6B_337/2012: Geänderte Rechtsprechung zur HIV-Infektion (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat im Urteil 6B_337/2012 vom 19. März 2013 (amtl. Publ.) aus­drück­lich seine Recht­sprechung zur Straf­barkeit ein­er HIV-Infek­­tion geän­dert. Bish­er qual­i­fizierte das ober­ste Gericht die HIV-Infek­­tion kon­stant als (vorsät­zliche bzw. fahrläs­sige) lebens­ge­fährliche schwere Kör­per­ver­let­zung (Art. 122 Abs. 1 StGB bzw. Art. 125 Abs. 2 StGB):  3.4.1 […] Es ging davon aus, dass die Infek­tion mit … weit­er­lesen

6B_315/2012: Verwahrung; Kriterium der schweren Beeinträchtigung (amtl. Publ.)

Die Ver­wahrung set­zt als Anlas­stat eine in Art. 64 Abs. 1 StGB umschriebene Tat (sog. Kat­a­log­tat) oder eine andere mit ein­er Höch­st­strafe von fünf oder mehr Jahren bedro­hte Tat (Auf­fang­tatbe­stand oder Gen­er­alk­lausel) voraus. Ver­wahrung ist gemäss Art. 64 Abs. 1 StGB anzuord­nen, wenn der Täter eine “Tat began­gen hat, durch die er die physis­che, psy­chis­che … weit­er­lesen

8C_995/2012: Gründe für eine ordentliche Kündigung des öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnisses

In BGer. 8C_995/2012 vom 27. Mai 2013 ging es um die Ent­las­sung ein­er Lei­t­erin des Pflege­di­en­stes eines Spi­tals. Das Spi­tal machte als Kündi­gungs­gründe die fehlende fach­liche Aus­bil­dung und notwendi­ge Beruf­ser­fahrung für die Ausübung der Pflege­di­en­stleitung auf Stufe Spi­talleitung sowie die nicht mehr vorhan­dene Ver­trauens­ba­sis in der Zusam­me­nar­beit gel­tend. Erwä­gung 3.1 des Entschei­ds enthält eine präg­nate … weit­er­lesen

4A_4/2013: Unverhältnismässige Anordnung einer Liquidation wegen Organisationsmangels

Das BGer hebt ein Urteil der Cour de jus­tice GE auf, das die Liq­ui­da­tion ein­er GmbH wegen des Fehlens eines Revi­sion­sior­gans (ohne opt­ing out) ange­ord­net hat­te, nach­dem wed­er die GmbH noch ihr einziger Gesellschafter erre­ich­bar waren. Nach diesem Entscheid hat­te sich der Gesellschafter gemeldet. Damit durfte das Gericht nicht mehr davon aus­ge­hen, dass die Gesellschaft … weit­er­lesen

4A_669/2012: Aufhebung eines Schiedsspruchs wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs

Mit Entscheid 4A_669/2012 vom 17. April 2013 hob das Bun­des­gericht einen Schiedsspruch wegen Ver­let­zung des rechtlichen Gehörs nach Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG auf. Das Bun­des­gericht erk­lärte ein­lei­t­end, dass sich aus dem Grund­satz des rechtlichen Gehörs im kon­tradik­torischen Ver­fahren nach Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG zwar kein Anspruch auf Begrün­dung eines inter­na­tionalen Schiedsspruchs ergebe, doch könne daraus … weit­er­lesen

2C_324/2013: Internationale Steueramtshilfe — Voraussetzungen für Weiterzug ans Bundesgericht

Das BGer musste erst­mals entschei­den, wann auf dem Gebi­et der inter­na­tionalen Amt­shil­fe in Steuer­sachen gemäss BGG der Weit­erzug an das BGer möglich ist. Die NZZ fasst den zur Veröf­fentlichung in der amtlichen Samm­lung vorge­se­henen Entscheid wie fol­gt zusam­men (Her­vorhe­bun­gen einge­fügt): Seit dem 1. Feb­ru­ar dieses Jahres kön­nen Stre­it­igkeit­en aus dem Gebi­et der inter­na­tionalen Amt­shil­fe in … weit­er­lesen

2C_119/2013 (amtl. Publ.): Parteistellung des Anzeigeerstatters im FINMA-Verfahren; Verhältnis zwischen Aufsichts- und Zivilrecht

Im Entscheid 2C_119/2013 (amtl. Publ.) hat­te das Bun­des­gericht die Gele­gen­heit, sich zur Parteis­tel­lung eines Anzeigeer­stat­ters zu äussern. Konkret zu beurteilen war die Parteis­tel­lung eines Bankkun­den, welch­er bei der FINMA eine Anzeige gegen eine Bank ein­gere­icht hat­te. Das Bun­des­gericht fasste seine Recht­sprechung zur Stel­lung des Anzeigeer­stat­ters zusam­men und hielt fol­gen­des fest: Der­jenige, der bei ein­er Auf­sichts­be­hörde eine … weit­er­lesen

5A_44/2013: “Gerichtliche Verfahren” im Sinne von Art. 1 lit. b ZPO (amtl. Publ.)

Der Anwen­dungs­bere­ich von Art. 1 lit. b ZPO war Gegen­stand des bun­des­gerichtlichen Urteils 5A_44/2013 vom 25. April 2013 (amtl. Publ.). Es ging um die Frage, ob auch dort von “gerichtlichen Ver­fahren” im Sinn dieser Bes­tim­mung zu sprechen ist, wo der Bun­des­ge­set­zge­ber dem Kan­ton die Beze­ich­nung der zuständi­gen Behörde über­lassen und dieser eine gerichtliche Behörde als … weit­er­lesen

5A_88/2013: Begriff der Prozessfähigkeit gemäss Art. 67 Abs. 1 ZPO

Das Kan­ton­s­gericht Glarus erk­lärte den Beschw­erde­führer “für die vor­liegen­den zwei Prozesse sowie für alle noch hängi­gen und kün­fti­gen Ver­fahren im Zusam­men­hang mit Miete, Per­sön­lichkeitsver­let­zung sowie jeglichen Schaden­er­satz- und Genug­tu­ungs­forderun­gen vor allen Glarn­er Schlich­tungs­be­hör­den und vor dem Kan­ton­s­gericht Glarus als nicht prozess­fähig im Sinn von Art. 67 ZPO”. Das Oberg­ericht des Kan­tons Glarus wies die Beschw­erde … weit­er­lesen

4A_701/2012: Das Bundesgericht kann unter Umständen auch Rechnungsfehler der Vorinstanz korrigieren

Eine Ver­sicherungs­ge­sellschaft wurde vom Ver­sicherungs­gericht des Kan­tons Aar­gau verpflichtet, Leis­tun­gen aus ein­er kollek­tiv­en Kranken­taggeld­ver­sicherung nach VVG auszuricht­en. Vor Bun­des­gericht argu­men­tierte die Ver­sicherung, falls eine Leis­tungspflicht beste­hen sollte, würde diese ent­ge­gen den Fest­stel­lun­gen der Vorin­stanz einen Tag weniger andauern. Das Bun­des­gericht erwog, dass es den Rech­nungs­fehler sel­ber berichti­gen kann (BGer. 4A_701/2012 vom 19. April 2013, E. 7): … weit­er­lesen