6B_72/2011: Vernachlässigung von Unterhaltspflichten; Strafantragsfrist und Beitragsanpassung

Das Bun­des­gericht bestätigt mit Urteil 6B_72/2011 vom 19. Juli 2011 eine Beschw­erde gegen die Verurteilung wegen mehrfach­er Ver­nach­läs­si­gung von Unter­halt­spflicht­en gemäss Art. 217 StGB, wobei in Anwen­dung von Art. 53 StGB von ein­er Bestra­fung abge­se­hen wurde. Der Beschw­erde­führer war trotz des Verzichts auf eine Verurteilung durch den ange­focht­e­nen Entscheid beschw­ert und damit beschw­erdele­git­imiert. Zum Sachver­halt: … weit­er­lesen

1B_232/2011: Untersuchungshaft und Haftentlassung (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht gibt der Schwyz­er Ober­staat­san­waltschaft mit dem für die amtliche Samm­lung bes­timmten Urteil (1B_232/2011) vom 12. Juli 2011 recht, die gegen eine Haf­tent­las­sung vorge­gan­gen ist. Die Beschw­erde­führerin hat­te beim Kan­ton­s­gericht eine erste Beschw­erde ein­gere­icht, auf welche nicht einge­treten wurde, weil die ange­focht­ene Entschei­dung des Zwangs­mass­nah­men­gerichts noch nicht begrün­det war. Gegen den begrün­de­ten Entscheid hat … weit­er­lesen

Anhörung zur BEHV-FINMA eröffnet

Die FINMA hat am 27. Juli 2011 die Anhörung zur BEHV-FINMA eröffnet. Die Anhörung endet am 5. Sep­tem­ber 2011. Gegen­stand der geplanten Revi­sion sind die Neuregelung der Meldepflicht für aus­ländis­che kollek­tive Kap­i­ta­lan­la­gen, Meldepflicht­en beim Erre­ichen von exak­ten Schwellen­werten und eine über­sichtlichere Veröf­fentlichung der einge­gan­genen Mel­dun­gen (für weit­ere Einzel­heit­en vgl. die Medienmitteilung).

FINMA hat Rundschreiben “Rückstellungen Rückversicherung” veröffentlicht

Die FINMA hat am 28. Juli 2011 das Rund­schreiben “Rück­stel­lun­gen Rück­ver­sicherung” veröf­fentlicht. Das Rund­schreiben legt Min­i­malan­forderun­gen für angemessene ver­sicherung­stech­nis­che Rück­stel­lun­gen im Rück­ver­sicherungs­geschäft fest (vgl. die Medienmitteilung).

5A_806/2010: Abtretung von Ansprüchen an die ausländische Konkursmasse zulässig (amtl. Publ.)

Das BGer hat fest­gestellt, dass im Rah­men eines schweiz­erischen Par­tiku­larkonkurs­es (“Minikonkurs”) Ansprüche der Gläu­bigerge­samtheit an die aus­ländis­che Konkurs­masse abge­treten wer­den kön­nen, wenn keine schweiz­erischen, am Par­tiku­larkonkurs berechtigten Gläu­biger vorhan­den sind oder wenn die Forderun­gen der berechtigten Gläu­biger durch andere Aktiv­en gedeckt sind. In diesem Fall haben wed­er das inländis­che Konkur­samt noch die berechtigten Gläu­biger ein … weit­er­lesen

2C_740/2009: Finanzierung der Abfallbeseitigung nur mittels Steuergeldern unzulässig (amtl. Publ.)

Im Gegen­satz zu den Kan­to­nen der Deutschschweiz, wo die Abfall­ge­bühren flächen­deck­end nach dem Verur­sacher­prinzip erhoben wer­den, wird die Müllbe­sei­t­i­gung in weit­en Teilen der Romandie und im Tessin allein oder über­wiegend mit Steuergeldern finanziert. Diese Prax­is hat das Bun­des­gericht mit Urteil vom 11. Juli 2011 (2C_740/2009), das amtlich pub­liziert wer­den soll, unter­sagt. Bei einem Sys­tem ohne … weit­er­lesen

6B_165/2011: Strafzumessung; bedinger Vollzugsaufschub, Verschlechterungsverbot

In dem Urteil 6B_165/2011 vom 19. Juli 2007 beschäftigt sich das Bun­des­gericht mit dem (teil-)bedingten Auf­schub des Strafvol­lzugs und dem Ver­bot der refor­ma­tio in peius. Der Entscheid wird von Kon­rad Jek­er auf seinem Blog strafprozess.ch unter dem Titel „Schwieriges Sank­tio­nen­recht“ zusam­menge­fasst. Das Bun­des­gericht hält fest (E. 2.3.4), dass für die Vol­lzugs­frage nicht auf die sich … weit­er­lesen

1B_236/2011: Aktivlegitimation im Rechtsmittelverfahren; überspitzter Formalismus (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat einem Beschw­erde­führer mit Urteil vom 15. Juli 2011 (1B_236/2011, für die amtliche Samm­lung vorge­se­hen) recht gegeben, der rügte, dass die Vorin­stanz nicht auf den von ihm erhobe­nen Rekurs einge­treten ist, weil er den Begriff des Pri­vatk­lägers nicht aus­drück­lich genan­nt habe. Es erkan­nte darin einen über­spitzten For­mal­is­mus und damit eine Ver­let­zung von Art. … weit­er­lesen

2C_739/2010: Wechsel in die Grundversorgung trotz altrechtlichen individuellen Strombezugsverträgen

Nach StromVG 6 I haben Anspruch auf Bezug von Elek­triz­ität mit der erforder­lichen Qual­ität und zu angemesse­nen Tar­ifen (kostenori­en­tierte Grund­ver­sorgung) ein­er­seits die fes­ten End­ver­brauch­er (StromVG 6 II) und ander­er­seits die anderen End­ver­brauch­er (Grosskun­den), die auf den Net­z­zu­gang verzicht­en (ein­ma­liges, mit der Ausübung erschöpftes Wahlrecht: Net­z­zu­gang oder Grund­ver­sorgung; indi­vidu­elle Preisver­hand­lung oder Pla­nungssicher­heit; vgl. StromVV 11 II). … weit­er­lesen

4A_141/2011: BGer zementiert zwingende Natur von OR 404 I

Hin­ter­grund des vor­liegen­den Urteils war ein Entscheid des OGer LU, das die zwin­gende Natur von OR 404 I bei Auf­tragsver­hält­nis­sen ent­ge­gen der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung verneint hat­te, wenn die Parteien nicht in einem absoluten Ver­trauensver­hält­nis ste­hen (sog. “atyp­is­che” Aufträge; im konkreten Fall ein Unter­richtsver­trag). Das BGer verneint hier eine Rechts­frage grund­sät­zlich­er Bedeu­tung; es will auch in … weit­er­lesen