VI ZR 217/10 (BGH): Behandlung eines deutschen Patienten in einem Schweizer Spital – Deutsches oder Schweizer Recht?

Der deutsche Bun­des­gericht­shof (BGH) weist die Klage eines deutschen Patien­ten gegen einen Schweiz­er Arzt wegen unzure­ichen­der Aufk­lärung mit Urteil vom 19. Juli 2011 (VI ZR 217/10) als unbe­grün­det zurück (noch nicht veröf­fentlicht; siehe aber Pressemit­teilung 131/2011 vom gle­ichen Tag). Es ist nicht deutsches, son­dern schweiz­erisches Recht anzuwen­den, weil der Sachver­halt in wesentlich engerem Zusam­men­hang mit … weit­er­lesen

Export von Konsumgütern: Abfall oder Gebrauchtwaren?

In ein­er Medi­en­mit­teilung des Bun­de­samt für Umwelt (BAFU) vom heuti­gen Tag wird der Unter­schied zwis­chen Gebraucht­waren und Abfall sowie die Voraus­set­zun­gen für den Export erläutert: Als Gebraucht­waren eingestuft wer­den Gegen­stände, wenn sie fol­gende Anforderun­gen erfüllen: Sie sind funk­tion­stüchtig und für den Gebrauch zuge­lassen. Sie wer­den zum ursprünglich vorge­se­henen Zweck einge­set­zt. Sie sind so ver­packt, dass … weit­er­lesen

Totalrevision des LMG: Botschaft und Entwurf

Die Schweiz ist heute nicht an die Sys­teme der Leben­s­mit­­tel- und der son­sti­gen Pro­duk­tesicher­heit der EU (RASFF und RAPEX) angeschlossen. Das soll im Inter­esse des Gesund­heitss­chutzes durch eine Angle­ichung der tech­nis­chen Vorschriften (vgl PrSG 6) über diese Pro­duk­te geän­dert wer­den. Ausser­dem sollen Unter­schiede zum EU-Recht weit­er ver­min­dert wer­den. Heute erlaubt die Schweiz durch das “Cas­­sis-de-Dijon-Prinzip” … weit­er­lesen

A‑5814/2010: „Zweikomponten-Cocktails“ können Alcopops sein

Nach dem BVGer gilt ein „Zweikom­pon­ten-Cock­­­tail“ aus Öster­re­ich als Alcopop (Urteil A‑5814/2010 vom 8. Juli 2011; noch nicht pub­liziert). Es hat die Beschw­erde eines Unternehmens abgewiesen, dass dieses Getränk in die Schweiz importieren möchte. Bei den fünf Cock­tail­sorten sind der Schnaps und der dazuge­hörige Frucht­saft sep­a­rat in zwei miteinan­der ver­bun­dene Dosen abge­füllt; mit­geliefert wird auch … weit­er­lesen

5A_876/2010: Ausgleichszahlung und Klage auf Vollzug eines Erbteilungsvertrags; Zuständigkeit (amtl. Publ.)

Bish­er wurde von der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung nie gek­lärt, ob die Klage auf Leis­tung aus einem Erbteilungsver­trag im All­ge­meinen bzw. ob die Ein­kla­gung ein­er in einem Erbteilungsver­trag vere­in­barten Aus­gle­ich­szahlung (Soulte) im Beson­deren eine erbrechtliche Angele­gen­heit darstellt. In dem für die amtliche Samm­lung vorge­se­henen Urteil (5A_876/2010) vom 3. Juni 2011 war diese Rechts­frage zu entschei­den: Es beste­ht … weit­er­lesen

4A_37/2011: Beweis und Bestreitung bei der Schadenminderungsobliegenheit

Das BGer äussert sich zur Beweis­be­las­tung und zur Bestre­itungslast bei der Schaden­min­derung­sobliegen­heit: Der beklagte Schädi­ger hat diejeni­gen Tat­sachen zu behaupten und zu beweisen, die mit ein­er behaupteten Ver­let­zung der Schaden­min­derungspflicht zusam­men­hän­gen. Der kla­gende Geschädigte hat dage­gen Tat­sachen zu behaupten und zu beweisen, die vom Schädi­ger behauptete Tat­sachen wider­legen sollen (Gegen­be­weis zur Erschüt­terung des Haupt­be­weis­es). Mit … weit­er­lesen

4A_617/2010: Verfahrensmangel iSv IPRG 190 sofort zu rügen

Die Rüge eines Ver­fahrens­man­gels iSv IPRG 190 II muss rechtzeit­igt erfol­gen. Wer einen solchen Man­gel bemerkt, muss die entsprechende Rüge rechtzeit­ig im Schiedsver­fahren vor­brin­gen, dh alle zumut­baren Anstren­gun­gen unternehmen, um den Man­gel zu beseit­i­gen. Das BGer bekräftigt dies im vor­liegen­den Schiedsver­fahren. Bei­de Parteien hat­ten ein tech­nis­ches Gutacht­en anfer­ti­gen lassen. Die spätere Beschw­erde­führerin hat­te abge­wartet, wie … weit­er­lesen

5A_54/2011: Errungenschaft; Wert und Ausgleich eines Miteigentumsanteils

Das BGer heisst mit Urteil vom 23. Mai 2011 (5A_54/2011) eine Beschw­erde gegen die gerichtliche Fest­set­zung von Schei­dungs­fol­gen teil­weise gut. Der Beschw­erde­führer rügte, die Vorin­stanz habe den Kauf­preis für den Miteigen­tum­san­teil, den er vere­in­barungs­gemäss nie bezahlt hat, von sein­er Errun­gen­schaft abge­zo­gen, den Wert dieses Miteigen­tum­san­teils (bzw. die auf­grund der Rück­über­tra­gung des Miteigen­tum­san­teils von der Ehe­frau … weit­er­lesen

Gutachten über Parteienfinanzierung

Das Bun­de­samt für Jus­tiz (BJ) hat heute ein rechtsver­gle­ichen­des Gutacht­en zur Parteien­fi­nanzierung veröf­fentlicht. Daraus geht her­vor, dass nahezu alle europäis­chen Staat­en die Finanzierung der poli­tis­chen Parteien und der Wahlkam­pag­nen geset­zlich geregelt haben. Nur in der Schweiz (mit Aus­nahme der Kan­tone Tessin und Genf) sowie in Schwe­den gibt es keine entsprechende geset­zliche Regelung. Weit­ere Infor­ma­tio­nen gibt … weit­er­lesen

4A_136/2011: Nichtigkeit der ungenügend begründeten Einführung des Akontosystems für Nebenkosten (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te bere­its in BGE 121 III 460 entsch­ieden, dass das Abrech­nungssys­tem der Nebenkosten (vgl VMWG 4: effek­tiv mit Akon­to­be­trä­gen [Abs. 1] oder pauschal [Abs. 2]) vom Ver­mi­eter während laufen­d­em Ver­trag geän­dert wer­den kann. Dem Mieter ste­hen aber die Anfech­tungsmöglichkeit­en offen, und dieser Wech­sel muss als ein­seit­ige Ver­tragsän­derung auf dem amtlichen For­mu­lar (VMWG 19) … weit­er­lesen