6B_1031–1035/2010: Begünstigung; Eventualvorsatz und rechtfertigender Notstand

Im Urteil 6B_1031–1035/2010 vom 1. Juni 2011 äussert sich das Bun­des­gericht zur Voll­streck­ungs­begün­s­ti­gung durch Behör­den­mit­glieder oder Beamte sowie zum erforder­lichen (Eventual-)Vorsatz und ein­er möglichen Recht­fer­ti­gung wegen Not­stands in einem Fall mit ungewöhn­lichem Sachver­halt. Nach­dem er vier Mal den Feuer­wehrübun­gen unentschuldigt fer­nge­blieben war, wurde X vom zuständi­gen Gemein­der­at zu ein­er Busse verurteilt. In der zweit­en Mah­nung … weit­er­lesen

ZIS-Beitrag: Strafrechtliche Verantwortung von Compliance-Beauftragten

In der neuesten Aus­gabe der Zeitschrift für Inter­na­tionale Strafrechts­dog­matik (ZIS 7/2001) äussern sich Hen­drik Schnei­der und Peter Gottschaldt zu “Offe­nen Grund­satzfra­gen der strafrechtlichen Ver­ant­wortlichkeit von Com­­pli­ance-Beauf­­tragten in Unternehmen”. Die Aus­führun­gen beziehen sich zwar vor­rangig auf das deutsche Recht, lassen sich aber auf schweiz­erische Rechtsver­hält­nisse über­tra­gen. Die Autoren kom­men zu fol­gen­den Ergeb­nis­sen: Die Garan­ten­stel­lung des Com­­pli­ance-Ver­an­t­­wortlichen … weit­er­lesen

2C_418/2011: ungebührlicher Inhalt einer Rechtsschrift

In seinem Blog “iuswanze” berichtet Thomas Hugi Yar über das Urteil 2C_418/2011 vom 12. Juli 2011, mit dem das Bun­des­gericht auf eine Beschw­erde nicht ein­trat, weil die bei­den von ihm ein­gere­icht­en Rechtss­chriften “unge­bührlichen Inhalts” waren. Eine Rechtss­chrift ist unge­bührlich im Sinne von Art. 42 Abs. 6 BGG: 2.2 […] wenn sie den durch die guten … weit­er­lesen

4A_207/2010: “Rama” und “RAM” verwechselbar; Anforderungen an Unterlassungsbegehren

R (fig.) RSW Rama Swiss Watch Die Rama Watch SA, Inhab­erin der Wort­bild­marke “R (fig.) RSW Rama Swiss Watch” (Waren­klasse 14), ver­langte gestützt auf Firmen‑, Marken- und Lauterkeit­srecht und erfol­gre­ich von der RAM Swiss Watch AG, diese habe den Bestandteil “RAM” ihrer Fir­ma zu löschen und die Beze­ich­nung “RAM” oder “RAMA” im geschäftlichen Verkehr zu unter­lassen. … weit­er­lesen

4A_15/2011: Verhältnis zwischen Art. 374 und Art. 375 OR

Das Ver­hält­nis zwis­chen OR 374 (Fest­set­zung des Werk­lohns nach dem Wert der Arbeit) und OR 375 (Rück­tritt wegen Über­schre­itung des Kos­te­nansatzes) ist nicht ganz unum­strit­ten. Das BGer hält jet­zt fest, dass OR 375 (mit Blick auf den Grundgedanken der Irrtum­sregelung, der OR 375 zugrunde liegt) immer dann anwend­bar ist, wenn “die Kosten­schätzung für den Besteller Geschäfts­grund­lage … weit­er­lesen

VI ZR 217/10 (BGH): Behandlung eines deutschen Patienten in einem Schweizer Spital – Deutsches oder Schweizer Recht?

Der deutsche Bun­des­gericht­shof (BGH) weist die Klage eines deutschen Patien­ten gegen einen Schweiz­er Arzt wegen unzure­ichen­der Aufk­lärung mit Urteil vom 19. Juli 2011 (VI ZR 217/10) als unbe­grün­det zurück (noch nicht veröf­fentlicht; siehe aber Pressemit­teilung 131/2011 vom gle­ichen Tag). Es ist nicht deutsches, son­dern schweiz­erisches Recht anzuwen­den, weil der Sachver­halt in wesentlich engerem Zusam­men­hang mit … weit­er­lesen

Export von Konsumgütern: Abfall oder Gebrauchtwaren?

In ein­er Medi­en­mit­teilung des Bun­de­samt für Umwelt (BAFU) vom heuti­gen Tag wird der Unter­schied zwis­chen Gebraucht­waren und Abfall sowie die Voraus­set­zun­gen für den Export erläutert: Als Gebraucht­waren eingestuft wer­den Gegen­stände, wenn sie fol­gende Anforderun­gen erfüllen: Sie sind funk­tion­stüchtig und für den Gebrauch zuge­lassen. Sie wer­den zum ursprünglich vorge­se­henen Zweck einge­set­zt. Sie sind so ver­packt, dass … weit­er­lesen

Totalrevision des LMG: Botschaft und Entwurf

Die Schweiz ist heute nicht an die Sys­teme der Leben­s­mit­­tel- und der son­sti­gen Pro­duk­tesicher­heit der EU (RASFF und RAPEX) angeschlossen. Das soll im Inter­esse des Gesund­heitss­chutzes durch eine Angle­ichung der tech­nis­chen Vorschriften (vgl PrSG 6) über diese Pro­duk­te geän­dert wer­den. Ausser­dem sollen Unter­schiede zum EU-Recht weit­er ver­min­dert wer­den. Heute erlaubt die Schweiz durch das “Cas­­sis-de-Dijon-Prinzip” … weit­er­lesen

A‑5814/2010: „Zweikomponten-Cocktails“ können Alcopops sein

Nach dem BVGer gilt ein „Zweikom­pon­ten-Cock­­­tail“ aus Öster­re­ich als Alcopop (Urteil A‑5814/2010 vom 8. Juli 2011; noch nicht pub­liziert). Es hat die Beschw­erde eines Unternehmens abgewiesen, dass dieses Getränk in die Schweiz importieren möchte. Bei den fünf Cock­tail­sorten sind der Schnaps und der dazuge­hörige Frucht­saft sep­a­rat in zwei miteinan­der ver­bun­dene Dosen abge­füllt; mit­geliefert wird auch … weit­er­lesen

5A_876/2010: Ausgleichszahlung und Klage auf Vollzug eines Erbteilungsvertrags; Zuständigkeit (amtl. Publ.)

Bish­er wurde von der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung nie gek­lärt, ob die Klage auf Leis­tung aus einem Erbteilungsver­trag im All­ge­meinen bzw. ob die Ein­kla­gung ein­er in einem Erbteilungsver­trag vere­in­barten Aus­gle­ich­szahlung (Soulte) im Beson­deren eine erbrechtliche Angele­gen­heit darstellt. In dem für die amtliche Samm­lung vorge­se­henen Urteil (5A_876/2010) vom 3. Juni 2011 war diese Rechts­frage zu entschei­den: Es beste­ht … weit­er­lesen