­det hat”, ist damit (kantons-)verfassungswidrig: … weit­er­lesen

Polizei JU: Registrierung von verwarnten Autofahrern illegal

Die Prax­is der Polizei im Kan­ton Jura, diejeni­gen Auto­mo­bilis­ten zu reg­istri­eren, die lediglich ver­warnt wur­den, ist unzuläs­sig. Nach einem heutigem Bericht der NZZ hat die kan­tonale Daten­schutzkom­mis­sion das Sam­meln dieser Dat­en nach unter­sagt und die Löschung der 2700 schon erfassten Ver­war­nun­gen ver­langt. Der Ein­trag von Ver­war­nun­gen in eine Daten­bank der Polizei ver­stösst laut der Kom­mis­sion … weit­er­lesen

6B_844/2010: “Schwarzfahren” (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht äussert sich in dem zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­hen Urteil 6B_844/2010 vom 25. Jan­u­ar 2011 (sowie im Urteil 645/2010 vom 25. Jan­u­ar 2011) zur Straf­barkeit gemäss Art. 57 Abs. 1 lit. a PBG (“Schwarz­fahren”). Nach dem Bun­des­gericht macht sich nicht straf­bar, wer auf ein­er Strecke, wo die Tick­ets selb­st zu entwerten sind, keinen Fahrausweis … weit­er­lesen

BPG: Neue Regelungen betreffend Anzeigepflicht, Schutznorm und Melderecht

Das Bun­des­per­son­alge­setz (BPG) enthält seit 1. Jan­u­ar 2011 neue Regelun­gen zur Anzeigepflicht und zum Melderecht für Angestellte, die diesem Gesetz unter­fall­en (vgl. Art. 2 Abs. 1 BPG). Diese sind nun­mehr gemäss Art. 22a Abs. 1 BPG verpflichtet, alle von Amtes wegen zu ver­fol­gen­den Ver­brechen und Verge­hen, von denen sie im Rah­men ihrer beru­flichen Tätigkeit Ken­nt­nis … weit­er­lesen

6B_836/2010: Hehlerei; Eventualvorsatz

Das Bun­des­gericht äussert sich in einem Urteil vom 4. Feb­ru­ar 2011 (6B_836/2010) zu den Voraus­set­zun­gen des sub­jek­tiv­en Tatbe­standes der Hehlerei gemäss Art. 160 Ziff. 1 StGB. Gemäss dem Wort­laut der Norm wird voraus­ge­set­zt, dass der Täter weiss oder annehmen muss, dass die Sache durch eine straf­bare Hand­lung erlangt wor­den ist. Das Bun­des­gericht hält zur Frage des … weit­er­lesen