5A_352/2012: Zweckänderung bei Stockwerkeigentum; Abgrenzung zur Änderung der Nutzungsweise (amtl. Publ.)

Das BGer äussert sich im vor­liegen­den Urteil zur Unter­schei­dung zwis­chen ein­er Zweck­än­derung ein­er im Stock­w­erkeigen­tum ste­hen­den Liegen­schaft — die Ein­stim­migkeit voraus­set­zt — und ein­er Änderung der Benutzungsweise i.S.v. ZGB 647b I, die mit qual­i­fiziert­er Mehrheit beschlossen wer­den kann. Es stellt fest, dass   die Eröff­nung ein­er Kinderkrippe keine Zweck­än­derung bedeutet.  Vgl. auch den Blog­beitrag von Pierre Scherb.

4A_492/2012: Mangelhaftigkeit einer Liegenschaft aus baurechtlichen Gründen

Das BGer hielt im vor­liegen­den Urteil fest, dass das KGer VD vorschnell einen Grund­la­genir­rtum beim Grund­stück­kauf bejaht hat­te. Der Verkäufer hat­te dem Käufer zugesichert, die betr­e­f­fende Liegen­schaft sei für Wohnzwecke geeignet. Das Grund­stück befand sich aber ausser­halb der Bau­zone. Es durfte nach RPG 24c I zwar den­noch für Wohnzwecke ver­wen­det wer­den (wohler­wor­benes Recht); bei Zweck­än­derun­gen … weit­er­lesen

Bundesrat setzt Steueramtshilfegesetz in Kraft

Der Bun­desrat hat das neue Steuer­amt­shil­fege­set (StAhiG) auf den 1. Feb­ru­ar 2013 in Kraft geset­zt. Das StAhiG regelt den Vol­lzug der Amt­shil­fe in Dop­pelbesteuerungsabkom­men. Auf den Zeit­punkt des Inkraft­tretens des Geset­zes am 1. Feb­ru­ar 2013 wird die bish­erige Verord­nung, welche die Umset­zung der Dop­pelbesteuerungsabkom­men regelte, aufge­hoben. Mit der Inkraft­set­zung des StAhiGs ind auch Grup­pen­er­suchen gemäss … weit­er­lesen

4A_198/2012: Verzicht auf Begründung eines im Dispositiv eröffneten Schiedsspruchs impliziert keinen Rechtsmittelverzicht

Im Entscheid 4A_198/2012 vom 14. Dezem­ber 2012 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob eine Partei impliz­it einen Rechtsmit­telverzicht erk­lärt, wenn sie innert der vorge­se­henen Frist keine Begrün­dung des lediglich im Dis­pos­i­tiv eröffneten Schiedsspruchs ver­langt.  Der Einzelschied­srichter eröffnete seinen Schiedsspruch wie in den Schied­sregeln des Bas­ket­ball Arbi­tral Tri­bunal vorge­se­hen lediglich im Dis­pos­i­tiv. Keine der … weit­er­lesen

4A_367/2012: (strenge) Auslegung des Begriffs der Diskriminierung i.S.v. BehiG 6 (amtl. Publ.)

Ein Gen­fer Kino hat­te ein­er Per­son im Roll­stuhl und ihren Helfern den Zugang zum (nicht behin­derten­gerecht aus­ges­tat­teten) Kino unter Hin­weis auf Sicher­heitsvorschriften ver­wehrt. In der Folge klagten die abgewiese­nen und Inte­gra­tion Hand­i­cap gegen den Kino­be­treiber auf Zahlung ein­er Entschädi­gung und Fest­stel­lung ein­er Diskrim­ierung (BehiG 6). Das BGer hat­te daher im vor­liegen­den Fall den Begriff der … weit­er­lesen

5A_627/2012: Begriff der erbrechtlichen Streitigkeit i.S.v. IPRG 86 / ZPO 28

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Urteil den Begriff der erbrechtlichen Stre­it­igkeit i.S.v. IPRG 86 (Zuständigkeit) auszule­gen. Die Erben hat­ten im Zuge der erbrechtlichen Auseinan­der­set­zung gegen­seit­ig Gewinn­beteili­gungsrechte an Grund­stück­en vere­in­bart, waren dann aber in Stre­it über die Höhe eines Gewin­nan­teils ger­at­en. War dieser Stre­it eine erbrechtliche Stre­it­igkeit, waren die schweiz­erischen Gerichte am let­zten Wohn­sitz des Erblassers … weit­er­lesen

1C_231/2012: Altlastensanierung: “Verursacher” umfasst weiterhin Verhaltens- und Zustandsstörer; Haftung des Rechtsnachfolgers (amt. Publ.)

Das vor­liegende Urteil dreht sich um die Haf­tung des späteren Erwer­bers eines Grund­stücks für die Kosten der Alt­las­ten­sanierung. Nach USG 32d trägt der Verur­sach­er die Kosten für notwendi­ge Mass­nah­men zur Unter­suchung, Überwachung und Sanierung belasteter Stan­dorte. Zur Bes­tim­mung des “Verur­sach­ers” stellen Recht­sprechung und  Lehre stellen für die Umschrei­bung des Verur­sacher­be­griffs auf den polizeirechtlichen Störerbe­griff ab. … weit­er­lesen

4A_385/2012: unbegründeter Rechtsvorschlag ist keine Vertragsanfechtung

Das BGer hält im vor­liegen­den Urteil fest, dass in der Erk­lärung, Rechtsvorschlag zu erheben, keine Anfech­tungserk­lärung i.S.v. OR 21 gese­hen wer­den kann, wenn der Rechtsvorschlag keine Begrün­dung enthält: Zwar wird der Inhalt des Rechtsvorschlags dem Betreiben­den auf der für ihn bes­timmten Aus­fer­ti­gung des Zahlungs­be­fehls mit­geteilt (Art. 76 Abs. 1 SchKG); erfol­gt der Rechtsvorschlag unbe­grün­det, lässt … weit­er­lesen

6B_310/2012: Legitimation des Privatklägers zur Einsprache gegen Strafbefehl (amtl. Publ.)

Im Urteil 6B_310/2012 vom 11. Dezem­ber 2012 (amtl. Publ.) geht es um die Frage, ob die Pri­vatk­läger­schaft einen Anspruch auf eine Parteientschädi­gung hat, wenn es zu ein­er Verurteilung der beschuldigten Per­son kommt, die Zivil­forderung jedoch auf den Zivil­weg ver­wiesen wird: Die Staat­san­waltschaft muss im Straf­be­fehl über die nach Ermessen festzuset­zende Entschädi­gung gemäss Art. 433 StPO … weit­er­lesen

5A_378/2012: Kein Fristenstillstand im Rechtsmittelverfahren gegen Summarentscheid; anders aber bei versäumtem Hinweis darauf in der Rechtsmittelbelehrung (amtl. Publ.)

Die Regelung in Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO, wonach der Fris­ten­still­stand nicht für das sum­marische Ver­fahren gilt, ist nicht nur auf das erstin­stan­zliche Sum­mar­ver­fahren, son­dern auch auf das Rechtsmit­telver­fahren gegen im sum­marischen Ver­fahren ergan­gene Entschei­de anwend­bar. Die Fris­ten ste­hen aber dann nicht still, wenn das Gericht einen entsprechen­den Hin­weis in der Rechtsmit­tel­belehrung ver­säumt, … weit­er­lesen