Kanton Zürich: Steuerliche Behandlung von zurückbezahlten Retrozessionen (Produkte-Retros steuerbar; Banken-Retros nicht steuerbar)

Gemäss amtlich­er Mit­teilung behan­delt der Kan­ton Zürich zurück­bezahlte Retrozes­sio­nen steuer­lich wie fol­gt. Die Rück­er­stat­tung von zu Unrecht erhobe­nen Pro­­duk­te-Retrozes­­sio­­nen ist steuer­bar­er Ver­mö­genser­trag. Die Rück­er­stat­tung von Banken-Retrozes­­sio­­nen ist im Pri­vatver­mö­gen einkom­menss­teuer­lich unbeachtlich. Retrozes­sio­nen sind Vergü­tun­gen, die Banken und Pro­duk­tean­bi­eter Ver­mö­gensver­wal­tern für die gener­ierten Gebühren entricht­en. Grund­sät­zlich wird zwis­chen Banken-Retrozes­­sio­­nen und Pro­­duk­te-Retrozes­­sio­­nen unter­schieden. Banken-Retrozes­­sio­­nen: Banken ver­rech­nen ihren Kun­den … weit­er­lesen

2C_199/2012: Steuerneutralität von Umstrukturierungen auch bei Gruppen, die von Stiftungen gehalten werden (amt. Publ.)

Dem Entscheid liegt eine Umstruk­turierung inner­halb ein­er Vor­sorges­tiftung zugrunde. Die steuer­be­fre­ite Vor­sorges­tiftung eines Konz­erns hielt über eine 100%-Tochter(Immobilien-)gesellschaft ver­schiedene Immo­bilien. Die Tochterge­sellschaft übertrug die fünf Immo­bilien sowie eine Hypothekarschuld auf die Stiftung. Auf der Transak­tion wurde die Handän­derungss­teuer im Betrag von CHF 574’000 erhoben. Die kan­tonalen Behör­den woll­ten die Befreiung von der Handän­derungss­teuer gemäss FusG … weit­er­lesen

2C_708/2011: Anforderungen an Betriebsstätten im Ausland dürfen “etwas höher gesteckt werden” (amtl. Publ.)

Das BGer hat im Entscheid u.a. fest­ge­hal­ten, dass die uni­lat­eralen Regelun­gen, mit denen ein­seit­ig eine Dop­pelbesteuerung ver­mieden wer­den soll, ten­den­ziell eher zugun­sten des Besteuerungsrechts der Schweiz auszule­gen sind (E. 3.1.2);  für Betrieb­sstät­ten im Aus­land die Anforderun­gen etwas höher gesteckt wer­den dür­fen als für Betrieb­sstät­ten in der Schweiz; jeden­falls mit Blick auf die “Ausübung der Geschäft­stätigkeit” (E. … weit­er­lesen

2C_521/2012: Berner Burgergemeinden sind von der Steuerpflicht befreite Körperschaften (amtl. Publ.)

Im Entscheid hat das BGer fest­ge­hal­ten, dass Bern­er Burg­erge­mein­den wie die übri­gen “Gemein­den, die Kirchge­mein­den und die anderen Gebi­et­skör­per­schaften der Kan­tone sowie ihre Anstal­ten” (DBG 56 lit. c) von der Steuerpflicht befre­it sind. Den Bern­er Burg­erge­mein­den kommt im Unter­schied zu den poli­tis­chen Gemein­den keine eigentliche ter­ri­to­ri­ale und auch keine steuer­liche Sou­veränität zu und ihre Auf­gabe beste­ht in … weit­er­lesen

FINMA: Anpassung des Rundschreibens “Eckwerte zur Vermögensverwaltung”

Die FINMA passt das Rund­schreiben “Eck­w­erte zur Ver­mö­gensver­wal­tung” (FINMA-RS 2009/1) an und hat dazu eine Anhörung ges­tartet (siehe Anhörungsen­twurf). Die Revi­sion soll die aktuelle Recht­sprechung des Bun­des­gerichts zur indi­vidu­ellen Ver­mö­gensver­wal­tung berück­sichti­gen. Sodann ergeben sich formelle Änderun­gen aus der Revi­sion des Kollek­ti­van­la­genge­set­zes, welch­es voraus­sichtlich am 1. März 2013 in Kraft tritt. Für weit­erge­hende Infor­ma­tio­nen siehe Web­site FINMA.

2C_484/2010: Strafcharakter von Art. 49a Abs. 1 KG; Vereinbarkeit des Schweizer Kartellverfahrens mit der EMRK (schriftliche Begründung des Urteils vom 29. Juni 2012 i.S. PubliGroupe)

Das Bun­des­gericht hat unlängst die schriftliche Begrün­dung seines Urteils vom 29. Juni 2012 in Sachen Pub­li­Groupe veröf­fentlicht (2C_484/2010). Der Entscheid ist für die amtliche Pub­lika­tion vorge­se­hen. Das Bun­des­gericht hat­te sich in seinem Entscheid erst­mals höch­strichter­lich zur Recht­snatur der direk­ten kartell­rechtlichen Sank­tio­nen nach Art. 49a Abs. 1 KG und damit zusam­men­hän­gend zur Vere­in­barkeit des Schweiz­er Kartel­lver­fahrens … weit­er­lesen

5A_602/2012: Auslegung einer Grunddienstbarkeit; “normaler” Gebrauch eines Fahrwegs

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Urteil auszule­gen, was “für den nor­malen Haus-[,] Guts- und Waldge­brauch” im Zusam­men­hang mit der Ausle­gung eines Fahrwe­grechts (nach ZGB 738; dazu auch unseren Beitrag zum Urteil 5A_245/2012) bedeutet. Bei Errich­tung der Dien­st­barkeit wur­den die berechtigten Grund­stücke land­wirtschaftlich genutzt und waren mit Ställen, Sche­unen und Wohn­häusern über­baut. Das Fahrrecht wurde also … weit­er­lesen

4A_321/2012: Share Deal; Zusicherung und Garantie; “Kenntnis” des Mangels schon bei “Kennenmüssen”

Das BGer äussert sich im vor­liegen­den Entscheid (lei­der nur knapp) zur Unter­schei­dung zwis­chen Zusicherung und selb­ständi­ger Garantie im Kaufrecht (hier: Unternehmen­skauf). Diese Unter­schei­dung ist bedeut­sam, weil die Zusicherung zum Gewährleis­tungsrecht gehört und Ver­let­zun­gen deshalb nur bei Ein­hal­tung der Prüf- und Rügeobliegen­heit­en zur Haf­tung führen, während die selb­ständi­ge Garantie nach OR 97 ff. beurteilt wird, so … weit­er­lesen

4A_495/2012: Mieterausweisung im summarischen Verfahren nur bei klaren Fällen (amtl. Publ.)

Das BGer hält fest, dass die Anwen­dung der Grund­form des sum­marischen Ver­fahrens auf eine Mieter­ausweisung gestützt auf kan­tonales Recht unzuläs­sig ist.  Die Vorin­stanzen hat­ten angenom­men, dass das Ausweisungs­begehren im sum­marischen Ver­fahren nach ZPO 248 lit. a und ZPO 252 ff. i.V.m. § 3 lit. f der Vol­lzugsverord­nung SZ zum OR zu behan­deln sei: Zwar sehe ZPOweit­er­lesen

4A_491/2012: Beweislast für Missbräuchlichkeit des Anfangsmietzinses (amtl. Publ.)

Das BGer hat sich im vor­liegen­den Urteil der insoweit herrschen­den Ansicht angeschlossen, dass die Beweis­last für die sachver­haltsmäs­si­gen Voraus­set­zun­gen ein­er Anfech­tung des Anfangsmi­et­zins­es nach OR 270 I i.V.m. OR 269 und OR 269a lit. a (in der Regel kein Miss­brauch, wenn die Miet­zinse im Rah­men der orts- oder quartierüblichen Miet­zinse liegen) beim Mieter liegt: Un … weit­er­lesen