6B_890/2010: Opferstellung bei Tätlichkeit

Wen­ngle­ich Bagatellde­lik­te, die nur uner­he­bliche Beein­träch­ti­gun­gen bewirken, vom Anwen­dungs­bere­ich des OHG grund­sät­zlich ausgenom­men sind, kann auch eine Tätlichkeit die Opfer­stel­lung nach dem OHG begrün­den, wenn sie zu ein­er nicht uner­he­blichen psy­chis­chen Beein­träch­ti­gung führt (vgl. BGE 125 II 265 E. 2a/aa und 2e/bb m.w.H.). Entschei­dend ist, dass die Beein­träch­ti­gung der Integrität des Geschädigten das legit­ime Bedürf­nis … weit­er­lesen

6B_560/2010 und 6B_561/2010: Amtsmissbrauch

Zwei Polizeibeamten, die von der Vorin­stanz wegen Amtsmiss­brauchs gemäss Art. 312 StGB schuldig gesprochen wur­den, sind vor dem Bun­des­gericht mit ihrer Beschw­erde dage­gen durchge­drun­gen, weil ihr Ver­hal­ten bei ein­er Verkehrskon­trolle keine Zweck­ent­frem­dung der polizeilichen Macht darstelle. In den bei­den Ver­fahren 6B_560/2010 und 6B_561/2010 (jew­eils Urteil vom 13. Dezem­ber 2010) erkan­nte das Bun­des­gericht, dass die von … weit­er­lesen

2C_450/2010: Energieliefersperre kein blosser Realakt und gegenüber Mietern unverhältnismässig

Die Indus­trielle Werke Basel (IWB) sper­rten die Strom­liefer­ung für den Warmwasser­boil­er und den Lift ein­er Liegen­schaft in Basel, weil deren Eigen­tümer während zwei Jahren die Rech­nun­gen für die All­ge­me­in­strom­liefer­un­gen nicht beglich. Mieter X, dessen Fes­t­stel­lungs- und Entschädi­gungs­begehren vom Apel­la­tion­s­gericht abgewiesen wor­den war, machte vor dem Bun­des­gericht u.a. gel­tend, das vorin­stan­zliche Urteil ver­let­ze seinen Anspruch auf … weit­er­lesen

6B_461/2010: Nötigung; Beschränkung der Handlungsfreiheit

Das Tatbe­standsmerk­mal “andere Beschränkung der Hand­lungs­frei­heit” der Nöti­gung gemäss Art. 181 StGB ist, wie das Bun­des­gericht bere­its mehrfach fest­ge­hal­ten hat, aus rechtsstaatlichen Grün­den restrik­tiv auszule­gen. In seinem Urteil vom 29. Novem­ber 2010 (6B_461/2010) kommt es auf diese Recht­sprechung zurück und gibt einem wegen mehrfach­er Nöti­gung verurteil­tem Beschw­erde­führer recht, der rügte, dass er diese Tatbe­standsvari­ante nicht … weit­er­lesen

5A_260/2010: Definitive Rechtsöffnung und Einwendungen bei vollstreckbaren Urkunden (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te zu entschei­den, ob eine beglaubigte Aus­fer­ti­gung ein­er deutschen notariellen Urkunde mit Zwangsvoll­streck­ung­sun­ter­w­er­fung – nach § 794 Abs. 1 Ziff. 5 der deutschen ZPO ein Voll­streck­ungsti­tel – zur defin­i­tiv­en Recht­söff­nung berechtigt. Nach LugÜ 50 sind “öffentliche Urkun­den, die in einem Ver­tragsstaat aufgenom­men und voll­streck­bar” sind, in anderen Ver­tragsstaat­en zu voll­streck­en. Der Beschw­erde­führer machte … weit­er­lesen

Revision des Postgesetzes: Referendumsfrist bis 7. April 2011

Die Ref­er­en­dums­frist für die Revi­sion des Post­ge­set­zes (vgl. den Geset­ze­sen­twurf und unseren früheren Beitrag) endet am 7. April 2011. Die Hauptziele der Revi­sion sind, laut Botschaft, fol­gende: voll­ständi­ge Mark­töff­nung (Aufhe­bung des Brief­monopols) Sich­er­stel­lung der Grund­ver­sorgung Finanzierung der Grund­ver­sorgung Mark­tord­nung (Grund­satz der gle­ichen Rechte und Pflicht­en aller Mark­t­teil­nehmer; Aus­nah­men: zur Sich­er­stel­lung der Grund­ver­sorgung) Inter­op­er­abil­ität (Zugang zu … weit­er­lesen

Gesetzliche (Neu-)Regelung der Mitarbeiterbesteuerung: Referendumsfrist bis 7. April 2011

Die Ref­er­en­dums­frist für das Bun­des­ge­setz über die Mitar­beit­erbesteuerung (vgl. Entwurf, Botschaft und Zusam­men­fas­sung der Botschaft) tritt in Kraft, falls bis am 7. April 2011 kein Ref­er­en­dum zus­tande kommt. Das Gesetz sieht (auss­chliesslich) Änderun­gen des DBG und des StHG vor. Mitar­beit­er­ak­tien und börsenkotierte Optio­nen sollen bei Erwerb (“at vest­ing”), nichtkotierte Optio­nen bei Ausübung (“at exer­cise”) besteuert … weit­er­lesen

6B_756/2010: Raub mit gefährlicher Waffe

Das Bun­des­gericht weist mit Urteil vom 6. Dezem­ber 2010 (6B_756/2010) eine Beschw­erde der Staat­san­waltschaft Schaffhausen ab, die rügte, dass der Beschw­erdegeg­n­er von der Vorin­stanz nicht wegen qual­i­fizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB verurteilt wor­den war. Das von ihm ver­wen­dete Küchen­mess­er mit ein­er Klin­gen­länge von 20 cm sei durch das Oberg­ericht Schaffhausen zu Unrecht … weit­er­lesen

6B_712/2010: Strafzumessung und Strafart; gemeinnützige Arbeit

Mit Urteil vom 13. Dezem­ber 2010 (6B_712/2010) heisst das Bun­des­gericht eine Beschw­erde teil­weise gut, die sich gegen die Strafzumes­sung und aus­ge­fällte Stra­fart der Vorin­stanz richtete (zur Ver­fahrens­geschichte des bere­its ein­mal vom Bun­des­gericht entsch­iede­nen Fall­es siehe auch Urteil 6B_172/2009 vom 29. Okto­ber 2009). Der Beschw­erde­führer machte unter anderem gel­tend, dass keine Zusatzfrei­heits- oder Zusatzgeld­strafe zur zuvor … weit­er­lesen

Bericht: Einheitliche Finanzierung von Spital- und ambulanten Leistungen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung

Der Bun­desrat hat den Bericht zur ein­heitlichen Finanzierung von Spi­­tal- und ambu­lanten Leis­tun­gen durch die oblig­a­torische Krankenpflegev­er­sicherung gut­ge­heis­sen. Die stän­derätliche Kom­mis­sion für Gesund­heit und soziale Sicher­heit hat­te mit der Motion 06.3009 den Bun­desrat beauf­tragt, dem Par­la­ment eine Vor­lage für eine ein­heitliche Finanzierung von sta­tionären und ambu­lanten Leis­tun­gen vorzule­gen. Der Bericht bildet den ersten Schritt zur … weit­er­lesen